Front
16.08.2017

Ein Familientreffen der Starfotografen in Olten

Photo Festival-Organisator Marco Grob setzt sich seit sieben Jahren als Botschafter der United Nations Mine Action Service (UNMAS) und als Fotograf an der Front gegen Landminen ein. (Bild: Tara Rice)

Photo Festival-Organisator Marco Grob setzt sich seit sieben Jahren als Botschafter der United Nations Mine Action Service (UNMAS) und als Fotograf an der Front gegen Landminen ein. (Bild: Tara Rice)

International Photo Festival Olten Vom Freitag, 25. bis Sonntag, 27. August trifft sich anlässlich des ersten Photo Festivals das Who is Who von internationalen Fotografen in Olten. Geladen dazu hat der Oltner Marco Grob, der seit 14 Jahren als Star-Fotograf in New York lebt.

Mirjam Meier

Die Idee, ein Photo Festival auf die Beine zu stellen, sei spontan vor rund drei Monaten mit Freunden im Café Ring entstanden, erzählt Grob. Sogleich habe er die ersten Fotografen für ein Mitwirken angeschrieben, um noch am selben Abend fünf Zusagen zu bekommen. Das Photo Festival besteht aus unterschiedlichen Teilen. Einerseits erzählen neben Marco Grob 15 international erfolgreiche Top-Fotografen von ihrer Arbeit und ihrem Leben, andererseits werden Workshops, Seminare und Portfolio-Beratungen angeboten.

Vergrössertes Familientreffen

Neben dem Oltner Fotografen Remo Buess hat Grob auch Charles Blunier und Paul Merki mit ins Organisations-Boot geholt. Mit Blunier, der mit eigenem Atelier in Zürich auf die Gestaltung von Magazinen und Büchern spezialisiert ist, hat Grob im letzten Jahr seinen Bildband «Money People Politics» publiziert. Paul Merki hat mit seiner Firma über 30-jährige Erfahrung in der Durchführung von Workshops und zeigt sich deshalb auch am Festival für diesen Bereich verantwortlich. Den Entscheid, das Festival in der Schweiz zu veranstalten, lag aufgrund der Schweizer Beteiligung nahe. Olten als Durchführungsort zu wählen, war eng verknüpft mit der Art, wie das dreitägige Festival stattfinden soll. «Mir ist die Nähe zu den Rednern sehr wichtig. Zudem müssen die Wege zwischen den verschiedenen Veranstaltungsorten überschaubar sein. So soll das Festival ein vergrössertes Familientreffen werden, an welchem sich die Besucher nach einem Vortrag im Stadttheater mit den Fotografen bei einem Bier in der Vario Bar treffen können», erzählt Grob.

Ein Festival nicht nur für Fotografie-Interessierte

Vieles sei aufgegleist, aber der Teufel liege im Detail, so Grob und fügt schmunzelnd an: «Die Festival-Idee ist bereits am zweiten Tag zu einem Monster gewachsen.» Grob war es ein Anliegen, dass seine eingeladenen Fotografen nicht nur herausragend in ihrer Arbeit, sondern auch spannende Redner sind. «Es handelt sich bei allen um beeindruckende Persönlichkeiten, die viel zu erzählen haben. Deshalb richten sich die Vorträge in Englisch auch nicht nur an Fotografie-Interessierte, sondern an die gesamte Bevölkerung», betont der 52-Jährige, der momentan unter anderem an einem Projekt arbeitet, das Schauspieler in ihren liebsten Rolle zeigt, die sie aber nicht bekommen haben. «Wenn ich in Berlin, London oder Prag Aufträge habe, versuche ich diese mit einem Aufenthalt in Olten zu verknüpfen, um Familie und Freunde zu treffen», erzählt Grob. Das Gefühl von Heimat habe sich jedoch verändert. «Ich bin ständig unterwegs und fand an den unterschiedlichsten Plätzen der Welt Freunde. Der Begriff von Heimat ist für mich deshalb nicht verknüpft mit einer angeschriebenen Klingel oder der Behausung, sondern mit den Menschen. Dies ist auch der Grund, weshalb ich mich überall zu Hause fühle.»

Inspiration und Mut mitnehmen

Eröffnet wird das Photo Festival bereits am Donnerstag mit einer Pop-up Ausstellung im Kunstmuseum Olten. So sind während der drei Festivaltage Werke verschiedener Fotografen zu sehen. Einer der Speaker ist der britische Kriegsfotograf Giles Duley, der bei einem Einsatz beide Unterschenkel und den linken Unterarm verloren hat und trotzdem kurze Zeit später wieder im Kriegsgebiet tätig war. «Duley ist ein «Triebtäter» - er kann nicht ohne Fotografie», erklärt Grob voller Respekt. Neben Duley ist der vietnamesisch-amerikanische Fotograf Nick Ut dabei, der 1972 das weltbekannte Foto von Kim Phuc während des Vietnamkrieges schoss. Daneben erzählen der zahlreich ausgezeichnete Landschaftsfotograf Stephen Wilkes, der Bergsteiger und visuelle Geschichtenerzähler Cory Richards oder Dan Winters, als bekannter Porträt-Fotograf, von ihrem spannenden Leben. Mit Magdalena Herrera, Eman Mohammed, Celeste Sloman und Samantha Stark sind aber auch sehr erfolgreiche und ausgezeichnete Fotografinnen mit an Bord. «Noch zu wenige», wie Grob betont. Bei einer allfälligen zweiten Durchführung des Festivals sollen gleichviele Frauen wie Männer vertreten sein. Neben vielen Besuchern wünscht sich der Star-Fotograf, dass jeder für sich etwas vom Festival mitnimmt. «Es wäre schön, wenn sich jeder inspirieren liesse vom Mut dieser Fotografen, um die eigene Situation, in der man vielleicht nicht glücklich ist, zu ändern. So kommen die Furchtlosen zu den Fürchtenden», meint Grob und fügt erklärend an: «Wer mehr hat, hat auch das Gefühl, mehr verlieren zu können.»

Detaillierte Veranstaltungs-Infos finden Sie im nächsten Stadtanzeiger oder auf der Webseite: www.ipfo.ch

 

 

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