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10.01.2018

«Ich arbeite gerne»

Susanne Schaffner hat auch als Regierungsrätin alte Traditionen, wie das Café am Samstag im Restaurant pure, beibehalten. (Bild: mim)

Susanne Schaffner hat auch als Regierungsrätin alte Traditionen, wie das Café am Samstag im Restaurant pure, beibehalten. (Bild: mim)

Susanne Schaffner Die Oltner Regierungsrätin Susanne Schaffner wirft einen Blick zurück auf ein intensives Jahr, erklärt, wieso ihr die linke Stadtseite fremder geworden ist und erzählt von aktuellen und anstehenden Geschäften.

Mirjam Meier

Das vergangene Jahr in drei Worten zu beschreiben sei unmöglich, so Regierungsrätin Susanne Schaffner und fügt an: «Ich konnte mich Ende des Jahres kaum noch an Einzelheiten erinnern, so viel passierte in den zwölf intensiven und ferienfreien Monaten.» Nachdem der Jahresbeginn durch die Wahlen dominiert wurde, gab es für die Anwältin, die seit 1998 mit zwei Partnern eine Anwaltskanzlei in Olten führte, vor ihrem Amtsantritt im August noch viel zu erledigen. «Nach
20 Jahren veränderte sich nicht nur mein Arbeitsort, sondern auch mein Beruf. Ich musste teilweise jahrelangen Klienten einen Wechsel schmackhaft machen», erzählt Schaffner. Dies sei nicht immer einfach gewesen. «Ich bin jemand, der gut abschalten und die Arbeit nach Verlassen des Büros vergessen kann.» Bei ihrer Geschäftsaufgabe gelang ihr dies nicht immer. «Meine Klienten waren mir wichtig und ich machte mir Gedanken, wie die schwierigen Fälle weiterver- laufen würden», erläutert die 55-Jährige. Inzwischen hat Schaffner diesen Abschnitt hinter sich gelassen. «Wenn ich einstige Arbeitskollegen sehe, dann fehlen mir die Menschen, aber während meiner Arbeit in Solothurn vermisse ich sie nicht. Das sind wie zwei Welten», erzählt die dossier- feste Politikerin, die für ihre direkte Art und ihr hartes Verhandeln bekannt ist.

«Die linke Stadtseite ist mir fremd geworden»

Am 23. April wurde Susanne Schaffner zur Regierungsrätin gewählt und übernahm am 31. Juli von ihrem Vorgänger und SP-Kollegen Peter Gomm den Schlüssel zum Departement des Innern. «Ich bin im August voller Energie gestartet», erzählt Schaffner lachend. Diese grosse Motivation ist noch unverändert spürbar. Vielleicht liegt dies daran, dass Schaffner das Departement des Innern und somit die Ämter Gesundheit, soziale Sicherheit, Migration, Justizvollzug und die Polizei unter sich hat und damit bei vielen ihrer Kernthemen Einfluss nehmen kann. Ob sich ihr Blick auf Olten seit ihrem Amtsantritt als Regierungsrätin verändert hat? «Eigentlich nicht, die Leute suchen nach wie vor das Gespräch mit mir, was ich sehr schätze und man trifft sich auch heute noch traditionell nach dem Einkaufen am Samstag im Restaurant pure in Olten», erzählt Schaffner und fügt nach kurzem Überlegen an: «Das Einzige was ich feststelle, seit ich in Solothurn arbeite, ist, dass mir die linke Stadtseite fremder geworden ist. Ich wohne auf der rechten Stadtseite, fahre mit dem Zug nach Solothurn, kaufe im Quartier ein und habe deshalb kaum einen Grund die Seite zu wechseln. Dies war anders, als ich mein Anwaltsbüro noch an der Dornacherstrasse hatte.»

Einfluss nehmen

In der kurzen Zeit, in welcher Schaffner nun als Regierungsrätin tätig ist, konnte sie bereits auf das eine oder andere Geschäft Einfluss nehmen. Dies verblüfft deshalb, weil sie mit dem Departement des Inneren einen riesigen Apparat übernommen hat. «Als Anwältin war ich es gewohnt, mich schnell in Dossiers einzulesen und zudem gehören viele Bereiche zu meinen Kernthemen. Dies hat mir sicherlich bei der schnellen Einarbeitung geholfen. Ausserdem habe ich gute Amtschefs sowie eine gute Amtschefin, die mir die wichtigsten Themen für meinen Einstieg zusammengestellt haben», zeigt Schaffner auf. Um die vielen Mitarbeiter persönlich kennenzulernen, organisierte die Regierungsrätin Café-Runden. Ende Jahr verschaffte sie sich einen Eindruck von der Polizei und begleitete unter anderem eine Nachtpatrouille. Einwirken konnte die 55-Jährige auch bei der Revision des Gesundheitsgesetzes. Schwieriger war der Start im Bereich Integration. Das Erfassen der Sprachförderung sei eine Gemeindeaufgabe, die jedoch vom Kanton unterstützt werde. «Es war nicht einfach, die Gelder fürs 2018 gesprochen zu erhalten, damit die wichtigen Integrationsprogramme weitergeführt werden können», so Schaffner.

Balance mit etwas Humor

Auch im kommenden Jahr stehen viele Projekte in den verschiedenen Ämtern an, wie die Verabschiedung des Gesundheitsgesetzes, die Neuorganisation des Asylwesens und ein vergrössertes Angebot an finanzierbaren Kitaplätzen, bei dem man noch auf eine Bundes- verordnung warte. Bei einigen Themen wolle sie sogleich im eigenen Haus prüfen, ob der Kanton Solothurn ein vorbildlicher Arbeitgeber sei. «Eines der wichtigsten Projekte für die Gesamt- regierung ist jedoch die Umsetzung der Unternehmenssteuerreform, bei der ich hoffe, dass eine vernünftige und für den Kanton Solothurn finanziell verträgliche Lösung gefunden wird.» Das hört sich nach langen Arbeitstagen an, wie schafft die Regierungsrätin die Balance? «Ich arbeite wie zuvor als Anwältin viel, daneben halte ich mich mit Bewegung und gesunder Ernährung fit. Abschalten kann ich gut bei Sport und Musik. Zudem hilft es immer wieder zu lachen», so Schaffner. «Im Herbst wanderte ich über drei Pässe. Ich kann mich somit auch gut ohne den Job beschäftigten», schmunzelt Schaffner und fügt an: «Aber ich arbeite auch gerne.»

www.susanne-schaffner-hess.ch

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