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04.07.2018

Elfen-Wald im Schlosshof

Regisseurin Käthi Vögeli und Musiker Fabian Capaldi entführen im August ins Land der Elfen. (Bild: mim)

Regisseurin Käthi Vögeli und Musiker Fabian Capaldi entführen im August ins Land der Elfen. (Bild: mim)

SchlossSpiele Falkenstein Vom 9. August bis 1. September verwandelt sich der Schlosshof Falkenstein Niedergösgen in einen Elfenwald. Wir haben eine Probe der neuen Inszenierung von Shakespeare’s «Sommernachtstraum» besucht und mit Regisseurin Käthi Vögeli und Musiker Fabian Capaldi über ihre Zusammenarbeit gesprochen.

Mirjam Meier

Rund 40 Amateurschauspielerinnen und -schauspieler in grünen und leuchtend violetten Elfen-Kostümen gleiten und kriechen über den Hofplatz von Schloss Falkenstein in Nieder-gösgen. «Lauter sprechen», ruft Käthi Vögeli. Die Oltner Theaterschaffende und Regisseurin zeigt sich
zum zweiten Mal im Auftrag des Vereins Schlossspiele Falkenstein für die Regie, Dramaturgie
und das Bühnenkonzept des Freilichttheaters verantwortlich und setzt dabei auf ihr bewährtes künstlerisches Team. Allen voran der Lostorfer Saxofonist Fabian Capaldi, der bereits im Jahr 2016 bei der Inszenierung von «Romeo und Julia» mitgewirkt hat. «Auch unter den Amateur- darstellern sind viele bekannte Gesichter zu finden», freut sich Vögeli. Ebenfalls wieder mit
dabei ist die Choreografin Malou Meyenhofer, welche die Feenwelt zum Tanzen bringt.

Bereichernde Zusammenarbeit

Am vergangenen Montagabend fand ein Durchlauf des Stücks «Sommernachtstraum» statt -
eine wichtige Zwischenstandortbestimmung für das künstlerische Team. «Dabei raufe ich mir die Haare, wenn einige Szenen nicht funktionieren oder bin begeistert, wenn etwas einfach gelingt», erzählt Vögeli lachend. Auch für Fabian Capaldi, der alle musikalischen Elemente vom Sound- teppich bis zu sphärischen Musikstücken geschaffen hat, ist der Durchgang gerade wegen den zeitlichen Abläufen und der Wirkung der Musik sehr wichtig. Um passende Melodien zu kreieren hat Capaldi das Drehbuch gelesen und gemeinsam mit Käthi Vögeli einen Plan erarbeitet, wann musikalische Einsätze sinnvoll sind. Eine aufwändige, aber auch spannende sowie sehr bereichernde Zusammenarbeit, wie die beiden finden. Die Inszenierung hat das Duo jedoch schon einige Nächte sommernachtsträumend wach gehalten. «Ich habe Fabian erstmals an der Turmrede anlässlich der Oltner Kabarett-Tage gehört, als er gemeinsam mit dem Gitarristen André Kunz im Duo auftrat und ihn schliesslich für ein Mitwirken beim Freilichttheater 2016 angefragt», erinnert sich Käthi Vögeli zurück. Der 34-jährige Lostorfer seinerseits, der bereits mit Musik-Grössen wie Amy Macdonald, Gloria Estefan, Pepe Lienhard, Polo Hofer und vielen mehr auf der Bühne stand, meint lachend: «Etwas erstaunt hielt ich fest, dass ich doch Saxofonist und kein Theatermann sei.» Schauspielern musste er dann auch nicht, aber ein längeres Saxofon-Solo stand sowohl bei der ersten Freilichttheater-Inszenierung wie auch beim «Sommernachtstraum» auf der Wunschliste der Regisseurin.

Komödie mit einiger Tragik

Nach «Romeo und Julia» nimmt sich Käthi Vögeli mit «Sommernachtstraum» noch einmal einem Shakespeare-Klassiker an. «Seine Stücke sind umwerfend und noch heute aktuell. Nicht umsonst werden Shakespeare’s Werke seit über 400 Jahren aufgeführt», kommt Vögeli ins Schwärmen, die im vergangenen Jahr den Anerkennungspreis der Stadt Olten erhalten hat. Wiederum haben Adi Blum und Ueli Blum die Texte je nach Rolle und Gesellschaftsschicht in schweizerdeutsche Verse oder Prosa übersetzt. Dabei galt es Shakespeare’s rhythmische Sprache in die neue Fassung zu transportieren. Das Bühnenbild nutzt den Schlosshof, angereichert mit schlichten Bühnenzeichen. «Weinrote Bänder stellen den Elfenwald dar, der bei Shakespeare als Symbol für die Irrungen und Wirrungen des Lebens stehen», erklärt Vögeli. Natürlich geht es bei Shakespeare’s Klassiker neben dem Streit zwischen Oberon und Titania vor allem um die Liebe. Daneben werden aber hochaktuell auch Themen wie Naturkatastrophen und der Klimawandel thematisiert. «Obwohl es sich beim Sommernachtstraum um eine Komödie handelt, enthält sie nebst Witz auch viel Tragik», erklärt Vögeli und kündigt schmunzelnd eine siebenminütige Probe-Pause an.

Schlossspiele Falkenstein: «Sommernachtstraum» von William Shakespeare
9. August bis 1. September
Freichlichttheater im Schlosshof in Niedergösgen
Vorverkauf: Webseite oder Gemeindeverwaltung Niedergösgen: T 062 858 70 50

www.schlossspiele-falkenstein.ch

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