09.07.2014

«Ohne Leidenschaft läuft nichts»

Bäuerin Monika Grob in ihrem Hofladen in Lostorf: «Ich schätze den Kontakt und den regen Austausch mit unserer Kundschaft.» vwe)

Bäuerin Monika Grob in ihrem Hofladen in Lostorf: «Ich schätze den Kontakt und den regen Austausch mit unserer Kundschaft.» vwe)

Monika Grob führt seit bald 25 Jahren gemeinsam mit ihrem Ehemann ihren landwirtschaftlichen Betrieb in Winznau. Ohne die Liebe zum Beruf würde sie den harten Bauernalltag nicht meistern.

Viviane Weber

Die Grobs sind mit ihrem Gemüseangebot an jedem Wochenmarkt in Olten anzutreffen und haben sich ein Stammklientel aufgebaut. Seit bald 25 Jahren führen die beiden ihren landwirtschaftlichen Betrieb, der sich mit Unterstützung des Sohnes auf Gemüseanbau und Kälberwirtschaft spezialisiert hat.

Berufswunsch: Nicht Bäuerin

Dieser Werdegang war für Monika Grob jedoch keineswegs von Anfang an klar. «Obwohl ich als Bauernkind in Lostorf aufgewachsen bin, wollte ich nie in die Fussstapfen meiner Eltern treten.» Stattdessen entschied sie sich nach ihrer Schulzeit für das damals übliche Welschlandjahr. Das erlernte Französisch benötige sie jedoch nur noch ab und zu in ihrem seit vier Jahren bestehenden Hofladen, in dem die Bauernfamilie drei Tage pro Woche frisches Gemüse an den Mann bringt. Doch wie so oft kam im Leben doch alles anders, als geplant. «Nach meinem Aufenthalt im Welschen und dem anschliessenden Besuch der Hauswirtschaftsschule heiratete ich bereits mit 21 Jahren meinen Schulschatz, dessen Eltern unseren heutigen Hof betrieben», beschreibt die 55-Jährige lachend ihren Schritt in die Landwirtschaft.

«Die Liebe zum Beruf ist notwendig»

Mittlerweile kann sich Grob jedoch keinen anderen Beruf mehr vorstellen. «Klar, wir kommen nicht viel von zu Hause weg. Das letzte Mal in Auslandsferien war ich in Teenagertagen», gibt die Bäuerin zu. Auch ein Flugzeug habe sie noch nie von innen gesehen. «Bauern ist eben ein Fulltime-Job, da gibt es keine klaren Arbeitszeiten oder freie Tage.» Die Liebe zum Beruf entschädige sie jedoch für Entbehrungen solcher Art. «Ich finde es unglaublich faszinierend, das Gedeihen der Pflanzen und Tiere zu beobachten und so den Ertrag seiner Arbeit Tag für Tag vor Augen geführt zu bekommen.» Denn Arbeit fällt auf einem landwirtschaftlichen Betrieb immer genügend an. Die Grob’s pflanzen nämlich nicht nur eine enorme Spannbreite an Früchten und Gemüsen an, sondern betreuen über zwanzig Irish Dexter-Mutterkühe mit ihren Kälbern. Um diese verschiedenen Aufgaben täglich meistern zu können, helfen auf dem Hof das ganze Jahr über Gastarbeiter aus Polen mit. Die Sprachbarriere sei jeweils schnell überwunden und die Zusammenarbeit funktioniere trotz der kulturellen Unterschiede meist einwandfrei. «Die Arbeitskraftbeschaffung wurde durch die Personenfreizügigkeit verbessert. Wie es in Zukunft mit den neuen gesetzlichen Richtlinien weitergeht, werden wir sehen.»

Generationenbetrieb

Seit 2010 ist der älteste Sohn der Familie Mitinhaber und das Ehepaar steuert darauf zu, ihm den Hof in ein paar Jahren ganz zu übergeben. «Dank Roman’s Ausbildung als Gemüsegärtner kann er viel von seinem Wissen für den Hof einsetzen. Er bringt frischen Wind in den Betrieb», erklärt Monika Grob. Selbstverständlich kommt es in so einem Familienbetrieb auch einmal zu Reibereien und Meinungsverschiedenheiten. Doch durch die gemeinsame Arbeit entsteht auch ein inniges Familienverhältnis. «Bis vor gut zwei Jahren half sogar noch die Mutter meines Mannes tatkräftig mit. Somit waren drei Generationen am Kirschenpflücken», erzählt sie schmunzelnd. Ob die nächste Generation, die noch in den Kinderschuhen steckt, ebenfalls vom Landwirtschaftsfieber angesteckt wird, steht jedoch noch in den Sternen. «Druck werden wir bestimmt keinen auf sie ausüben. Denn für den Bauernberuf muss man sich aus Leidenschaft und ganz bewusst entscheiden, sonst funktioniert es nicht», stellt die Bäuerin klar.

Richtige «Märtfrau»

Nebst dem Landwirtschaftlichen schätzt Monika Grob auch den täglichen Kontakt zu ihren Kunden. «Sowohl in unserem Hofladen als auch auf dem Markt trifft man immer wieder bekannte Gesichter und lernt seine Kundschaft immer besser kennen.» Dies habe schon zu langjährigen Bekanntschaften geführt. Trotz aller positiven Punkte träumt Monika Grob davon, einmal länger weggehen zu können. «Bis jetzt konnten wir uns noch nie länger als vier Tage Ferien gönnen. Eine einwöchige Reise ins Ausland wäre für die Zukunft ein Ziel», schliesst Monika Grob ab, inmitten ihres Gemüsesortiments im Hofladen in Lostorf sitzend.

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