Kolumne
05.06.2019

Besser sein

<em>Rhaban Straumann</em>, Schauspieler, Satiriker und Autor. (Bild: Anthony Troy).

Rhaban Straumann, Schauspieler, Satiriker und Autor. (Bild: Anthony Troy).

Rhaban Straumann

Es ist gut. Es ist gut, wenn eine Stadt Gewinn macht. Es ist gut, wenn Schulden abgebaut werden können. Es ist gut, wenn Menschen zufrieden sind. Es ist nicht gut, wenn gut genügt. Wenn ständig gespart wird, führt das offensichtlich zu Engpässen. Und Fehlern. Die Überbelastung geht zu Lasten der Visionen. Es leidet die Arbeit, es leiden die Angestellten, die Effizienz und Kommunikation. Wenn fortwährend mangelhaft kommuniziert wird, gerät das Vertrauen auf die schiefe Bahn. Ungeschickte oder zu grosszügig geschnürte Pakete wecken den Verdacht, da stecke Absicht dahinter, gar politisches Kalkül. Als ob man sich wünsche, dass Referenden ergriffen, Einsprachen gemacht und Investitionen verhindert werden. Ist das Vertrauen einmal auf Abwegen, wächst der Spardruck. Aus trotz darbenden Kapazitäten wird ein wegen. Noch mehr Opfer sind die Folge. Wenn die Jugendarbeit auf Eis liegt, geht viel unbezahlbare Zukunftsarbeit verloren. Wenn Bibliotheken keine Anschaffungen, Museen keine neuen Ausstellungen machen können, leidet nicht nur ihr Ruf. Investitionen auf der langen Bank bremsen Entwicklung und Fortschritt der Stadt. Wenn Infrastruktur leidet, freut das die Kosten. Stetes Sparen ist ein heikles Spiel mit der Motivation der Ehrenamtlichen. Lebens-qualität geht auf dünnem Eis. Viele fühlen sich durch die aktuelle Finanzlage, durch die jüngsten Zahlen der Stadt bestätigt. Mindestens genau so viele hingegen fühlen sich veräppelt. Es genügt nicht, wenn Menschen zufrieden sind. Zwingend ist ein starkes Miteinander von Stadtrat und Parlament, mehr gemeinsames Bauen an der Zukunft. Die Situation ist fern von hinreichend. Eine Stadt will besser sein.

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