Im Gespräch
09.10.2019

Olten zwischen Buchdeckeln

«Erst wenn man etwas kennt, liebt man es», ist Stadtführerin Rosmarie Oswald überzeugt, deren Buch über Olten kürzlich erschienen ist. (Bild: mim)

«Erst wenn man etwas kennt, liebt man es», ist Stadtführerin Rosmarie Oswald überzeugt, deren Buch über Olten kürzlich erschienen ist. (Bild: mim)

Kürzlich ist das Buch «Olten einfach - einfach Olten» von Stadtführerin Rosmarie Oswald im Eigenverlag erschienen. Ein Fundus an Geschichten, die dem Leser Olten näher bringen sollen.

Mirjam Wetzstein

Alles habe 2006 mit einem Telefonat von Edith Neuenschwander begonnen, die damals mit ihrer Agentur den redaktionellen Inhalt des Stadtanzeigers verantwortete. «Sie fragte mich, ob ich In- teresse hätte, Artikel für den Stadtanzeiger über die Stadt Olten zu schreiben», erzählt Rosmarie Oswald. Selbst lange Zeit in Zürich wohnhaft, übernahm die 88-Jährige vor 21 Jahren ihr Eltern- haus in Starrkirch-Wil.

Die Stadtführerin mit roten Haaren

«Eine Nachbarin wies mich im Jahr 2003 auf das Inserat hin, dass Olten Tourismus nach Stadt- führerinnen und Stadtführern sucht», erzählt Oswald. «Ich habe bereits in Zürich anlässlich von Kongressen meines Mannes, einem Chemiker, für das «Ladyprogramm» Führungen durch die Stadt veranstaltet. Deshalb fand ich es eine schöne Gelegenheit, auch Olten auf diesem Weg besser kennenzulernen. Durch meine Eltern, die 40 Jahre in Olten lebten und im Gesangsverein, im Jassclub und bei den Stadtschützen aktiv waren, habe ich bereits viel mitbekommen», zeigt Oswald auf, die einst während zweier Jahre Kunstgeschichte studiert hat. «Wenn du etwas nicht kennst, kannst du dich auch nicht integrieren. Ich jedoch hatte schon immer die Fähigkeit schnell Wurzeln zu schlagen», erzählt Oswald, die sich schliesslich zahlreichen Lesestoff über Olten einverleibte. Insbesondere Alt-Stadtarchivar Martin Eduard Fischer und seine Bücher hätten ihr sowohl für ihre Führungen als auch die später verfassten Berichte sehr geholfen. «Ich redete stets, wie mir der Schnabel gewachsen ist», erzählt die Seniorin mit einem Lächeln. Während 16 Jahren hat die Stadtführerin mit den leuchtend roten Haaren auf zahlreichen Führungen, zuletzt mit Rollator, begeistert.

Mit offenen Augen durch die Stadt

Ihre Artikel erschienen schliesslich von 2006 bis 2008 im Stadtanzeiger Olten. «Es war nie meine Absicht historische Texte zu schreiben, vielmehr schrieb ich Geschichten mit historischen Fakten», so Oswald, die auch stets Vergleiche mit der Gegenwart und Denkvorgänge in ihre Artikel ein- fliessen liess. Nach einem Unterbruch wurde die Zusammenarbeit mit dem Stadtanzeiger Olten 2012 für zwei weitere Jahre wieder aufgenommen. «Ich erinnere mich, wie ich die Texte oftmals in unserem Ferienhaus in Frankreich geschrieben und sie an meine Stadtführerin-Kollegin Emma Anna Studer gefaxt habe, welche die Texte schliesslich an die Redaktion übermittelte», erzählt Oswald. Ihre langjährige Freundin sei es auch gewesen, die sie nun ermunterte ihre verschieden- artigen Artikel über Denkmäler, Oltner und Kunstwerke in einem Buch zu vereinen. Das kürzlich erschienene Buch «Olten einfach - einfach Olten» beinhaltet 39 Artikel über die alte Brücke und ihr Erbauer, die Oltner Badi, Josef Munzinger, die vier Figuren des verstorbenen Künstlers Peter Travaglini und den wahren König von Olten. «Erst wenn man etwas kennt, liebt man es», meint Oswald lächelnd und blättert durch ihr Werk. «Nun hoffe ich, dass meine Geschichten den Lesern Olten etwas näher bringen können und sie vielleicht mit offeneren Augen durch die Stadt spazie- ren.» Das Buch ist in der Buchhandlung Schreiber und bei Olten Tourismus erhältlich. Am Freitag, 29. November wird Rosmarie Oswald zudem im Lokal des Gemeinnützigen Frauenvereins aus ihrem Werk vorlesen.

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