Kolumne
22.05.2019

Der Tod und der Skilift

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Urs Bloch, Mediensprecher.

Urs Bloch

Was hat eine Bestattung mit Easy Jet zu tun? Mehr als man zunächst denkt, wie ein Artikel in der «Luzerner Zeitung» zeigte. In der Zentralschweiz gibt es ein Bestattungsinstitut, das die Buchung der eigenen Bestattung anbietet. Die Kremierung seiner selbst und den Transport der Urne kann man im Voraus online buchen und bezahlen. Damit nimmt man den Nachkommen dereinst Arbeit und Kosten ab. Unlängst gab es für das Angebot eine Werbekampagne verbunden mit einem Frühbucherrabatt von 10%, womit wir wieder bei Easy Jet wären. Die Reaktionen auf diesen merkantilen Umgang mit dem Tod waren – man ahnt es - geteilt. Während die einen kein Problem sahen, stiessen sich andere am frivolen Umgang mit dem Thema.
Der Tod ist eine Konstante im Leben aller Menschen, wie es kaum eine andere gibt. Obwohl jeder diesen Teil seiner eigenen Zukunft ständig mit sich herumträgt, ist er oft ein Tabu. Denn der Tod kommt einfach über uns, er betrifft unsere Zukunft in einer Weise, die wir kaum beeinflussen können. In vielen anderen Bereichen des Lebens sind Gedanken an die nahe und ferne Zukunft und die Gestaltung derselben hingegen sehr anregend, ja Motivation, um jeden Tag wieder aufzustehen. So dachte auch der Gemeinderat der Stadt Grenchen an die Zukunft und hat deshalb 295’000 Franken für den Ersatz des Kinderskilifts auf dem Grenchenberg gesprochen, dessen Gesamtkosten sich auf fast das Doppelte belaufen. Man staunt: In Zeiten steigender Schneefall- grenzen investieren die Grenchner grosszügig in den Wintersport. In Olten ist man weit davon entfernt, so viel Geld für solche Pläuschchen zu haben. Etwas könnte man von der Uhrenstadt aber zumindest lernen: Der Glaube an die Zukunft – es gäbe hier ja noch andere Themen als Skilifte.

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