Im Gespräch
04.11.2020

Die naturverbundene Fotografin

Die kreative Arbeit liegt der Oltnerin Anna-Lena Holm bereits seit Kindertagen im Blut. (Bild: ZVG)

Die kreative Arbeit liegt der Oltnerin Anna-Lena Holm bereits seit Kindertagen im Blut. (Bild: ZVG)

Anna-Lena Holm ist selbstständige Fotografin und interessiert sich insbesondere für Themen, wo sich Mensch und Natur treffen.

Von: Jenny Brupbacher

Anna-Lena Holm ist direkt am Waldrand in Trimbach aufgewachsen. Ihre Eltern, welche beide studierte Biologen sind, sowie ihr naturnahes Umfeld haben ihr Interesse zur Nachhaltigkeit sowie der Botanik geweckt. Als Kind liebte sie es, zu zeichnen und alle möglichen kreativen Dinge auszuprobieren. Bereits als Neunjährige hat sie analog fotografiert und die Fotografie entwickelte sich mit den Jahren zu ihrem grossen Hobby.

Der Weg zur Outdoorfotografie

Nach der Primarschule in Trimbach besuchte Holm die Kantonsschule in Olten. Bereits dort, als 16-Jährige, nahm sie erste Aufträge für Fotografien entgegen. So wurde ihr geliebtes Hobby schon früh zum Nebenberuf. Darauf folgten zwei Semester Jurastudium, die ihr bestätigten, die Fotografie hauptberuflich zu verfolgen. Sie absolvierte danach den künstlerischen Vorkurs an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und startete ein Fotografie-Studium in Hamburg, welches sie 2018 erfolgreich abschloss. Nachdem sie sich früher der klassischen Studiofotografie widmete, ist sie heute vor allem in der Outdoorfotografie tätig. Die natürliche Ästhetik draussen fasziniert sie. Sie liebt die Abwechslung und die vielen Eindrücke, die sie dank den vielfältigen Bereichen der Fotografie hat. Sie hat oft die Möglichkeit, hinter die Kulissen zu blicken und neue Leute kennen zu lernen. Sehr bereichernd sei es für sie, den Menschen eine Freude mit den Fotografien machen zu können.

Learning by doing

Mit der beruflichen Selbstständigkeit konnte Holm ihren Wunsch nach selbstbestimmtem Arbeiten erfüllen. «Learning by doing» hat sie weitergebracht und aus jedem Fehler konnte sie viel lernen. Sie ist sehr dankbar für die Leute, die bereits früh an sie geglaubt haben und Vertrauen in sie hatten. Besonders schwierig beim Einstieg in die Selbstständigkeit waren für sie die Selbstvermarktung und das Selbstbewusstsein, hinter den Preisen zu stehen.

Inspiration durch positive Art

Für Holm ist die Zusammenarbeit mit dem Ulmer Verlag, einem der grössten nachhaltigen Verlage in Deutschland, besonders interessant. Sie konnte unter anderem schon die Bücher «Wildkräuterküche» sowie «Zero Waste Kosmetik» für den Verlag bebildern. Auch bei diversen bekannten Firmen wie unter anderem Weleda oder dem Welt Vegan Magazin hatte sie bisher Aufträge. Beim Photostream in Olten hat sie über ihre Sichtweise zur Portraitfotografie in der Natur sowie über ihre Faszination von Mensch und Natur referiert. Sie versuche stets, dies auf eine ansprechende Art zu machen und die Leute auf positive Art und Weise zu einem achtsamen Umgang mit der Umwelt zu inspirieren.

Verbunden mit der Natur

«Das ultimative Ziel im Leben ist es doch, innere Ruhe und Verbundenheit zu finden. In meinen frühen Zwanzigern merkte ich, dass mir das alles noch fehlte. Ich sehnte mich insbesondere sehr nach einer tiefen Verbundenheit zur Natur, denn für mich fühlte es sich so an, als hätte ich diese verloren», erzählt die 27-Jährige. Diese Erkenntnis schürte zwar erst Unzufriedenheit, führte dann aber dazu, dass sich Holm intensiv damit beschäftigte. Sie merkte, dass viele Menschen dasselbe Bedürfnis haben. Sie machte sich also auf die Suche nach eigenen Wegen, um diese Verbindung wiederherzustellen und das hiess für sie auch, die Natur in den Alltag zu integrieren. Es sei zum Beispiel spannend zu lernen, welche Wildpflanzen wir nutzen und wie wir uns in der Natur verhalten können. So entschied sie sich, eine Ausbildung zur Wildkräuterpädagogin zu machen und sich für den Naturschutz zu engagieren. Holm ist klar, dass wir diesbezüglich dringend handeln müssen. Sie selbst versucht, ihren Lebensstil möglichst ressourcenschonend zu halten sowie ihre alltäglichen Entscheidungen dementsprechend zu treffen.

Zeit für neue Projekte

Dieses Jahr hat Holm aufgrund der aktuellen Situation etwas weniger Projekte als sonst. Durch die gewonnene Zeit kann sie ihr Business als Komplettpaket sowie die Buchhaltung verbessern und einen Onlineshop aufbauen. Für die Zukunft hat sie viele neue Ideen für freie Projekte. Sie möchte sich intensiver damit beschäftigen, ihre Erfahrungen und ihr Wissen über die Verbundenheit zur Natur weiterzugeben. Dafür sieht sie viele Wege, wie zum Beispiel Videos oder künstlerische Installationen in der Natur.

Work-Life-Balance

In absehbarer Zeit möchte Holm Wildkräuterwanderungen anbieten, welche den Leuten näherbringen, was um sie herum wächst und wie man Wildkräuter nutzen kann. Wissen weiterzugeben ist ihr wichtig, deshalb biete sie auch Coachings für Fotografen an. Ein grosses Thema für Holm ist zudem die Work-Life-Balance. Es sei wichtig, dass die Arbeit nicht überhandnehme, denn sie sei nicht das ganze Leben. Sie habe natürlich viel Freude daran und gerade dadurch sei es schwierig, die Balance zu finden. Privat möchte sie weiterhin ihr Wissen zur Botanik weiterentwickeln. Die Freude, neue Dinge zu lernen und weiterzugeben möchte sie unbedingt behalten.

 

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