Im Gespräch
24.04.2019

Frank lädt zum Tanzabend in die Schützi

Zu einem gelungenen Tanzabend gehört ein stimmungsvolles Parkett. (Bild: ZVG)Gisa Frank. (Bild: Christian Glaus)

Zu einem gelungenen Tanzabend gehört ein stimmungsvolles Parkett. (Bild: ZVG)

Gisa Frank. (Bild: Christian Glaus)

frank-tanz Produktion Im Anschluss an die Generalversammlung von Tanz in Olten zeigt die «frank-tanz Produktion» am Sonntag, 28. April in der Oltner Schützi ihr Stück «Gemischte Beine - bewegte Gefühle» und macht damit Tanz in verschiedensten Formen mit Live-Musik erlebbar.

Mirjam Meier

Choreografin, Tanzperformerin und -pädagogin Gisa Frank ist spätestens seit letztem August in Olten keine Unbekannte mehr. Während mehreren Monaten reiste die im Thurgau aufgewachsene Wahl-Appenzellerin, zwischen Rehetobel und Olten hin und her und wohnte gar einige Tage pro Woche in der Dreitannenstadt. Grund dafür war das Theater 1918 zu 100 Jahren Landesstreik, das in den alten Hauptwerkstätten gezeigt wurde und bei dem Frank die Choreografie- sowie Bewegungsarbeit übernommen hatte.

Wiederkehrendes Thema

Am Sonntag, 28. April kehrt die Tanzperformerin nun anlässlich der 23. Generalversammlung von Tanz in Olten mit ihrem 15-köpfigen Ad hoc-Ensemble bestehend aus Profis und Amateuren im Alter von 24 bis 60 Jahren in die Eisenbahnerstadt zurück. Mit dabei sind auch ein paar Personen, die Frank während des Theaters 1918 kennegelernt hat. «Ich arbeite sehr gerne mit einer durchmischten Gruppe. Zudem inspiriert ein Stück das nächste und sorgt für einen roten Faden durch mein Schaffen», erklärt die 59-jährige Tanzschaffende erfreut. Ein wiederkehrendes Thema in ihren Arbeiten ist das Volkstümliche in Verbindung mit der Natur. «Ich bin im Appenzellerland zu Hause. Mich interessieren die Leute, die Landschaft als Bühne und die hiesigen Traditionen. In meiner künstlerischen Bewegungsarbeit möchte ich mich damit auseinandersetzen und suche nach zeitgenössischen Umsetzungen.» So widmete sich Frank beispielsweise 2005 im Stück «haufenweise» dem Thema Haar und setzte das Landschaftshaar, also das Gras in Szene. «Das Projekt verband Traditionelles aus der Landschaft, das Heuen, Wetzen, Mädlen und Schleifen mit dem «Zwischen-den-Menschen» und setzte das Sinn-Erlebnis vom Riechen in den Mittelpunkt», erzählt Frank.

Ein Stück über die tanzende Gesellschaft

Urchiges spielt auch im neusten Stück «Gemischte Beine - bewegte Gefühle» eine Rolle. «Es ist ein Stück über die tanzende Gesellschaft verschiedener Zeiten, Schichten und Stilrichtungen. Dabei gehen wir den folgenden Fragen und Themen auf den Grund: Wie viel gesellschaftlicher Druck zeigt sich im Tanz und wie viel Sehnsucht nach Individualität? Wir beleuchten Frauen und Männer im Tanz sowie die Gemeinschaft im Volkstanz. Zudem zeigen wir die Entwicklung vom Dorfplatz hin zur Disco auf.» Gisa Frank und ihr Ensemble haben teilweise unter Beratung von Fachpersonen die unterschiedlichsten Tänze unter die Lupe genommen: Vom höfischen Tanz über den süditalienischen Volkstanz Tarantella bis zum hawaiianischen Hula. «Wir versuchen, die Essenz des jeweiligen Tanzstiles zu spüren und diesen auf zeitgenössische Weise zu verdeutlichen. Dies kann auch mal skurril sein, wie beispielsweise beim Walzer, indem die Füsse scheinbar festgeklebt und die Knie weich zu sein scheinen.» Dabei gehe es aber keinesfalls um eine Wertung der Stile und ihren jeweiligen Regeln, betont Frank, die neben weiteren Lehrtätigkeiten an der Kantonsschule Trogen «TanzKunst» unterrichtet.

Begleitzeitung zum Stück

Die verschiedenen Tänze sind ein Spiegel der jeweiligen Gesellschaft. «Der wilde Walzer sorgte einst für eine kleinere Revolution und wurde eine gewisse Zeit verboten. Verbote führten jedoch meist zu einer Entwicklung von neuen Stilen», zeigt Frank auf. Das Studieren der verschiedenen Tanzstile und das Zusammentragen des Hintergrundwissens seien aufwändig und zeitintensiv gewesen. So besuchte Frank beispielsweise während ihres Artist in Residence-Aufenthalts des Kantons Appenzell Ausserrhoden die Ballhäuser in Berlin. Das zusammengetragene Wissen ist nun teilweise auch in der Begleitzeitung zum Stück zu finden. Sie enthält ein emotionales Wörterbuch zum Tanz in der Gesellschaft, dabei gibt es zu jedem Buchstaben eine kleine Geschichte zu lesen. Artikel über verschiedenen Tanzstile, Lokale, aber auch Entwicklungen wie die vom Paar- hin zum individuellen Tanz.

Stimmungsvoller Tanzabend mit Live-Musik

Der Tanzabend wird musikalisch durch die Kapelle bestehend aus vier Profi-Musikern begleitet. «Zuerst wollten wir einen Teil ab Band und den anderen Teil von den Musikern live gespielt haben. Doch aufgrund der tollen gegenseitigen Inspiration während den Proben spielt nun die Band während des ganzen Abends live», erzählt Frank begeistert. Dabei seien gewisse Songs erkennbar, die jedoch wie beim Tanz auch zeitgenössisch interpretiert wurden. An jeden Aufführungsort ist zusätzlich zur Kapelle ein Gastmusiker eingeladen, der eine Stunde vor Vorstellungsbeginn den Blitz-Tanzkurs für Interessierte eröffnet. In Olten wird dies die Starrkircher Saxofonistin Fabienne Hoerni übernehmen. Die Stimmung auf dem Parkett wird von den schachbrettähnlichen Quadraten auf der Tanzfläche und stimmungsvollen Leuchtgirlanden unterstützt. Nach der Vorstellung sind alle Interessierten zur Party eingeladen. «Niemand ist jedoch gezwungen das Tanzbein zu schwingen», betont Gisa Frank lächelnd und fügt an: «Ich möchte bei den Leuten die Lust am Tanzen wecken, der Abend soll anstecken, lebt von der Liebe zum Detail und von viel Schalk.»

Sonntag, 28. April
17 Uhr: 23. GV Tanz in Olten, Aare Riverview, Zielempgasse 10, Olten
18 Uhr: Tanzkurs, Schützi Olten
19 Uhr: Vorstellung «Gemischte Beine - bewegte Gefühle» mit anschliessender Party, Schützi Olten
Vorverkauf: www.eventfrog.ch

www.frank-tanz.ch

 

 

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