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04.01.2023

Das Jassen lässt ihn einfach nicht los

Jassteppich und -karten sind stets griffbereit: Paul Dietschi verbringt seit Jahrzehnten viel Zeit am Jasstisch. (Bild: Achim Günter)

Jassteppich und -karten sind stets griffbereit: Paul Dietschi verbringt seit Jahrzehnten viel Zeit am Jasstisch. (Bild: Achim Günter)

Im Gespräch Jüngst wurde er zum ersten Jasskönig der Nordwestschweiz gekürt: Paul Dietschi aus Winznau. Dem Kartenspiel ist der 70-Jährige seit seiner Jugend verfallen.

Von: Achim Günter

Paul Dietschi lacht breit. Es ist der nonverbale Teil der Antwort auf die Frage, wie es sich so lebe als erster Jasskönig der Nordwestschweiz. «Ganz gut», fährt er fort. «Überraschenderweise werde ich überall darauf angesprochen. Seitdem es im ‹OT› publiziert worden ist, erreichen mich viele Gratulationen – auch von Leuten, die ich gar nicht kenne. Scheinbar fällt mein Konterfei auf.»

Besagter Erfolg liegt nun schon ein paar Wochen zurück. Anfang Dezember war es, als sich der 70-jährige pensionierte Bauingenieur aus Winznau im Restaurant Kreuz in Egerkingen im Finalturnier der von CH Media veranstalteten Jassmeisterschaft gegen 71 Mitjasserinnen und -jasser durchsetzte und sich die Krone aufsetzen lassen durfte. In Egerkingen trafen sich all jene aus den Kantonen Aargau, Solothurn und den beiden Basel, die sich zuvor bei fünf physisch stattfindenden und einem online abgehaltenen Qualifikationsturnier qualifiziert hatten. Jeweils die zwölf erfolgreichsten freuten sich über das Weiterkommen. Dietschi hatte sich die Teilnahme als Sechster in Boswil im Freiamt gesichert.

Perfekter Nachmittag in Egerkingen

In Egerkingen lief für ihn alles wie am Schnürchen. Er erinnert sich an einen «tollen Nachmittag». Er habe «gute Karten gehabt», fähige Partner zugelost erhalten und «selber auch gut gejasst». Diese drei Ingredienzien trugen ihm den Sieg ein. «Es muss alles zusammenpassen, sonst bleibt man chancenlos.» Gespielt wurde wie üblich an öffentlichen Jassturnieren ein normaler Schieber inklusive «Undenufe» und «Obenabe»; gewertet wurden alle Spielformen einfach, gewiesen werden konnte nicht. Nach den insgesamt 48 Jassrunden mit vier verschiedenen Partnern stand Dietschis Name zuoberst auf der Liste. «Ich freute mich riesig.»

Gross war auch die Freude seiner Frau, als er ihr nach der Rückkehr von seinem Erfolg berichtete. Hauptpreis ist nämlich eine Woche Ferien für zwei Personen in einem Wellness-Hotel im Berner Oberland. Dietschis wollen den Gutschein im Frühjahr einlösen.

Mitglied in einer Jassgruppe

Seit der Jugendzeit frönt der in Lostorf aufgewachsene Paul Dietschi dem Jassen. Zuerst in der Familie, dann mit Freunden und Kollegen, später im Turnverein. Seit ein paar Jahren besucht er zudem öffentliche Jassturniere wie etwa das Niederämter Seniorenjassen der Pro Senectute. Und bereits seit Anfang der 80er-Jahre ist er Teil eines kleinen Jassgrüppchens, das sich rund einmal monatlich an einem Montag trifft. Nach einem Abendessen wird während rund dreieinhalb Stunden «Coiffeur» gejasst – und zwar nicht nur um Ruhm und Ehre. Wer erfolgreicher jasst, muss weniger Geld ins gemeinsame Kässeli entrichten.

Pro Jassabend wird das Kässeli um ungefähr 150 Franken reicher. Mit der Zeit kommen so stattliche Summen zusammen. Wurde laut Dietschi zuerst «relativ lange einfach in die Kasse gejasst», stehen nun schon seit Jahrzehnten gemeinsame Ausflüge auf dem Programm. In der Regel einmal jährlich unternimmt das Männer-Quartett eine Reise. Am Anfang stand ein sechstägiger Trip nach Budapest zu Beginn der 90er-Jahre; damals waren auch die Partnerinnen mit dabei.

Es herrscht Ebbe im Kässeli

Später folgten Höhepunkte wie zum Beispiel der Besuch des Eröffnungsspiels England – Schweiz an der Fussball-EM 1996 in London oder drei Viertelfinalspiele live vor Ort bei der EM in Portugal 2004. 2022 unternahmen die vier Jasser sogar zwei Reisen: Einmal ging es an einen Motorradevent in Barcelona, einmal ins Südtirol an ein Motocross-Rennen. Im Kässeli herrscht deshalb nun Ebbe. Pläne für 2023 bestehen noch keine. Lachend sagt Dietschi: «Jetzt muss zuerst wieder Geld reinkommen.»

Jasstermine nehmen noch immer zu

Wenn Paul Dietschi nicht gerade irgendwo einen Jass klopft, bewegt er sich gerne. Er ist Mitglied im Turnverein Olten und in der Männerriege Winznau und wandert oft. Auch liest er aufmerksam Zeitung – und sei es nur, um irgendwo auf die Ausschreibung eines Jassturniers zu stossen. Trotz seiner 70 Jahre: Was das Jassen anbelangt, ist Dietschi eher am Auf- denn am Abbauen. Doch wenn hin und wieder ein Wellnessurlaub dabei herausspringt, hat seine Frau bestimmt nichts gegen die Jassleidenschaft ihres Gatten einzuwenden.

 

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