Im Gespräch
25.11.2020

Von Australien in die Braui Winznau

Laila Fee Eleganti liebt das Abenteuer und die Herausforderung und möchte mal für eine richtig böse Rolle auf der Märlibühni Trimbach stehen. (Bild: Denise Donatsch)

Laila Fee Eleganti liebt das Abenteuer und die Herausforderung und möchte mal für eine richtig böse Rolle auf der Märlibühni Trimbach stehen. (Bild: Denise Donatsch)

Laila Fee Eleganti In den Worten Oscar Wildes «Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut wird dann ist es noch nicht das Ende» steckt für Laila Fee Eleganti viel Wahres. Mit dieser optimistischen Haltung und einem offenen Ohr für ihre Mitmenschen geht die junge Frau auch durch herausfordernde Zeiten.

Von: Denise Donatsch

Der verwinkelt gelegene Eingang zu Laila Elegantis Wohnung in Olten war nicht ganz einfach zu finden und schliesslich blieb nichts anderes übrig, als ihre Telefonnummer zu wählen und um Navigation zu bitten. Mit klaren Ansagen lotste die junge Frau schliesslich zur richtigen Hausnummer und ein paar Treppen hinauf zur Haustüre, hinter der sich eine hübsche, charmant eingerichtete Dachwohnung befindet.

«Zwischendurch fühle ich mich etwas einsam»

«Es war ein wunderbarer Sommer, trotz der Corona-Krise», bemerkt Eleganti gleich zu Beginn unserer Unterhaltung. Sie hätte viel Zeit mit ihren Freunden und ihrer Familie verbracht und überhaupt nichts vermisst – und das, obwohl sie von Herzen gerne reise. Die Zeit, die sie mit ihren Liebsten verbringen konnte, habe sie mehr als entschädigt für die ausgefallenen Trips in die Ferne. Aber jetzt, wo sich die Situation wieder verschärft habe, spüre sie schon eine Veränderung, gerade weil sie zum ersten Mal im Leben alleine wohne. «Zeit mit Menschen zu verbringen bedeutet mir wahnsinnig viel und die sozialen Kontakte fehlen mir enorm», so die 29-Jährige, die auch beruflich im sozialen Bereich tätig ist und als Sozialpädagogin arbeitet. Sie fühle sich deshalb zwischendurch etwas einsam, aber getreu ihrem Oscar-Wild-Motto ist sie davon überzeugt, dass bessere Zeiten kommen werden.

Am anderen Ende der Welt

Ihrem Fernweh konnte Eleganti glücklicherweise in der Vergangenheit bereits mehrfach nachgehen. «Ich liebe das Abenteuer und die Herausforderung», so die junge Frau, die sogleich von ihrem längeren Aufenthalt in Australien zu erzählen beginnt. «Mit 21 bin ich nach Australien gereist und länger geblieben als geplant», erzählt Eleganti, denn die herzliche Art und die ausgeprägte Gastfreundlichkeit der Australier hätten sie begeistert. «Eigentlich waren sechs Monate Aufenthalt geplant, am Schluss wurden acht Monate daraus», ergänzt die in Obergösgen aufgewachsene Frau schwärmend. Der Abschied von ihrer Familie vor diesem langen Trip ans andere Ende der Welt sei ihr aber nicht ganz leicht gefallen. «Zu wissen, dass ich nicht einfach kurz mal zu meinen Eltern rübergehen kann, bereitete mir anfänglich schon etwas Kummer.» Angst hätte sie zwar nie gehabt aber doch eine gute Portion Respekt vor der Ferne und auch vor der australischen Tierwelt. «Die Spinnen sind riesig und überall, auch in den Städten», berichtet Eleganti, die aber gleich darauf bemerkt, dass man sich mit der Zeit daran gewöhne. «Die Einheimischen gehen damit ganz locker um, es gehört zum Leben in Australien einfach dazu.» Einzig mit der australischen Spezialität «Vegemite», das laut Eleganti wie eine Mischung aus Maggie und Bouillon schmecke und jeder Australier mit auf Wanderungen nehme, konnte sie sich nicht anfreunden.

Lust auf eine richtig böse Rolle

Eine weitere Möglichkeit Elegantis, um den Alltag von Zeit zu Zeit hinter sich zu lassen, ist ihr Engagement bei der Märlibühni Trimbach. «Nächstes Jahr wäre mein 10-jähriges Jubiläum bei der Märlibühni gewesen», so Eleganti, «doch dieses Jahr fällt die Vorstellung Corona bedingt leider aus.» Normalerweise hätten die Proben für die diesjährigen Aufführungen bereits in den Herbst-ferien begonnen und es sei nun total komisch, dass diese nicht stattfinden würden. Das Stück, das für dieses Jahr vorgesehen war, wurde nun auf nächstes Jahr gelegt. «Die Rollen werden uns jeweils zugeteilt und bis jetzt hat es immer gepasst», so die Hobbyschauspielerin und fügt hinzu, dass ihre Lieblingsrolle bis jetzt die des Schneeweisschens gewesen sei. In den vergangenen Jahren habe sie meistens die Rolle der Prinzessin gespielt, was naheliegend sei, da sie zu den jüngeren Mitwirkenden gehöre und auch ihr Äusseres gut zu diesem Rollenprofil passen würde. Nichts desto trotz wünsche sie sich für die Zukunft auch einmal eine richtig böse Rolle übernehmen zu dürfen, zum Beispiel jene der Hexe. Der schönste Moment des gesamten Theaterspektakels sei für sie aber der Moment kurz vor dem Auftritt hinter dem Vorhang, wenn sie die freudig aufgeregten Kinderstimmen höre – dann sei ihre Nervosität jeweils wie weggeblasen.

Ein reines Frauen-Business

Und als scheine es mit der reisefreudigen Bühnenprinzessin nicht genug zu sein, packt die junge Frau eine weitere spannende Geschichte aus: sie hilft Bier brauen und zwar in der Braui 47 in Winznau. «Die Braui 47 ist ein reines Frauen-Business, das meine Tante und meine Mutter gemeinsam gegründet haben», erzählt Eleganti, die dort die Bar bedient und stolz ergänzt, dass sie es grossartig finde, dass es ihre Mutter mit über 50 Jahren noch gewagt habe, etwas Neues anzupacken. Sogar der Frauenverein Zürich habe die Braui für den Frauenstreik als Bierlieferantin be-auftragt und für diesen Anlass extra ein eigenes Logo gestaltet. «Das war für unsere Winznauer-Braui ganz hervorragende Werbung», so Eleganti und erwähnt zum Schluss des Gesprächs beschwingt, dass die Braui auch dieses Jahr einen ganz speziellen Advents-kalender im Angebot habe: 24 verschiedene naturtrübe Biersorten, um allen Bierliebhabern die Adventszeit zu verschönern.

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