Kolumne
18.08.2021

Mehr als Schnapsideen

Daniel Kissling, Kulturschaffender und Barkeeper. (Bild: M. Isler)

Daniel Kissling, Kulturschaffender und Barkeeper. (Bild: M. Isler)

Von: Daniel Kissling

Und was passiert jetzt mit Olten?» Diese Frage hör ich derzeit oft. Ein Luzerner Musiker stellt sie mir an einem Konzert in Zürich, eine Aargauer Sozialarbeiterin im Zug und ein alter Freund, selber in Olten aufgewachsen, aber schon lange woanders, schreibt mir: «Gibt es überhaupt noch Bars in Olten?»

Natürlich gibt es noch Bars in Olten. Beispielsweise die Vario Bar, davon hab ich mich erst kürzlich wieder selber überzeugt. Auch dort kam wieder die Frage, auch dort wurde bei Wein und Bier (Empfehlung: das lokale Iguana IPA) wieder diskutiert, wohin es in und mit Olten gehen soll.

Eigentlich ist das ganz im Sinne der Stadt. Ab Montag nämlich ist die Bevölkerung eingeladen, am Mitwirkungsverfahren zum Räumlichen Leitbild teilzunehmen, also mitzudiskutieren wie, wo und in welcher Weise sich Olten in den nächsten 25 Jahren entwickeln soll. Eine hübsche Website hat die Stadt dafür gebastelt, mit vielen Informationen, Hilfestellungen und einem Fragebogen drauf.

Reicht das? Reicht ein Fragebogen aus, um herauszufinden, was für eine Stadt wir Oltnerinnen und Oltner uns wünschen, welche Bedenken, welche Ideen? Und kommen damit wirklich alle zu Wort? Was ist zum Beispiel mit denen, die keine E-Mail-Adresse haben? Oder kein oder nur schlecht Deutsch sprechen?

Dass die Stadt wegen der Pandemie auf grosse Veranstaltungen verzichtet, ist nicht verkehrt. Dennoch würde hier mehr, muss mehr drinliegen. Mein Vorschlag: Ab in die Bars! Ab in die Restaurants und auf die Spielplätze, auf den Märet und in die Badi und ja, auch auf die Chelestäge. Wenn nicht persönlich, dann wenigstens in Form kreativer Flyer, die klar machen: Was mit Olten passiert, das entscheidest auch du!

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