Im Gespräch
19.12.2018

Ein Ballsport-Center für Olten

Wegen der Lärmemissionen würde das Ballsport-Center gleich wie das danebenliegende Eisstadion ausgerichtet sein. (Bild: ZVG)(v.l.) Initiant und Unternehmer Marc Thommen, Stadtpräsident Martin Wey, Initiant und Architekt Massimo Hauswirth und Initiant Memet Turan. (Bild: mim)Das Grossprojekt Ballsport-Center mit Aussenfläche und Hostel. (Bild: ZVG)Die Ballsporthalle mit insgesamt 42 x 24 Meter Spielfläche sowie eine Sitz- und Stehplatztribüne, die rund 2’000 Zuschauern Platz bietet. (Bild: ZVG)

Wegen der Lärmemissionen würde das Ballsport-Center gleich wie das danebenliegende Eisstadion ausgerichtet sein. (Bild: ZVG)

(v.l.) Initiant und Unternehmer Marc Thommen, Stadtpräsident Martin Wey, Initiant und Architekt Massimo Hauswirth und Initiant Memet Turan. (Bild: mim)

Das Grossprojekt Ballsport-Center mit Aussenfläche und Hostel. (Bild: ZVG)

Die Ballsporthalle mit insgesamt 42 x 24 Meter Spielfläche sowie eine Sitz- und Stehplatztribüne, die rund 2’000 Zuschauern Platz bietet. (Bild: ZVG)

Ballsport-Center Olten Vergangene Woche haben die Initianten des Ballsport-Centers Olten ihre Pläne an einer Medienkonferenz vorgestellt. Geplant ist neben dem Ball- sport-Center eine Aussenspielfläche sowie ein Hostel.

Mirjam Meier

Neben dem Eisstadion im Kleinholz in Olten ist eine Ballsporthalle mit insgesamt 42 x 24 Meter Spielfläche und eine Sitz- und Stehplatztribüne, die rund 2’000 Zuschauern Platz bieten soll, geplant. Für die Spielfläche ist ein poröser Glasboden angedacht, auf dem die Felder für die verschiedenen Sportarten mit LED-Licht eingeblendet werden können. Die Gebäudehülle, die wie auch die Eissporthalle aus lärmtechnischen Gründen von den Häusern an der Sportstrasse weggewandt gebaut werden soll, wird nach Minergie-Standard mit einer thermischen Solaranlage für die Produktion von Warmwasser sowie einer Photovoltaikanlage auf dem Dach ausgestattet. Vergangene Woche informierten die Initianten Marc Thommen, Massimo Hauswirth und Memet Turan über das gemäss Hochrechnung 33 Millionen Franken umfassende Grossprojekt. Das neue Ballsport-Center richte sich primär an den Kinder- und Jugendsport und sei geeignet für Indoor-Sportarten wie beispielsweise Futsal, Handball, Unihockey, Landhockey und auch Behinderten- sport. Die Investitionskosten für das «Jugendprojekt» sollen durch die sich noch in Gründung befindende Stiftung «Jugendförderung 3 Tannen» mit Stiftungskapital, Spenden, Privatkredite, Fremdkapital und Sportfonds-Beiträge sichergestellt werden. Angedacht sei auch ein nationales Leistungszentrum, das schliesslich vom Bundesamt für Sport (Baspo) unterstützt werden würde. Durch die Nutzung durch den Spitzensport könnte die Halle schliesslich quersubventioniert werden, so die Initianten. Ausserdem sollen Mieter und die breit gefächerte Nutzerschaft die Betriebskosten decken.

Footbonaut als Ziel

Die Ballsporthalle soll zudem einen Kraftraum, eine öffentliche Sauna mit Kaltbädern, eine Fitness- und Regenerationseinrichtung, eine 50-Meter-Sprintbahn, Räume zur Spielanalyse, ein Lounge- bereich sowie Büro-, Seminar- und Schulungsmöglichkeiten beinhalten. «Wenn die Finanzierung klappt, wäre es unser Ziel, einen Footbonauten einbauen zu lassen», erzählte Architekt und Unternehmer Marc Thommen. Ein Footbonaut ist ein Trainingsgerät für Fussballer, das auch im deutschen Hoffenheim verwendet wird. Auf dem Feld mit Kunstrasen werde unter anderem die Handlungsschnelligkeit, Passgenauigkeit, Interaktionsgeschwindigkeit und Interaktionsintelligenz mit ablenkenden Stadiongeräuschen trainiert, erklärte Memet Turan.

Aussenspielfläche

Hinter dem Ballsport-Center ist ein Aussenfeld mit einem von der FIFA zertifizierten Kunstrasen und einer Spielfläche von 105 x 68 Meter sowie einer Tribünenanlage mit 250 Sitz- und Stehplätzen vorgesehen. Sofern es die finanziellen Mittel zulassen wäre dafür eine flexible Überdachung vorgesehen.

Einstellhalle unter dem Rasenfeld

Die durch das Ballsport-Center, welches auf dem heutigen Parkplatz zu stehen kommen soll, wegfallenden Parkierungsmöglichkeiten werden mit einer Autoeinstellhalle aufgefangen. Insgesamt rund 300 bewirtschaftete Parkplätze sind vorgesehen. «Es wurden diesbezüglich bereits erste Gespräche mit dem umliegenden Gewerbe geführt», erklärte Architekt Massimo Hauswirth. So wird eine doppelte Nutzung - tagsüber durch das Gewerbe und am Abend von Besuchern eines Events - angestrebt.

Grosser Bedarf

Als drittes Teilprojekt soll vis-à-vis der aktuellen Motorfahrzeugkontrolle ein Hostel mit 28 Einzel- und Doppelzimmern für Sportler und Funktionäre zu stehen kommen. «Im Gespräch mit Verbänden haben wir festgestellt, dass der Bedarf an Übernachtungsmöglichkeiten, welche direkt neben dem Spielfeld liegen, gross ist», erklärte Marc Thommen. «Es handelt sich dabei um einfach gehaltene Zimmer, die keine Konkurrenz zum bestehenden Hotellerie-Angebot darstellen soll», betonte Memet Turan. Der Aarburger trainiert aktuell die U-15 des BSC Old Boys und ist mit seiner geplanten Academy für Fussballer als Mieter des Ballsportcenters vorgesehen.

Baustart im besten Fall im Jahr 2020

Als potenzielle Nutzer haben die Initianten sowohl städtische und regionale Sportvereine, nationale Verbände sowie Junioren-Fussball-Camps und den Behindertensport ins Auge gefasst. «Ich fand es eine verrückte aber auch unheimlich gute Idee», äusserte sich Stadtpräsident Martin Wey anlässlich der Pressekonferenz. Mit der Stadt Olten liegt ein Entwurf eines Baurechtsvertrages vor. Das Ganze müsse jedoch noch durchs Parlament und auch die Konditionen für die Vereine müssten noch definiert werden, hielt Wey fest. In einem nächsten Schritt sollen die Anwohner, möglich Partner und Kunden informiert werden. Auch die politische Diskussion und die Gründung der Stiftung stehen noch an. Im besten Fall könne somit ein Baustart im Herbst 2020 und eine Eröffnung im Spätsommer 2022 ins Auge gefasst werden, so die Initianten.

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