Kolumne
18.09.2019

Einfach laufen

<em>Urs Bloch</em>, Mediensprecher.

Urs Bloch, Mediensprecher.

Urs Bloch

Im Artikel ging es um eine Frage an einen Arzt, der als Extremsportler sehr lange Strecken läuft. Laufen ist im Trend, deshalb gibt es immer mehr Volksläufe und sie werden immer extremer. Gefragt sind Trails, auf denen Läuferinnen und Läufer über Stock und Stein nicht nur 100 Kilometer und mehr, sondern auch viele Höhenmeter zurücklegen. Der eingangs erwähnte Arzt legt solch grosse Distanzen meist für sich alleine zurück. Der Journalist fragte diesen Läufer also, was ihm denn durch den Kopf gehe, wenn er alleine während Stunden unzählige Kilometer abspule. «Nichts», antwortete der Läufer und das sei ja gerade das Schöne am Laufen. Es sei alles so klar. Es gibt einen Start, eine Strecke und ein Ziel. Gerade dieses Einfache gefalle ihm. Der Mann hat damit das Gegenprogramm zu unserer Welt skizziert, in der vieles immer komplizierter wird. Die steigende Zahl an Optionen macht das Leben angeblich besser, in der Realität aber wohl vor allem schwieriger. Es ist anstrengend, immer abwägen und entscheiden zu müssen. Beim Laufen braucht es nur einen einfachen Entscheid: loslaufen oder nicht.
Einfach war die Aufgabe auch am Samstag. Es galt, Runde um Runde zu absolvieren. Der 2-Stunden-Lauf findet schon seit über drei Jahrzehnten statt und ist ein fester Wert in Olten.
Die einen rennen, die anderen lassen sich im «Gryffe» den Weisswein einschenken. Sie haben den kleinen und grossen Läufern einen Beitrag pro Kilometer versprochen und sind nun für den Applaus zuständig. Dank den Läuferinnen und Läufern gibt es Geld für wohltätige Zwecke, dank den Zuschauenden wird der 2-Stunden-Lauf alljährlich zu einem stimmungsvollen Anlass. Nur der Muskelkater bleibt am Schluss den Läuferinnen und Läufern vorbehalten.

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