Kolumne
24.07.2019

Kein Feuerwerk

<em>Irène Dietschi</em>, Journalistin. (Bild: Daniela Friedli)

Irène Dietschi, Journalistin. (Bild: Daniela Friedli)

Irène Dietschi

Punkt 23 Uhr starten die Feuerwehrmänner das Spektakel. Zaubern märchenhafte Sterne und Kometenschweife ins Schwarze, lassen aus dem Nichts die farbenprächtigsten Bouquets am Himmel erblühen. Begleitet von dramatischer Musik und den Aahs und Oohs der Zuschauer. Auch mein Gatte und ich staunen und applaudieren. Ein 14. Juillet, ein Nationalfeiertag ohne Höhenfeuer und Feuerwerk? Undenkbar im ländlichen Frankreich.

In Olten bekanntlich schon. In Olten hat der Stadtrat schon Mitte Juni entschieden, das Feuerwerk am 1. August zu streichen. «Mit Blick auf den dringend erforderlichen Klimaschutz», war in der Zeitung zu lesen. Olten ist schweizweit die erste Gemeinde, die eine solche Massnahme ergriffen hat, doch die Kritik an den pyrotechnischen Spektakeln nimmt zu. «Dabei ist der CO 2-Ausstoss von Feuerwerken marginal», sagt mein Gatte. Tatsächlich zeigt eine Studie des Bafu: Raketen und Vulkane produzieren zwar viel Feinstaub – aber kaum CO 2.

Sind also Feuerwerke die Sündenböcke der Klimabewegung, wie die Feuerwerkskünstler klagen? Oder kommt das Klimaargument einer Stadt wie Olten gerade recht, um diesen Finanzposten künftig einzusparen? Oder will man die Klimajugend mit einer Massnahme, die nicht wehtut, vorsorglich ruhigstellen? Oder geht es auch um Symbolik?

«Ich denke, so ein Feuerwerksverzicht macht schon Sinn», antworte ich meinem Gatten, «denn er ebnet vielleicht den Weg für wirklich Einschneidendes.» Solche konkreten Lösungen, 37 insgesamt, hat die Klimabewegung Olten Mitte Juni dem Stadtpräsidenten unterbreitet. Auf Martin Wey und sein Gremium wartet also viel Arbeit. Bis dahin stehen zum Glück noch ein paar Ferientage bevor – und ein knallbefreiter 1. August.

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