Ohne Freiwilligenarbeit geht es nicht

Gemäss dem ehrenamtlich tätigen Vorstandsmitglied Gaby Denzler (M.) ist für den Betrieb im Cultibo sowohl Freiwilligen-, als auch die professionelle Arbeit durch Zentrumsleiter Christoph Wüthrich und Praktikantin Leila El Hachimi nötig. (Bild: mim)

Gemäss dem ehrenamtlich tätigen Vorstandsmitglied Gaby Denzler (M.) ist für den Betrieb im Cultibo sowohl Freiwilligen-, als auch die professionelle Arbeit durch Zentrumsleiter Christoph Wüthrich und Praktikantin Leila El Hachimi nötig. (Bild: mim)

Internationaler Tag der Freiwilligenarbeit Am Mittwoch, 5. Dezember wird der Tag der Freiwilligenarbeit begangen. Ohne diese wäre in der Stadt Olten vieles nicht möglich, wie auch das Gespräch mit dem Cultibo-Vorstandsmitglied Gaby Denzler zeigt.

Mirjam Meier

Freiwillige leisten gemäss der kantonalen Fachstelle Benevol Solothurn, schweizweit jedes Jahr rund 700 Millionen Stunden an unbezahlter Arbeit. Auch in der Stadt Olten ist vieles auf freiwilligem Engagement begründet, wie beispielsweise der 2-Stunden Lauf oder aktuell der kulturelle Adventskalender «23 Sternschnuppen». Auch Institutionen wie das Begegnungszentrum Cultibo oder das Schweizerische Rote Kreuz sind auf den Einsatz von ehrenamtlichen Personen angewiesen. Wie viele Personen in Olten unentgeltlich tätig sind kann die Fachstelle Benevol nicht beziffern, festzustellen sei jedoch eine Veränderung in der Freiwilligenarbeit. «Wir stellen die Tendenz fest, dass sich Personen vermehrt für kurze Einsätze melden, es jedoch zunehmend schwieriger wird, Freiwillige für langfristige Engagements zu gewinnen», erklärt Fabienne Besmer, stellvertretende Geschäftsleiterin der Benevol-Regionalstelle Solothurn.

Engagement für das Quartier

Ein durchaus langfristiges Engagement leistet Gaby Denzler in ihrer bisher siebenjährigen Vorstandstätigkeit für das Begegnungszentrum Cultibo. Bereits vor dessen Gründung setzte sich die seit 2003 im Bifang wohnende Oltnerin für ihr Quartier ein. «Ich lebe hier und fühle mich wohl, vielleicht auch deshalb, weil ich viele Leute kenne und das Miteinander eher einem Dorf entspricht», erzählt Denzler und fügt schmunzelnd an: «Wenn ich «in die Stadt gehe» meine ich damit die linke Aareseite.» Anlässlich der Gründung des Begegnungszentrums im Frühling 2012 wurde Denzler von Vereinspräsident Paul Dilitz für eine Mitarbeit im Cultibo Vorstand angefragt. Die Vizepräsidentin zeichnet für das Personal verantwortlich und ist in der Support-Gruppe mit dabei, die Zentrumsleiter Christoph Wüthrich im Betrieb unterstützt. «Die sieben Vorstands- und die vier Support-Gruppensitzungen im Jahr kann ich mir gut einteilen», winkt Denzler angesprochen auf den Aufwand ab. Ausserdem sei sie in der Supportgruppe lediglich ein Bindeglied und selten an der Front im Einsatz. Wie viele Stunden jedoch gesamthaft bei ihrem freiwilligen Engagement zusammenkommen, weiss die zweifache Mutter nicht, variiere dies doch stark je nach Personalwechsel.

