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21.11.2018

Seit 25 Jahren schlägt ihr Herz im gleichen Rhythmus

Pure Spielfreude gibt es bei RhythmTalk auch noch nach 25 Jahren (v.l.): Ruedi Maurer, Noby Lehmann und Christoph Blattner. (Bild: ZVG)

Pure Spielfreude gibt es bei RhythmTalk auch noch nach 25 Jahren (v.l.): Ruedi Maurer, Noby Lehmann und Christoph Blattner. (Bild: ZVG)

RhythmTalk Ihren 25. Geburtstag feiert das Trio «RhythmTalk» mit einem Jubiläums-Konzert am Samstag, 1. Dezember um 20 Uhr in der Schützi in Olten. Wir haben mit Noby Lehmann über alte Zeiten, die musikalische Entwicklung und ihr Jubiläums- konzert gesprochen.

Mirjam Meier

Auch nach Jahrzehnten ist Noby Lehmann noch immer Feuer und Flamme für die verschiedenen Rhythmus-Instrumente. «Ich könnte nicht Leben ohne das Trommeln und habe noch immer eher zu viele Ideen als zu wenige. Diese Begeisterung versuche ich auf meine Schüler zu übertragen», erzählt der 60-jährige Musiker, der vor 30 Jahren, nach seiner Ausbildung zum Schlagzeuger an der renommierten Drum-School Dante-Agostini in Paris eine Schweizer Niederlassung in Olten ins Auge fasste.

In Trance getrommelt

Da Lehmann offiziell noch in Paris wohnte, war er erstmals auf der Suche nach einem Übungs- raum. «Ich erhielt die Möglichkeit, das Übungslokal von Christoph Blattner mitzubenützen.» Die beiden verbrachten in der Folge viele Übungsstunden zusammen. «Ich erinnere mich an den Tag, an dem wir gemeinsam jammten und uns plötzlich in eine Art Trance trommelten», so Lehmann. Das Duo spielte schliesslich im Studio das erste Album «Inside Out» ein. «Es war für uns immer das Ziel auf der Bühne zu spielen und Emotionen zu transportieren.» Schnell wurde jedoch klar, dass die Spielbarkeit auf der Bühne in der Zweierformation schwierig umzusetzen war, weshalb schliesslich mit Ruedi Maurer, der sich Mitten im Studium zum Schlagzeuglehrer befand, der dritte Mann hinzukam. «RhythmTalk» war geboren.

Den Eindruck eines kompletten Ensembles vermitteln

Auf die Frage, wie sich die Musik während der vergangenen Jahrzehnte verändert habe, meint Lehmann: «Insbesondere die Technik hat sich verändert. Wir durchlebten den Wechsel von Vinyl zur CD, was nun auch bereits wieder vorbei ist. Die musikalischen Transportmittel wurden komplett andere.» Diese Entwicklung führe auch dazu, dass viele Leute kein Konzert mehr besuchen, sondern Musik nur noch via Youtube konsumieren würden. «Ein Flachbildschirm hat jedoch nicht die Tiefe einer Bühne und auch die Emotionen können nicht transportiert werden», so Lehmann. Zu hadern bringe aber nichts, man müsse diese Zeit als Herausforderung betrachten, meint der 60-jährige in seiner gewohnt gelassenen Art und fügt an: «Ich empfinde unsere generelle Entwicklung als Fluch und Segen zugleich.» Es sei wichtig wach zu bleiben und Veränderungen zu erkennen. Dabei sei seine Spielfreude noch immer dieselbe, sie werde sogar ständig grösser. «Heute haben gewisse Rhythmen mehr Energie als noch vor 45 Jahren und je länger ich etwas mache, umso mehr entdecke ich Formen, die es noch auszuprobieren gibt.» So hat Lehmann stets nach Möglichkeiten gesucht, wie mit den zwei Schlagzeugen und der Perkussion der Eindruck eines kompletten Ensembles vermittelt werden kann. Daneben zeigte sich das Trio offen für die Zusammenarbeit mit anderen Kunstrichtungen. «Wir spielen ab und zu in Galerien und versuchen dabei die dortige Stimmung aufzunehmen», erklärt der Musiker. Auf das erste Zusammenkommen mit dem amerikanischen «Mojalet Dance Collective» im Jahr 2007 anlässlich der Oltner Tanztage folgten in den vergangenen Jahren zahlreiche gemeinsame Auftritte und Amerika-Tourneen. «Entweder senden sie uns ihre Choreografie und wir komponieren dazu oder wir senden ihnen unsere Musik und sie choreografieren ein Tanzstück dazu», erzählt der Musiker von der befruchtenden Zusammenarbeit. Die Tourneen beschreibt Noby Lehmann rückblickend denn auch als Höhepunkte im 25-jährigen Schaffen von «RhythmTalk», die 2013 ihr fünftes Album veröffentlicht haben.

Feiern mit Freunden und Weggefährten

Am Samstag, 1. Dezember wird «RhythmTalk» mit Gastmusikern wie Beat Escher an der Violine, Roland «Phile» Philipp am Saxophon und Thomas Gröli am Keyboard sowie weiteren Über- raschungsmusikern auf der Bühne stehen. «Wir spielen einen Querschnitt aus unserer
25-jährigen Schaffenszeit, teilweise begleitet von langjährigen Freunden, Weggefährten und selbstverständlich ist auch der Tanz mit dabei», freut sich Lehmann und fügt an: «Mit Escher und Philipp habe ich begonnen Musik zu machen und sie hätten «RhythmTalk» auch stets unterstützt, wenn wieder einmal eine Melodie nötig wurde. Mit «Phile» spielte ich vor 30 Jahren am Montreux Jazz Festival», schwelgt Lehmann schmunzelnd in Erinnerung. Angesprochen auf das musikalische Wirken in Olten meint er: «Es ist zwar nicht mehr das Olten von früher, doch trotzdem gibt es hier noch viele Orte, an denen Musiker auftreten können und eine gewisse Wertschätzung erfahren, was für mich auch eine Art Rechtfertigung ist, um als Lehrer noch Schüler auszubilden.»

Konzert von «RhythmTalk»
Sa., 1.12., 20 Uhr, Schützi Olten

www.rhythmtalk.ch

 

 

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