Die nächste Generation kommt aus Olten

Botschafter für das Euphonium: Fabian Bloch präsentiert morgen sein neues Album «Spot on!» in der Schützi in Olten. (Bild: Tobias Epp)

Botschafter für das Euphonium: Fabian Bloch präsentiert morgen sein neues Album «Spot on!» in der Schützi in Olten. (Bild: Tobias Epp)

Fabian Bloch wird morgen um 20 Uhr in der Oltner Schützi sein zweites Album «Spot on!» mit einem Konzert taufen und mit einem Mix aus Klassik, Jazz, Latin und Pop für das Euphonium die nächste musikalische Generation präsentieren.

Mirjam Wetzstein

Sein Musikinstrument bekannter zu machen und aufzuzeigen, was damit möglich ist sowie neue Stile auszuprobieren, das sind Bestrebungen, die den Wisner Euphonisten Fabian Bloch seit langer Zeit antreiben. Das Euphonium wird als tiefes Blechblasinstrument beschrieben, das zur Familie der Bügelhörner gehört. Sein Klang erinnert am ehesten an die Tuba. «Das Euphonium ist mit seinen nicht einmal 200 Jahren ein neues Instrument, weshalb es sich noch immer in der Entwicklung befindet», erklärt Bloch und fügt an: «Das Instrument muss beim Spiel ständig korrigiert werden und es gibt kaum qualitative Unterschiede zwischen den verschiedenen Euphonien, wie es sie beispielsweise bei der Geige gibt.» Bloch muss es wissen, schliesslich hat er als 7-Jähriger begonnen, Euphonium zu spielen. Bereits der Grossvater und der Vater spielten das Blechblasinstrument und selbstverständlich ist auch für die dritte Generation die Mitgliedschaft in der Brass Band Wisen Ehrensache. «Wenn ich es einrichten kann, dann spiele ich gerne bei ihnen mit.»

Zweites Album

Der 33-jährige Musiker schloss einst sein Masterstudium im Bereich Pädagogische Ausbildung an der Hochschule der Künste in Bern ab. Anschliessend absolvierte er während zweier Jahren eine Zusatzausbildung, um an Kantonsschulen Musik unterrichten zu können. Davon verbrachte er das erste halbe Jahr am «Royal Northern College of Music» in Manchester in England, wo die Brass-Musik ihren Ursprung hat. «Meine erste Solo CD «Drive» steht für mich für einen symbolischen Abschluss meiner acht Studienjahre», erzählte der Musiker vor drei Jahren. Morgen tauft der Euphonist um 20 Uhr mit einem Konzert in der Oltner Schützi sein zweites Album «Spot on!», das er gemeinsam mit dem französischen Star-Pianisten François Killian und dem Perkussionisten Michael Meinen als «Fabian Bloch Trio» einspielte.

Innovative, neue Klassik

Vor über einem Jahr habe er verschiedene Komponisten für das Schreiben der neun Album-Stücke beauftragt. «Für die Hauptstücke habe ich den bekannten Zürcher Komponisten, Saxophonisten und Flötisten Daniel Schnyder, der in New York lebt, angefragt», erzählt Bloch.
Die von ihm geschaffenen Kompositionen habe es bis dahin nicht für das Euphonium gegeben. «Genau dieses innovative Neue habe ich gesucht und deshalb einen anderen Komponisten beauftragt, der groovige Latin-Jazz-Stücke beisteuerte», so der Wisner und fügt verschmitzt an: «Dieser neue Stil führt dazu, dass ich mich nun mit dem Euphonium-Spiel teilweise nicht mehr in der Komfortzone bewege.» Das sei aber in Ordnung. Andernfalls hätte er auch einen der bekannten Euphonium-Komponisten anfragen können. «Da findet sich jedoch kaum etwas Neues, deshalb habe ich mich für das Experiment mit Komponisten entschieden, die zwar weniger Erfahrung mit dem Euphonium mitbringen, dafür innovative Stücke abliefern. Nichtsdestotrotz ist auf dem modernen, neuen Album mit den verschiedenen Stilen noch immer klassische und nicht zeitgenössische Musik zu hören», betont Bloch.

Über die Brass-Szene hinaus

«Aufgenommen haben wir das Album in diesem Jahr über die Ostertage im deutschen Leipzig», erzählt Bloch. «Kurz zuvor haben wir schliesslich auch die letzte Komposition in Handschrift erhalten, die unser Pianist, um 8 Uhr einspielte, damit um 9 Uhr die Aufnahmen beginnen konnten.» Üblich sei das nicht, denn anders als bei einer Popband, deren verschiedene Musikparts zusammengesetzt werden, würden im klassischen Bereich alle Instrumente einem Konzert gleich für eine Aufnahme gemeinsam eingespielt. «Es waren anstrengende Tage, in denen die Kompositionen in vielen einzelnen Teil-stücken gespielt und mehrmals wiederholt wurden», erzählt Bloch und fügt freudig an: «Dank des grossen Labels im Rücken und der breiten musikalischen Stilrichtung von «Spot on!» wird dieses Album erstmals nicht nur in der Brass-Szene beworben.»

Eine ganz normale Woche

«Es war eine anstrengende Zeit, denn neben der Planung, viel Organisatorischem und der Finanzierung des zweiten Albums, durften auch die weiteren Tätigkeiten, wie der Musikunterricht, die Konzerte in verschiedenen Formationen und selbstverständlich auch das Üben nicht zu kurz kommen», erzählt Bloch, der seit rund drei Jahren in Horgen (ZH), seit zwei Jahren in Liestal (BL) und seit Kurzem an der Neuen Kantonsschule Aarau als Musiklehrer tätig ist. Neben seinen Engagements in Bands und Orchestern ist Bloch auch mit kleineren Formationen unterwegs, wie gemeinsam mit dem welschen Marimbaphonisten Damien Darioli als Duo «Euphorimba». «Das Euphonium ist kaum bekannt, doch noch exotischer ist das Marimbaphone, weshalb wir quasi als Pioniere mit unserer Musik durchs Land tingeln», erzählt Bloch. Vergangene Woche reiste er am Freitag, nach einigen Tagen Musikunterricht, für eine Musikprobe nach Genf. Am Samstag stand ein Konzert mit der Brass Band Wisen auf dem Programm und am Samstag ein Auftritt mit «Euphorimba» in Appenzell. «Eine ganz normale Woche», wie Bloch schmunzelnd anfügt.

Eigenkompositionen für die Zukunft

Sein Ziel, selbst Stücke zu komponieren, sei aus zeitlichen Gründen für das zweite Album nicht möglich gewesen. «Ich habe zwar drei Stücke beieinander, aber nicht für dieses Album. Das Komponieren ist ein ganz anderer Job, als der des Musikers», weiss Bloch. Die Eigen- kompositionen möchte der Musiker mit seiner Freundin, der Pianistin Muriel Zeiter, zuerst auf die Bühne und danach auf ein Album bringen. Doch zuvor wird der Musiker nun die nächste Generation der Euphonium-Musik in der Schützi präsentieren. «Neben einer Auswahl der neuen Stücke werde ich Anekdoten aus meinem Musikerleben erzählen», so Bloch, der hofft, dass sich viele Wiederholungstäter, aber auch Neugierige einfinden werden, die hören möchten, wie ein Euphonium klingt.

Fabian Bloch Trio: CD-Taufe «Spot on!»
Freitag, 13. September, 20 Uhr
Schützi Olten
Vorverkauf: eventfrog.ch

www.fabianbloch.ch

 

 

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