Kolumne
07.09.2022

Schloss-Geschichten

Elie Peter, Kommunikationsverantwortlicher und Schriftsteller. (Bild: ZVG)

Elie Peter, Kommunikationsverantwortlicher und Schriftsteller. (Bild: ZVG)

Von: Elie Peter

Wenn ich mich weit aus dem Fenster lehne, sehe ich das Sälischlössli. Und wenn ich das Sälischlössli sehe, muss ich an ein anderes Schlösschen denken, das wir kürzlich im Urlaub in Holland entdeckt haben. Wir logierten auf einem Campingplatz nahe Utrecht. An einem trüben Tag empfahl unser Nachbar: «Besucht Schloss Doorn!»

Als wir in Doorn ankamen, war das Schloss geschlossen. Sowieso glich es eher einer Provinz-Villa… Wir spazierten im Garten herum. Ein Hase hoppelte aus dem Busch. Plötzlich standen wir vor einer Tafel. Die Geschichte darauf liess uns schaudern.

November 1918: Kurz vor Ende des Ersten Weltkriegs wird es für Kaiser Wilhelm II. in Deutschland zu gefährlich. Er setzt sich nach Holland ab. Für ein paar Wochen… Aus den Wochen werden Monate. Aus den Monaten Jahre. Eine Rückkehr nach Berlin? Revolutionäre würden Wilhelm sogleich ermorden. Also kauft er Schloss Doorn – und steckt seinen ganzen Frust ins… Holzhacken. Mit Beil und Säge zieht der Kaiser Tag für Tag in den Wald, fällt Bäume und zerhackt sie. Bis er 1941 verbittert im Exil stirbt.

Nun muss man sich vorstellen: 1914 war Kaiser Wilhelm der wohl mächtigste Mensch der Welt. Dann brach er – aus Langeweile und Grössenwahn – mit ein paar anderen Herrschern einen gigantischen Krieg vom Zaun. Dieser Krieg fegte ihn schliesslich selbst weg.

Die Moral von der Geschicht’? Vor sechs Monaten hat doch ein anderer Diktator aus ähnlichen Motiven einen Krieg begonnen… «Putin ist immer noch an der Macht», erwidern Sie. Stimmt, bei Kaiser Wilhelm dauerte es aber auch eine Weile.

«Papa, gehen wir aufs Sälischlössli?» Meine Kinder rufen. Wenn sie ans Sälischlössli denken, dann denken sie an keinen Kaiser und keinen Krieg – sondern an die feine Glacé, die es dort gibt. Auf geht’s!

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