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06.12.2017

Fünf Mal Silber für Olten

Familie, Freunde und Mitarbeiter rund um Luc Nünlist (zweiter v.l. Mitte) freuten sich über die Silber-Auszeichnungen für fünf Sorten des Oltner Drei Tannen Biers. (Bild: ZVG)

Familie, Freunde und Mitarbeiter rund um Luc Nünlist (zweiter v.l. Mitte) freuten sich über die Silber-Auszeichnungen für fünf Sorten des Oltner Drei Tannen Biers. (Bild: ZVG)

Drei Tannen Bier Olten Anlässlich des ersten «Swiss Beer Award» holte Olten gleich fünf Silberauszeichnungen nach Hause. Der Stadtanzeiger hat das Team der Brauerei Drei Tannen an die Prämierung ins Berner Bierhübeli begleitet.

Mirjam Meier

Eine gewisse Nervosität war spürbar bei den Anwesenden, die sich am Mittwoch, 29. November am Bahnhof in Bern eingefunden hatten. Luc Nünlist, Mitbegründer der Brauerei Drei Tannen Olten, schleppte einen Bierharass zum Tram, schliesslich sollte auch das Oltner Bier an der Prämierungsveranstaltung des ersten «Swiss Beer Award» degustiert werden können. Über
800 registrierte Brauereien gibt es in der Schweiz. Am «Rennen» nahmen insgesamt 220 Biere von 51 Brauereien in 31 Kategorien teil. In Zusammenarbeit mit der Labor Veritas AG und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) sowie ausgewiesenen Bier-Sommeliers und -Sensorikern wurden die Biere labortechnisch untersucht und sensorisch bewertet. Schliesslich verliehen konnten 66 Gold- (für hervorragende Braukunst) und 109 Silber-Labels (für sehr gute Vertreter des jeweiligen Bierstils) werden. «Ich bin im Frühling vom organisierenden Schweizer Brauerei-Verband angeschrieben worden. Wir haben uns entschieden, mit fünf Sorten, einem Weizen, Pale Ale, Stout, Amber und einem Imperial Coffee Stout teilzunehmen», erzählt Nünlist.

Brauen im Galicia-Keller

Der erste Sud für das Drei Tannen Bier wurde im Jahr 2014 aufgesetzt. Die Idee ein eigenes Bier zu brauen, gärte jedoch bereits seit 2011 in den Köpfen des Studenten Luc Nünlist und des Lebensmitteltechnologen Johan Gass. Begonnen hatte das Abenteuer mit einer kleinen, rudimentären Brauanlage, in welcher unter anderen ein Amber, Stout und ein Eistee entstanden. Bereits nach kurzer Zeit zeigte sich, dass das Bierbrauer-Team mit ihrer Anlage im Keller der Galicia Bar, produktionsmässig an ihre Grenzen stösst. Besonders das malzige Stout, welches erstmals im März 2015 aufgrund des St. Patrick’s Day entwickelt wurde, sorgte für leere Bierfässer. Daneben war auch das Abfüllen in Flaschen zu aufwändig, weshalb es das Drei Tannen Bier bis zu diesem Frühling nur im Offenausschank zu Trinken gab. Kreativ wurde jedoch weitergetüftelt und weitere Biersorten kamen hinzu. Zudem entstanden aussergewöhnliche Zusammenarbeiten wie mit der Glace Galerie am Klosterplatz, die aus Drei Tannen Bier eine Bierglace fertigte. «Für mich war es stets wichtig, ein echtes Oltner Bier zu brauen, deshalb ist es passend zu unserer Stadt etwas herb und würzig. Ausserdem verwenden wir Rohstoffe aus der Umgebung», betont Nünlist.

Brauerein aus allen Landesteilen

Die Brauanlage befindet sich noch heute im Keller der Galicia Bar, jedoch wurde sie im vergang- enen Jahr durch eine neue, professionellere Anlage ersetzt. Ihre bisherigen Gerätschaften verkaufte die Brauerei Drei Tannen an die im Jahr 2016 gegründete zweite Oltner Kleinbrauerei «Ola Brauerei Dünnern». Dass dieser Markt für ein Konkurrenzdenken viel zu klein ist, zeigte Nünlist schmunzelnd anhand der letztjährigen Solothurner Biertage auf: «Wir arbeiteten an einem gemeinsamen Stand, weshalb wir ihr und sie unser Bier gezapft haben.» Ein gutes Miteinander war auch am Mittwochabend anlässlich des «Swiss Beer Award» im Berner Bierhübeli spürbar. Vertreten waren Gross- und Kleinbrauereien aus allen Ecken der Schweiz, die einige Sinne anzusprechen vermochten. Es gab anhand den verschiedenen kreativen Bieretiketten viel zu sehen, durch die 31 Biersorten Vielfältiges zu schmecken und aufgrund der verschiedenen gesprochenen Sprachen und Akzente auch einiges zu hören. So dauerte es nicht lange, bis das Stehtischchen von Bier-gläsern zugestellt war.

Im Wandel

Aus dem Weinland Schweiz sei ein veritables Bierland geworden, zeigte Gabriela Gerber, Diplom-Biersommelière, auf. Früher habe man eine Stange verlangt, heute frage der emanzipierte Biertrinker, was es denn für ein Bier sei. Verändert und vergrössert hat sich aber nicht nur die Bierlandschaft Schweiz, sondern auch das Team rund um die Drei Tannen Brauerei. Aufgrund von unterschiedlichen Vorstellungen, was die Entwicklung der Brauerei betrifft, trennten sich im Frühling die Wege der beiden Gründer Luc Nünlist und Johan Gass. Seit Oktober stehen nun der britische Bierbrauer Thomas Eldridge begleitet vom Praktikanten Fernando Pardo in der Brauküche. Dies seien auch die einzigen Personen, die für ihre Tätigkeit Lohn erhielten, zeigt Nünlist die andere Seite von Kleinbierbrauereien auf. Bei allen anderen Helfern, die Social Media-, Aufbau- und Ausschankarbeiten an Messen übernehmen, handle es sich um Freunde und Familienmitglieder, die die Arbeiten mehrheitlich ehrenamtlich erledigen würden, so Nünlist dankbar. Trotz des personellen Wechsels soll das Angebot auch in Zukunft vielfältig bleiben. Dies beweisen die kürzlich gebrauten Safran- und Kürbis-Biere. Diese Woche soll ausserdem erstmals ein Cider ausgeschenkt werden. «Die fünf Silber-Auszeichnungen für alle Biersorten des «Swiss Beer Award» stimmen mich zuversichtlich und sind eine Bestätigung für die geleistete Arbeit. Ausserdem ist es ein Dankeschön an das ganze Team», so Nünlist.

www.dreitannenbier.ch

 

 

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