Im Gespräch
02.09.2020

Joggend gegen Littering

Der Plogging-Event hat mittlerweile regelmässige Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewonnen. (Bild: ZVG)
Berge voller Abfall türmen sich jeweils am Ende des Plogging-Events im Werkhof. (Bild: ZVG)

Der Plogging-Event hat mittlerweile regelmässige Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewonnen. (Bild: ZVG)

Der Plogging-Event hat mittlerweile regelmässige Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewonnen. (Bild: ZVG)
Berge voller Abfall türmen sich jeweils am Ende des Plogging-Events im Werkhof. (Bild: ZVG)

Berge voller Abfall türmen sich jeweils am Ende des Plogging-Events im Werkhof. (Bild: ZVG)

Werkhof Olten Am kommenden Samstag, 5. September heisst es anlässlich des Plogging-Events im Werkhof wieder: Joggend gutes für die Umwelt tun. Denn nach wie vor ist Littering ein Dauerthema im Werkhof.

Von: Mirjam Wetzstein

Nachdem der Bring- und Holtag im Frühling wegen Corona abgesagt werden musste, soll nun am kommenden Samstag, 5. September bereits zum dritten Mal der Oltner Plogging-Event über die Bühne gehen. «Anders als beim Bring- und Holtag können die Teilnehmenden am Plogging-Event die Abstände zueinander einhalten, da nach einer kurzen Orientierung ohnehin jeder für sich oder in seiner Gruppe im Freien unterwegs ist», erklärt Nicole Schumacher, die Bereichsleiterin Administration und Organisatorin der Plogging-Events. Neben den Abfallsäcken und Handschuhen wird der Werkhof die Adressen erfassen und falls gewünscht den Teilnehmenden Masken zur Verfügung stellen.

Joggend gutes für die Umwelt tun

Das Wort Plogging setzt sich zusammen aus dem Wort «plocka» (schwedisch für aufheben/pflücken) und Jogging und zeigt damit auch gleich die Tätigkeit auf. In den vergangenen zwei Jahren wurden durch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zahlreiche Abfallsäcke von den verschiedensten Oltner Ecken zusammengetragen. «Wir weisen im Vorfeld auf Hotspots, wie beispielsweise den Ländiweg, den Stadtpark oder auch den Vögeligarten hin», erklärt Werkhofleiter René Wernli. Wo schliesslich die Personen sammeln, ist jedoch ihnen selbst überlassen. Es müssen auch längst nicht alle joggen, zu walken oder zu spazieren sei ebenfalls möglich, betont Schumacher, die es sich als sportbegeisterte Person nicht nehmen lässt, selbst am Plogging-Event mitzulaufen. Neben allerlei Abfall wurde einiges Kurioses zusammengetragen. Im letzten Jahr haben die rund 40 Teilnehmenden ein bereits vor einiger Zeit eingegrabenes Portemonnaie einer neuseeländischen Frau gefunden, Autoscheinwerfer- und -kennzeichen aus Rumänien, Bilderrahmen mit den Fotos sowie Velos und Trottinettes. In diesem Jahr wird es wieder vier Stützpunkte geben, bei welchen die vollen Säcke deponiert und neue Säcke sowie Handschuhe und Getränke gefasst werden können. Besonders freut es Werkhofleiter René Wernli, dass auch jedes Jahr Kinder «mitploggen». «Sie sind sehr motiviert und freuen sich über das Zusammengetragene. Andererseits sind sie aber auch entsetzt darüber, was sie alles finden», erzählt Schumacher. «Ich kann noch so viele Bilder von mit Abfall übersäten Plätzen zeigen, das eigene Erleben macht die Erkenntnis viel wertvoller», weiss Wernli. Neben der Sensibilisierung hat der Plogging Event aber auch einen konkreten Mehrwert für den Werkhof. «Hinter den Büschen den Abfall zu beseitigen, dies können wir aufgrund der personellen Gegebenheiten nur sporadisch erledigen.»

