Ein Privileg

Finja Basan, Wahloltnerin und Kommunikationsmitarbeiterin.
         
         
            
               (Bild: Nathanael Frank)

Finja Basan, Wahloltnerin und Kommunikationsmitarbeiterin.

Von: Finja Basan

Ja! Auch mir fällt im Lockdown und zu Hause in Olten ab und zu die Decke auf den Kopf. Es gibt Momente, in denen will ich einfach nur das Weite suchen, brauche einen Tapetenwechsel. Um den Kopf freizukriegen, um Platz zu machen für neue Ideen. Einer dieser Momente war letzte Woche. Einer, in dem sich rund um das Stadthaus mal wieder der Mund fusselig geredet wird. Sie werben für sich in diversen Interviews, auf den sozialen Kanälen, an Laternen und Balkongeländern. Ja, wer die Wahl hat, hat die Qual. Und wer die Wahl hat, hat Glück und sollte es zu schätzen wissen, dieses Privileg. Ich habe keine Wahl. Zumindest in diesem Jahr, hier in Olten, als Deutsche, keine politische. Obwohl das Ergebnis auch mich betreffen wird. Aber ich darf hoffen, dass genug Oltner*innen, die dürfen, den Weg zur Wahlurne finden. Und ich darf diesen Wunsch hier äussern – auch ein Privileg.

Ich gebe zu: Vor dem Schreiben dieser Kolumne fehlten mir die Worte. Ich hatte ein Thema, das mir am Herzen liegt, aber für die Umsetzung fehlte mir die zündende Idee. Ich wollte die richtigen Worte finden, für meine Sicht auf dieses ohnehin omnipräsente Thema. Ein Wochenende in den Bergen brachte mich auf andere, auf neue Gedanken. Und vielleicht sind es nun die richtigen Worte, die ausdrücken, was ich zu vermitteln versuche.

Auf den Punkt gebracht: Ich will, dass du wählen gehst. Und weil ich schon als Kind gelernt habe, dass Kinder mit nem Willen was auf die Brillen kriegen, oder wie der Schweizer zu sagen pflegt «das heisst e hätt gärn», revidiere ich und sage: Ich wünsche mir, dass du wählen gehst – dein Privileg nutzt. Und ich habe auch jetzt die Hoffnung, dass Wünsche in Erfüllung gehen.

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