15.04.2015

Nachdenkliche Musik ohne Schublade

Die Natur Skandinaviens dient ihr als Inspirationsquelle: Pianistin und Sängerin Adina Friis. (Bild: Tobi Epp Foto)

Die Natur Skandinaviens dient ihr als Inspirationsquelle: Pianistin und Sängerin Adina Friis. (Bild: Tobi Epp Foto)

Adina Friis Die dänisch-schweizerische Sängerin und Pianistin meistert täglich den Spagat zwischen ihren zwei Kulturen. Dies nicht nur aufgrund ihres aktuellen Wohnortes in Kopenhagen, sondern auch in ihrem - Musikprojekt «Luumu», - welches sie am Freitag, - 17. April dem Oltner Publikum präsentiert.

Viviane Weber

Vor allem die Natur, die Wälder und Seen, aber auch die kreative Kunst- und Kulturlandschaft in skandinavischen Ländern hätten es ihr angetan. Zahlreiche Ideen für Kompositionen seien während ihren mehrwöchigen Reisen durch Norwegen, Schweden, Dänemark sowie das Lappland entstanden. «Daher entschied ich mich im vergangenen Sommer, mein Masterstudium im Fach «Music Performance und Komposition» in Kopenhagen zu absolvieren», erklärt die26-Jährige. Aufgrund ihres Musikprojektes «Luumu», mit welchem sie aktuell auf Tour ist, pendelt AdinaFriis jedoch regelmässig zwischenDänemark, dem Heimatland ihresVaters, und der Schweiz hin und her.

Keine Schubladisierung möglich

Aufgewachsen ist Friis im solothurnischen Dorf Langendorf, wo sie bereits mit vier Jahren ihre ersten Klavierversuche tätigte. «Professionellen Klavierunterricht nahm ich jedoch erst ab 14 Jahren und fing darauf an, in verschiedenen Bands und Projekten mitzuwirken», so die Solothurnerin. Vor allem während ihres Studiums an der Jazz-Schule Luzern, welches sie 2014 im Hauptfach Piano abschloss, hatte sie stets den Drang, sich musikalisch neu erfinden zu müssen. «In der Musik kann man sich ständig verbessern und weiterentwickeln.» Trotz der Ausbildung auf Jazz-Musik legt sich Friis in ihren Projekten nicht auf eine Richtung fest. «In meiner Jugendzeit habe ich in den unterschiedlichsten Bands von Punk bis Balkan gespielt. So lässt sich auch mein aktuelles Musikprojekt «Luumu» nur schwer in eine Schublade stecken.»

«Ich bin äusserst selbstironisch»

Denn die Musikstücke von «Luumu», welche letzten Frühling auf dem Debütalbum «The Eye Of The Clown Behind The Spyglass» erschienen, sind jedes für sich ein kleines Eigenwerk und jedes einzelne präsentiert eine andere Facette der Musikerin. So erinnern die Lieder mal an französische Filmmusik à la «Die fabelhafte Welt der Amélie», mal an polnische Tanzmusik, um dann mit impressionistischen sowie jazzigen Elementen zu spielen. Jedoch schwingt bei allen Kompositionen ein Stückchen skandinavische Folkmusik mit, die sich auch in Friis ganz eigener, speziellen Gesangsstimme finden lässt. «Ich wollte bewusst, dass man sich auf jedes Stück wieder neu einlassen muss und es auf sich wirken lässt. Über ein Label bzw. eine Benennung für meinen Musikstil machte ich mir keine grossen Gedanken», so die Pianistin und fügt an: «Ausserdem war es mir wichtig, den verschiedenen Instrumenten anhand von Solis genügend Spielraum einzuräumen. Dort kommt meine improvisationsliebende Seite zum Vorschein, die vom Jazz her rührt.» Auch die Songtexte von «Luumu» sind sehr differenziert gehalten. So scheinen die einen eine ehrliche und tiefschürfende Selbstreflexion zu sein; andere wiederum hinterfragen die Welt und Gesellschaft um uns herum. «Einige meiner Texte besitzen auch ironische Züge. Ich bin eigentlich sowieso sehr selbstironisch, auch wenn mir viele sagen, dass ich so adrett und ernst wirke», lacht die 26-Jährige keck und fügt an: «Auch der Name «Luumu», welcher ja auf finnisch Pflaume bedeutet, zeigt diese Seite von mir.»

Vom Clown beobachtet

Nicht nur die Benennung des Musikprojektes, sondern auch des 2014 erschienenen Debütalbums «The Eye Of The Clown Behind The Spyglass» lässt aufhorchen. «Die Idee ist, dass ein Clown unsere Welt aus einiger Entfernung, also mit einem Fernglas, beobachtet und die Vorgänge in ihr nicht verstehen kann. Trotzdem trägt er vor den Kulissen eine fröhliche Maske über seinem weinenden Gesicht», so die Künstlerin und fügt an: «Das Zirkuszelt und die Tränen auf dem Albumcover, welches ich mit einem tollen Grafiker namens «Grafiker mit Hund» kreiert habe, sollen dieses Thema ein wenig aufgreifen.» Aktuell präsentiert sie ihr «Pflaumen»-Projekt in der Schweiz mit Simon Iten am Kontrabass und Andreas Schelker als Drummer. «Allerdings ergänzen immer wieder diverse Gastmusiker unser Trio, wie beispielsweise der Gitarrist Martin Schenker bei unserem Auftritt am 17. April im Rahmen von «Next Stop Olten».» Überdies spielt sie «Luumu» für Auftritte in Dänemark, wie beispielsweise am Jazz-Festival Kopenhagen, mit ortsansässigen Musikern. «Durch das Arrangieren mit den unterschiedlichen Bandmitgliedern setze ich mich jedes Mal wieder neu mit meinen Liedern auseinander, was ich als sehr wertvoll empfinde.» So dürfen die Oltner gespannt sein und sich von Adina Friis am Freitag, 17. April im Caveau du Sommelier in unterschiedlichste Welten entführen lassen.

Konzert Adina Friis und Band, Next Stop Olten 

Caveau, Fr. 17. April, 20.30 Uhr

 

 

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