Ferienbeschäftigung für alle

Toni Käser sowie fünf weitere Helfer von der Modellfluggruppe Wangen bauten zusammen mit den Kindern hölzerne Flugzeuge aus einem Bausatz zusammen und liessen sie fliegen. (Bild: A. Strähl)Erste Taucherfahrungen sammelten die Kinder in der Badi. (Bild: A. Strähl)

Toni Käser sowie fünf weitere Helfer von der Modellfluggruppe Wangen bauten zusammen mit den Kindern hölzerne Flugzeuge aus einem Bausatz zusammen und liessen sie fliegen. (Bild: A. Strähl)

Erste Taucherfahrungen sammelten die Kinder in der Badi. (Bild: A. Strähl)

Gemeinnütziger Frauenverein Olten In den letzten Sommerferienwochen besuchten erneut 666 Kinder das Ferienpass-Angebot des Gemeinnützigen Frauenvereins Olten. Der Stadtanzeiger hat einen Augenschein genommen.

Alexis Strähl

Die Kinder im Zimmer des Vereins Pro Audito in Olten, wo das Ferienpass-Angebot «Geheim- sprache» durchgeführt wird, blicken unsicher zur Kursleiterin Monika Jeger, nachdem diese sagt «Peter ist…» und den Satz mit einer Gebärde beendet. «Alt?», rät ein Kind. «Ich zeige es noch einmal und spreche dazu stumm mit. Könnt ihr Lippenlesen?», fragt Jeger und macht die Gebärde ein zweites Mal. Nun schnellen mehrere Kinderhände in die Höhe. «Schwerhörig!» Im Kurs lernten die Kinder erste Gebärden und erfuhren, wie ein menschliches Ohr aufgebaut ist.

Angebot für alle

Der Kurs «Geheimsprache» war dieses Jahr eines von 183 Kursangeboten. Total waren 3’022 Kursplätze innerhalb der zwei letzten Sommerferienwochen zu vergeben, 666 Kinder hatten sich angemeldet. Für 113 Kurse wurde dieses Jahr eine Warteliste geführt, bei anderen Kursen blieben einige Plätze bis zuletzt leer. Das breite Angebot umfasse etwa Sportangebote, ein Besuch bei der Feuerwehr, Servieren in der Gastronomie oder das Herstellen von römischen Öllampen. Organisiert wird der Ferienpass für die Kinder und Jugendliche der Gemeinden Olten, Trimbach, Wangen, Hauenstein-Ifenthal, Starrkirch-Wil, Rickenbach, Boningen, Wisen, Winznau und Dulliken vom Gemeinnützigen Frauenverein Olten (GFVO). Neben dem Ferienpass engagiert sich der Verein auch in den Bereichen Kinderbetreuung, Mahlzeitendienst, Sport und Bewegung sowie für Senioren, etwa mit dem Projekt «Buch zu Besuch». «Besonders beliebt ist ein Kurs, bei dem die Kinder selbst Gummibärli und Zuckerwatte her-stellen dürfen», erklärt Annemarie Junker, die für die Koordination der Kursleiter sowie die Erfassung der Kurse im Online-Anmeldesystem verantwortlich ist. Seit 38 Jahren wird der Ferienpass in Olten regelmässig angeboten, mit der Zeit kamen umliegende Gemeinden hinzu. Auch Familien mit geringeren finanziellen Mitteln sollen sich das Angebot leisten können. Für 30 Franken pro Kind, bei mehreren Sprösslingen gibt es Rabatt, dürfen die Kinder jeweils bis zu 15 Kurse besuchen. «Neben der Ferienbeschäftigung für die Kinder ist es für die Vereine eine gute Möglichkeit, sich vorzustellen und neue Mitglieder zu gewinnen», stellt Junker fest.

Tauchen und fliegen

Manche Kursleiter sind schon seit vielen Jahren mit dabei, etwa René Schwarzkopf und Beatrice Gloor, die jeweils Tauchkurse in der Badi anbieten. «Heute ist es etwas kühl, deshalb gingen die Kinder schnell wieder aus dem Wasser», erzählt Schwarzkopf. «Das liegt daran, dass man beim Tauchen aufgeregt ist und dann zu frieren beginnt.» Er schätzt die Zusammenarbeit mit dem Ferienpass Region Olten: «Super organisiert.» An diesem Nachmittag bauten ausserdem die Teilnehmer eines zweitägigen Kurses hölzerne Flugzeuge aus einem Bausatz im Wangener Hinterbühl-Schulhaus zusammen. «Morgen verbringen wir den ganzen Tag draussen und lassen die Flugzeuge fliegen», erzählt Toni Käser, der zusammen mit fünf weiteren Helfern von der Modellfluggruppe Wangen den Kurs leitet. Zur selben Zeit in Olten staunen rund 20 Kinder über die grossen begehbaren Kühlschränke und Gefrierräume bei McDonald’s. Neu stand als Kursort in diesem Jahr auch das Vereinslokal der GFVO in der Altstadt zur Verfügung. «Am beliebtesten ist der Ferienpass bei Kindern im Alter von sieben bis acht Jahren, am wenigsten bei den Jugendlichen in der Oberstufe», so Junker. «Vermutlich wegen Schnupperlehren, Ferienjobs oder anderen Interessen.»

Plätze nach Zufallsprinzip verteilen

Für das sechsköpfige Kernteam vom Ferienpass beginnt die Arbeit jeweils Anfang Jahr, wenn die Kursanbieter angeschrieben werden. Anschliessend können sich die Kinder online für die gewünschten Kurse anmelden. «Die Plätze werden in einem ersten Schritt nach Zufallsprinzip verteilt», erklärte Junker. In einer zweiten Runde werden alle Kurse mit verfügbaren Plätzen erneut aufgeführt. Kurse anbieten können sowohl Vereine, Firmen und offizielle Organisationen, aber auch Privatpersonen. «Wir sind immer offen für neue Angebote», betont Junker. Wer gerne mit Kindern arbeitet und sich vorstellen kann, beim Ferienpass Region Olten einen Kurs anzubieten, setzt sich unter der E-Mail info@ferienpass-region-olten.ch mit Annemarie Junker in Verbindung.

www.gfvo.ch

 

 

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