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27.07.2022

Hinter der Ladentheke ist sie glücklich

Céline Koller hat bei ihrer Arbeit als Kioskverkäuferin schon einiges erlebt. Hier steht sie im Laden in Trimbach. (Bild: ZVG)

Céline Koller hat bei ihrer Arbeit als Kioskverkäuferin schon einiges erlebt. Hier steht sie im Laden in Trimbach. (Bild: ZVG)

Im Gespräch Früher im Caritas-Markt tätig, steht Céline Koller heute in drei verschiedenen Kiosken hinter der Ladentheke. Von unterhaltsamen Stammkunden bis zu ausgeraubten Snackautomaten: Für sie ist kein Tag gleich.

Von: Cyrill Pürro

Céline Koller steht unter dem allseits bekannten, hellblauen Schild mit dem markanten roten «K» vor dem weissen Wort «Kiosk». An ihrem freien Tag trägt sie ein schwarzes T-Shirt, welches mit «Sörchle Gugge Trimbach» angeschrieben ist. Die leidenschaftliche Fasnächtlerin ist seit 2018 in der Gugge dabei und wirkt mit der Posaune musikalisch mit. Eine musikalische Ader hat die 23-Jährige auf jeden Fall, denn in ihrer Kindheit sang sie lange im Solothurner Mädchenchor mit – und der Cousin ihrer Mutter sei bei der Band Gotthard dabei. Vor fünf Jahren durfte sie nach einem Konzert der Band sogar in den V.I.P.-Bereich, um ihre musikalischen Idole zu treffen.

Nicht nur in Solothurn ist Koller verwurzelt. In ihrer Freizeit fant sie auch für den FC Basel und war schon mehrmals im «Joggeli», um ihre Lieblingsfussballer in Rot-Blau auf dem Feld zu sehen. Michael Lang und Taulant Xhaka sind ihre Favoriten.

Für den Verkauf geboren

Nach Olten zog es sie aus beruflichen Gründen. Hier absolvierte die heute in Trimbach Wohnhafte ihre zweijährige Ausbildung zur Detailhandelsassistentin – genauer im ehemaligen Caritas-Markt, der Anfang 2021 geschlossen wurde. 2017 schloss sie die Lehre ab und machte anschliessend ein Praktikum in einem Detailhandelsgeschäft in Trimbach. Dann war Koller ein halbes Jahr auf Arbeitssuche, bevor sie nach einer Schnupperrunde im Kiosk im Sälipark ein Stellenangebot erhalten hat. Seitdem kümmert sich die Detailhandelsassistentin um die Bedürfnisse der Kundschaft in drei Kiosken, zwei in Olten und einen in Trimbach. Festangestellt ist sie aber nur im Kiosk neben der Post in Trimbach. In den anderen hilft sie aus, wenn Bedarf besteht. Manchmal sind ihre Einsätze an den einzelnen Standorten spontan. Vor kurzem sprang Koller für eine Mitarbeiterin ein – obwohl sie eigentlich gerade in den Ferien war. Dafür reiste sie extra von ihrem Urlaub in Neuenburg zurück nach Olten und ging dann am Feierabend wieder nach Neuenburg, um die Auszeit fortzusetzen. «Es war für mich nie ein Problem, flexibel sein zu müssen», sagt die Fussballbegeisterte dazu.

Auch ihr Partner, der damals mit ihr zusammen im Urlaub war, hat sich Kollers Flexibilität angepasst. Spontane Arbeitseinsätze seien vor allem in den Ferienzeiten gang und gäbe. Mitten in ihren geplanten Ferien oder auch mal an einem Sonntag im Kiosk hinter der Theke zu stehen macht der leidenschaftlichen Verkäuferin nichts aus. Im Gegenteil: Voller Energie und Erzähllust schildert sie, wie sie zum Beruf gekommen ist, die viele nur als «Fliessbandhüter» abtun würden.

