Kolumne
18.03.2020

Wenn das alles vorbei ist

Urs Bloch, Mediensprecher.

Urs Bloch, Mediensprecher.

Von: Urs Bloch

Werden wir mit leichtem Unbehagen die Masken zurückbringen, die wir in der Arztpraxis gestohlen haben, wenn das alles vorbei ist?

Werden wir die Kulturschaffenden unterstützen und wie jetzt versprochen ganz viele Anlässe besuchen, wenn das alles vorbei ist?

Werden wir gewahr, dass die Tage bereits sehr lang sind und die Natur kräftige Farben malt, wenn das alles vorbei ist?

Werden wir an diejenigen denken, die sich nichts so sehnlich wünschen, als dass endlich diese Ruhe einkehrt, die wir nun haben, die aber wirklich tief im Sumpf stecken?

Werden wir mit den Nachbarn statt eines Grillfests einen Ravioli-Plausch veranstalten, wenn das alles vorbei ist?

Werden wir uns ein bisschen schämen, wenn das alles vorbei ist, weil wir anfänglich gesagt haben, es trifft ja «nur» die Alten und die schwer Kranken?

Kaufen wir in Olten ein, um den lokalen Geschäften auf die Beine zu helfen, oder bestellen wir noch mehr online, weil wir uns daran gewöhnt haben, wenn das alles vorbei ist?

Hat das Wort «Zufriedenheit» eine neue Bedeutung erhalten, wenn das alles vorbei ist?

Haben wir zugenommen oder abgenommen, wenn das alles vorbei ist?

Hat das Wort «Verletzlichkeit» eine neue Bedeutung erhalten, wenn das alles vorbei ist?

Finden wir «home office» immer noch so toll, wenn das alles vorbei ist?

Freuen sich die Kinder auf die Schule, wenn das alles vorbei ist?

Wen nehmen wir zuerst in die Arme, wenn das alles vorbei ist?

Wie schnell füllt sich unsere Agenda wieder, wenn das alles vorbei ist?

Werden wir an den Oltner Kabaretttagen richtig befreit lachen, wenn das alles vorbei ist?

Wenn wir nur wüssten, wann das alles vorbei ist.

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