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21.07.2021

Fast kein Tag ohne Sport

Roland Giger über den Dächern von Olten. Noch heute vergeht kaum ein Tag, an dem der ehemalige Turnlehrer und Rektor der Schulen Olten keinen Sport treibt. (Bild: Denise Donatsch)

Roland Giger über den Dächern von Olten. Noch heute vergeht kaum ein Tag, an dem der ehemalige Turnlehrer und Rektor der Schulen Olten keinen Sport treibt. (Bild: Denise Donatsch)

Was macht eigentlich? Seit über zehn Jahren geniesst Roland Giger mittlerweile seinen Ruhestand, dies jedoch äusserst aktiv. So sitzt der ehemalige Kantilehrer und Rektor der Schulen Olten noch heute bei jeder Gelegenheit auf seinem Rennrad oder schwingt den Golfschläger.

Von: Denise Donatsch

Sport und Bildung lagen Roland Giger schon immer am Herzen. 1945 geboren und in Olten aufgewachsen, trieb er von Jugend an viel Sport und hält bis heute noch immer den kantonalen Rekord im Hürdenlauf über 400 Meter. Nach der Primarschule, die er bis zur vierten Klasse im Bifangschulhaus in Olten absolvierte, sowie nach der Bezirksschule im Frohheim entschied er sich damals dazu, das Lehrerseminar zu besuchen. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Oberseminars in Solothurn folgten zwei Jahre als Primarlehrer in Grenchen. In dieser Lebensphase wurde Giger klar, dass ihn der nächste Schritt seines beruflichen Weges an die Universität Basel führen würde, um dort Sport und Geografie zu studieren.

Mit Lizenziat und höherem Fachpatent in der Tasche trat er 1971 schliesslich eine Stelle als Turn- und Geografielehrer an der Kantonsschule Olten an und blieb dem Hardwald bis ins Jahr 1999 treu. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge legte er dort nach 28 Jahren schliesslich seine geliebte Tätigkeit als Lehrer nieder, um in Zukunft als Rektor der Schulen Olten zu fungieren. So schloss Giger seine berufliche Karriere 2010 nicht als Lehrperson ab, aber dennoch in einem eng mit der Schule verbundenen Amt.

«Ich war mein Leben lang in der Schule», resümiert der aktive Mann. Die aktuellen Entwicklungen an Primarschulen bereiten ihm allerdings Sorgen. «Früher stand das Vermitteln von Wissen an oberster Stelle.» Heute müsse die Institution zunehmend Funktionen übernehmen, die eigentlich die Gesellschaft leisten sollte, womit das Lernen und Leisten mehr und mehr in den Hintergrund trete. «Das ist der grosse Wandel, den ich heute feststelle.»

Zwischen Golfplatz und Juraketten

Fernab von seiner schulischen Vergangenheit frönt der dreifache Grossvater nach wie vor leidenschaftlich gerne dem Sport. «Bei mir vergeht auch heute fast kein Tag, an dem ich nicht Sport treibe.» So ist er des Öfteren im Golfclub Heidental in Stüsslingen anzutreffen, wo er seinem Wettkampfgeist freien Lauf lassen kann. Aber auch körperlich sucht der mittlerweile 76-Jährige noch immer eine Herausforderung und schwingt sich regelmässig auf sein Rennvelo. «In diesem Jahr habe ich wegen des vielen Regens noch keine 1000 Kilometer absolvieren können, was Anfang Juli normalerweise längst der Fall wäre.»

Mit der Männerriege der Gemeinde Lostorf, wo Giger viele Jahre lebte, bevor er mit seiner Frau wieder nach Olten zog, absolvierte er im Corona-Frühling 2021 diverse Kurzwanderungen. Mit der Männerriege Wangen bei Olten gab es mehr Kilometer zu leisten. Der Verein wanderte im vergangenen Jahr von Wangen bei Olten bis nach Wangen Schwyz. «Wandern ist eine wunderbare Gelegenheit, um näher an die Landschaft heranzukommen.» Und als Geograf könne er klar sagen, dass wir in einer wunderschönen Gegend leben. «Erst wenn man eine Region erwandert, lernt man sie richtig kennen.»

Einmal um die ganze Welt

Zwei Erlebnisse aus seiner Zeit als Pensionär sind Giger besonders fest im Gedächtnis haften geblieben. Eines davon war alles andere als erfreulich. «Ende 2019 litt ich an einer Lähmung eines Gehirnnervs.» Fast fünf Monate konnte er sein linkes Auge nicht mehr öffnen. «Für mich als Mensch mit starkem Freiheitsdrang war das eine harte Zäsur.» Umso dankbarer ist Giger, dass die Lähmung ausheilen konnte. «Wenn ich am Morgen aufwache und meinen Tagesplan umsetzen kann, dann bin ich glücklich.»

In die erste Hälfte des Jahres 2019 fällt das andere Erlebnis, welches sich aber als durch und durch positiv erwies. «Als Geografielehrer hatte ich den Traum, mit einem Schiff um den Globus zu reisen.» Von Januar bis Anfang Mai 2019 war es dann so weit: Das Ehepaar Giger bereiste vier Monate lang die Weltmeere. «Noch heute zehren wir von den vielfältigen Eindrücken und Erlebnissen, und das weckt immer wieder neue Reisegelüste.»

Aber auch das Soziale geht in Gigers Leben nicht vergessen. Als Mitglied des Rotary-Clubs Gösgen-Niederamt unterstützt er im Rahmen des Rotary-Projekts «ROKJ.ch» armutsbetroffene Familien. «9 Prozent der Schweizer Familien fallen unter den Armutsbegriff.» Um diesen Kindern wenigsten ein bisschen Chancengleichheit zu ermöglichen, beteiligt sich ROKJ.ch an den Kosten von Ausbildungsmodulen, unter anderem im Sport, beim Musikunterricht oder bei Lagern für von Armut betroffenen Kindern. Denn Gigers Herz schlägt bis heute für eine gelingende Integration und die Bildung von Kids.

 

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