Genial zentral

Elie Peter, Kommunikationsverantwortlicher und Schriftsteller.
         
         
            
               (Bild: Remo Buess)
Elie Peter, Kommunikationsverantwortlicher und Schriftsteller. (Bild: Remo Buess)

Fast 20 Jahre lang habe ich in der Region Zürich gearbeitet. Morgens mit dem Zug hin – abends zurück. Wenn ich den Arbeitskollegen erzählte, ich wohne in Olten, lächelten sie mitleidig: «Das Nebelloch…» Um mich wieder aufzubauen, fügten sie häufig hinzu: «Dafür ist Olten perfekt zum Pendeln.»

Genau. Nur: Seit der Coronazeit haben wir das Homeoffice entdeckt. Wer einen Bürojob hat, bleibt gerne die Hälfte der Woche zuhause. So meldet die SBB: «Es gibt weniger Berufspendler, dafür hat der Freizeitverkehr zugenommen.»

Was bedeutet das für Olten? In der Marketing-Sprache ausgedrückt, ist Oltens USP (Unique Selling Proposition) – das Alleinstellungs-Merkmal oder der Mehrwert – nicht mehr die zentrale Lage zum Pendeln, sondern die zentrale Lage für Freizeitausflüge! Und solche Ausflüge unternehmen wir als Familie in diesen Frühlingswochen intensiv. Bei jedem Wetter, in alle Himmelsrichtungen.

Richtung Norden: Frankreich liegt so nah! Statt nach Colmar, das wie ein überdimensioniertes Museum anmutet, fahren wir nach Mulhouse. Das ist näher, authentischer – und perfekt für Schlemmen und Shopping.

Richtung Westen: Nicht nur wegen des Namens sind wir Fans der Petersinsel auf dem Bielersee. Schiff fahren, flanieren, eine Cervelat bräteln. Ein herrlicher Tagesausflug!

Richtung Süden: Wenn es regnerisch ist, suchen wir Unterschlupf im Berg – in den St.-Beatus-Höhlen am Thunersee. Die Tropfsteinhöhle ist ein Wunder, das Jung und Alt in den Bann schlägt.

Richtung Osten: Man muss nicht religiös sein, um die fabelhafte Barockkirche in Einsiedeln mit der schwarzen Madonna zu bestaunen. Danach locken Wanderwege für jeden Geschmack.

In Olten leben wir genial zentral. Welches sind Ihre Lieblingsziele? Ich wünsche Ihnen wundervolle Frühlingsreisen!

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