Werkhof in Corona-Gezeiten

Natürlich gingen die vergangenen Monate auch am Werkhof nicht spurlos vorbei. «Neben den herkömmlichen Hygienemassnahmen haben wir eine Phase lang zeitversetzt gearbeitet und in manchen Abteilungen konnten Ferien und Überstunden abgebaut werden, da es zu Beginn des Lockdowns eine kurze Zeit auch im Werkhof etwas ruhiger gewesen ist», erzählt Wernli und fügt an: «Wir konnten kurzfristig sogar die Wochenendreinigung durch die Stadt und in den Parkanlagen zurückfahren, da kaum jemand unterwegs war.» Die ruhigere Zeit im Werkhof war jedoch nur von kurzer Dauer. «Viele Personen nutzten die teilweise gewonnene Zeit, um zu Hause zu entrümpeln, was schliesslich mit dem Zügeltermin zusammenfiel. Dies merkte die Abfuhr, aber auch wir vor Ort im Werkhof», so Wernli.

Littering - ein Dauerthema

Im Anschluss ans Entrümpeln, lockte das schöne Wetter wieder ins Freie, was uns zum Dauerbrenner Littering zurückkommen lässt. Dabei hält der Werkhofchef ein paar Punkte fest: «Wenn Stellen wie der Ländiweg und die Gäubahnbrücke ausgebaut werden, um mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen, wird dies auch automatisch mehr Reinigung und somit personelle Ressourcen für den Werkhof bedeuten.» Zudem werde immer wieder bemängelt, dass zu wenige Abfallkübel vorhanden seien. «Das ist schlichtweg nicht wahr», betont Wernli und zeigt ein Foto vom Ländiweg mit zahlreichen Exemplaren, wo der Abfall trotzdem danebenliegt. Ein weiterer Littering-Hotspot, der zu denken gibt, ist Ruppoldingen. Ein Bild von Mitte August zeigt rund zwanzig Abfallsäcke und zahlreichen Müll rund um den Abfallkübel. «Dabei muss festgehalten werden, dass es sich in Ruppoldingen nicht um einen gewöhnlichen Abfalleimer, sondern um einen 600 Liter umfassenden Behälter im Boden handelt», stellt Wernli klar. «Das sind Zustände, die vom Werkhof mit seinen neun Personen im Bereich Reinigung kaum mehr zu bewältigen sind.»

Neues aus dem Werkhof

Angesprochen auf die geplanten neuen Kehrichtsäcke meint der Werkhofchef: «Es ist noch nicht ganz klar, welche Farbe diese haben werden, wahrscheinlich gelb. Die bisherigen grauen Abfallsäcke behalten natürlich weiterhin ihre Gültigkeit», betont Wernli. Der neue Kehrichtsack, der voraussichtlich erst im nächsten Jahr erhältlich sein wird, besteht zu über 80 Prozent aus Recycling-Granulat. Neu sei ausserdem ein Entsorgungswagen, der letztes Jahr bestellt und nun im August geliefert wurde. Dabei handle es sich um ein halbelektrisches Entsorgungsfahrzeug. «Angetrieben mit Diesel funktioniert das Presswerk elektronisch», erklärt Wernli. Ebenfalls wurde ein neues vollelektronisches Fahrzeug für die Reinigung der öffentlichen WC Anlagen angeschafft. Damit versucht der Werkhof, stets umweltschonendere Arbeitsmittel einzusetzen. Geplant sei auch einen der grossen Entsorgungslastwagen auszuwechseln. «Die neuen Fahrzeuge werden immer grösser. Grösser werden aber auch die in den Strassen parkierten Fahrzeuge, was in manchen Quartierstrassen, wie im Schöngrund oder im Waldheim die Fahrer vor Herausforderungen stellt. Ausserdem setzen wir uns momentan mit Wasserstofffahrzeugen auseinander, die für uns die Zukunft bedeuten könnten», erklärt Wernli und verkündet abschliessend, dass die Mitarbeiter Ende Jahr mit neuen Arbeitskleidern ausgestattet werden, weil die bisherigen Modelle einiger Abteilungen nicht mehr erhältlich sind und um die Sichtbarkeit und Sicherheit zu erhöhen. «Der Werkhof trägt nicht mehr orange, wie beispielsweise auch die Bauarbeiter, sondern gelb-schwarz», schliesst der Werkhofchef René Wernli.

www.werkhof-olten.ch

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