Freundschaften und das Miteinander als Motivation

Mit dem Lesen von Dossiers und Führen von Bewerbungsgesprächen ist es jedoch nicht getan. Jährlich kommt der Kuchenverkauf am Vögeligartenfest hinzu und zwei Mal im Jahr führt Denzler gemeinsam mit rund zehn anderen Frauen eine Kleider-börse im Begegnungszentrum Cultibo durch. «Als meine Kinder noch jünger waren, habe ich teilweise am Freitag im Cultibo gekocht und war insgesamt stärker involviert», erzählt Denzler bescheiden, die das vielseitige Angebot an Veranstaltungen im Cultibo schätzt, das wiederum die unterschiedlichsten Leute anspricht. «Bei uns ist es möglich, sich auch nur während einer bestimmten Zeit mit seiner Idee zu engagieren», erklärt Denzler angesprochen auf die zunehmende Abneigung von Freiwilligen, sich länger zu verpflichten. «Das Cultibo lebt von Freiwilligen, die ihre Ideen einbringen und umsetzen. Trotzdem geht es nicht ohne eine Person, welche die Fäden in den Händen hält», weiss Denzler. «Der Vorstand setzt sich aus tollen Leuten zusammen, die gemeinsam das Cultibo voranbringen möchten und einander tragen. In den vergangenen Jahren sind deshalb auch Freundschaften und ein schönes Miteinander entstanden. Zudem macht es mich Stolz, wenn ich sehe, was wir bisher mit dem Begegnungszentrum bewirkt haben», antwortet Denzler auf die Frage nach ihrer Motivation.

Freiwilligenarbeit als Ergänzung

Gaby Denzler ist in einem 60%-Pensum beim Schweizerischen Blinden- und Sehbehinderten- verband in Bern im Personalwesen tätig. «Ich habe auch im Beruf durch die Sektionen, die von ehrenamtlichen Personen geführt werden, viel mit freiwilligem Engagement zu tun. Wie wichtig ist Wertschätzung in der Freiwilligenarbeit? «Ich finde Wertschätzung sehr wichtig, habe jedoch auch das Gefühl, dass der Rahmen unseres Vorstands ein anderer ist als beispielsweise die ehren- amtliche Durchführung eines Anlasses im Cultibo. Bei Letzterem finde ich die Vermittlung von Wertschätzung in einem Gespräch essenziell», so die 45-Jährige und fügt schmunzelnd an: «Wir im Vorstand haben ja einander.» Sowieso misst Denzler persönlichen Beziehungen in der Freiwilligenarbeit eine grosse Bedeutung bei. Neben ihrem Engagement im Cultibo steht die Oltnerin an den Kabarett Tagen zwei bis drei Abende ehrenamtlich hinter der Bar in der Schützi.

Gründe zum Feiern

Der Tag der Freiwilligen und der Freiwilligenarbeit wurde 1985 von der UNO mit dem Ziel ins Leben gerufen, die Anerkennung von freiwilligem und ehrenamtlichem Engagement zu fördern. Der Tag wird am Mittwoch, 5. Dezember mit einer Verteilaktion von Benevol Solothurn gewürdigt. Von 8 bis 11 Uhr werden zum Dank Schöggeli und Postkarten in der ganzen Stadt Olten verteilt. «Dies, um Ehrenamtlichen unsere Wertschätzung entgegenzubringen. So haben beispielsweise auch Gemeinden einen nicht zu unterschätzenden Nutzen von diesem grossen Engagement. Freiwilligenarbeit ist denn auch ein Teil des sozialen Kapitals», hält Fabienne Besmer von Benevol Solothurn fest. Einen zusätzlichen Grund zum Feiern hat am Mittwoch der Trägerverein Cultibo, der den diesjährigen Sozialpreis des Kantons Solothurn gewonnen hat. Aus diesem Anlass lädt das Cultibo von 18 bis 21 Uhr ins Begegnungszentrum ein. Die Sozialpreis-Feier und der Dankes-Apéro mit Open-Air-Risotto, Dessert-Buffet und musikalischem Programm sind öffentlich und eine Anmeldung ist nicht nötig.

Tag der Freiwilligenarbeit
Mittwoch, 5. Dezember
Verteilaktion Stadt Olten: 8 bis 11 Uhr


Sozialpreis-Feier und Dankes-Apéro
Mittwoch, 5. Dezember, 18 bis 21 Uhr
Begegnungszentrum Cultibo
Aarauerstrasse 72, Olten

www.cultibo.ch

 

 

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