Schon als Kind habe sie beim Einkaufen die Produkte umhergeschoben und studiert, welches Produkt wie präsentiert werden könnte. Dies immer auf Kosten der Nerven ihrer Mutter, wie sie lachend sagt. «Als es dann in der neunten Klasse darum ging, sich für eine Lehre zu entscheiden, wusste ich: Ich will in den Verkauf», schildert die in Solothurn Aufgewachsene. So fand sie im ehemaligen Caritas-Markt in Olten einen Ausbildungsplatz. Die Arbeit im Vergleich zur damaligen Stelle unterscheide sich ziemlich von der jetzigen im Kiosk. «Der Caritas-Markt war vor allem für Menschen da, die am Existenzminimum lebten. Im Kiosk hingegen treffe ich auf alle möglichen Menschen», sagt die Verkäuferin dazu.

Jeden Tag die unterschiedlichsten Menschen zu bedienen sei enorm spannend, benötige gleichzeitig aber auch viel Feingefühl. «Wenn ich mal nicht gut gelaunt bin, ist es meine Aufgabe, immer freundlich zu wirken und hilfsbereit zu sein», erklärt Koller. Das Auftreten als Verkäuferin sei also enorm wichtig – und vor allem die Ruhe zu bewahren, wenn es mit einer Kundin oder einem Kunden eine Meinungsverschiedenheit gibt. «Das kam bis jetzt aber nur einmal vor», sagt Koller.

Die «Lieblings-Zigi» beim Kiosk holen

Ob sie auch schon Diebstähle miterlebt habe? Ja, selten käme das mal vor. Letztens seien bei einem Kiosk Glacés aus einer Truhe entwendet worden. Da die Filiale über keine Überwachungskameras verfügt, könne die Polizei keine Strafanzeige machen. Das ärgert Koller, mehr tun kann sie als Verkäuferin aber nicht. «Wenn du hinter der Theke beschäftigt bist und Leute bedienst, hast du bei grossem Ansturm keine Chance», erklärt sie. In Trimbach kam es sogar mal vor, dass beim Snackautomaten vor dem Kiosk die Scheibe eingeschlagen wurde und der Inhalt mitgenommen wurde. «Seither stellen wir nichts mehr vor dem Kiosk auf», ergänzt Koller.

Viel mehr bleiben ihr aber die schönen Erfahrungen in Erinnerung. Ein gemütlicher Schwatz mit der Stammkundin oder ein vergnügtes Lächeln des Mannes, von dem sie genau weiss, welche Zigarettenmarke er bevorzugt. «Da braucht es auch nicht viele Worte, wenn unsere Stammgäste vorbeikommen, um ihre Lieblingsglimmstängel zu kaufen.» Und das sei am frühen Morgen gar nicht mal so schlecht, wie Koller lachend anfügt. Es gibt ihr ein gutes Gefühl, wenn Kunden mit leeren Händen in den Laden spazieren, ihre «Lieblings-Zigi» holen und mit vollen Händen und zufriedenem Gesicht die Filiale wieder verlassen. «Ich bin glücklich, wenn die Kundin oder der Kunde nach dem Einkaufen ein Lächeln auf den Lippen hat und zufrieden ist. Das ist schlussendlich auch mein Job», sagt sie dazu.

Zurzeit plant Koller, dass sie eines Tages die dreijährige EFZ-Lehre an ihren Abschluss anhängt. Dieser Meilenstein lässt aber noch auf sich warten, da ihr das Geld für die Schulbücher aktuell noch fehle und sie das Vorhaben noch genau planen müsse. «Ich muss mir überlegen, in welchem Betrieb ich mich fortbilde und inwiefern eine Lehre in den einzelnen Betrieben möglich ist», erklärt sie. Klar ist aber: Olten und der Umgebung wird sie noch eine Weile treu bleiben.

 

...und ausserdem

Diese Person möchte ich gerne mal treffen

Eindeutig meine drei Lieblingsfussballer Xherdan Shaqiri sowie Michael Lang und Taulant Xhaka vom FC Basel. Gerade Xhaka ist schon so lange beim FC Basel dabei und dazu noch sehr engagiert. Das imponiert mir sehr.

So entspanne ich mich am besten

Am liebsten auf dem Balkon, in unserer Lounge oder auf dem Sofa, zusammen mit unserer Katze. Ein kühles Bier im Sommer darf da nicht fehlen. Oder natürlich an einem gemütlichen Anlass zusammen mit den Gugge-Gspänli.

Dieses Verhalten ärgert mich

Wenn Leute grundlos aggressiv oder respektlos sind. Egal ob im Kiosk oder im Privaten. Mir selber sind solche Begegnungen aber selten bis gar nie widerfahren.

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