Stadt
17.03.2021

Schulanlage Kleinholz kommt vors Parlament

So soll das Schulhaus Kleinholz dereinst aussehen. (Bild: ZVG)

So soll das Schulhaus Kleinholz dereinst aussehen. (Bild: ZVG)

Olten Die neue Schulanlage im Oltner Kleinholzquartier steht vor wichtigen Entscheidungen: Am 25. März wird der Neubau in zwei Varianten mit und ohne neue Dreifachturnhalle dem Gemeindeparlament unterbreitet; am 13. Juni ist im Falle einer Zustimmung durch das Parlament die Volksabstimmung geplant, damit die Anlage auf das Schuljahr 2024/25 hin eröffnet werden kann.

Aufgrund der steigenden Schülerzahlen ist in Olten die Erstellung von zusätzlichem Schulraum erforderlich. Das Gemeindeparlament hat am 25. Januar 2018 beschlossen, dass die neue Schulanlage im Quartier Kleinholz, wo die Bevölkerung stark wächst, erstellt wird, und mit Beschluss vom 27. September 2018 festgehalten, dass das Raumprogramm Schulraum für 16 Klassen (4 Kindergärten und 12 Primarschulklassen), eine Erweiterungsmöglichkeit auf 24 Klassen, Tagesstrukturen und eine Dreifachturnhalle umfassen soll. Nach Abschluss des Architekturwettbewerbs und einer Projektüberarbeitung hat das Parlament am 27. Mai 2020 bereits einen Verpflichtungskredit von 2,22 Millionen Franken für die Projektierungsarbeiten beschlossen.

Dreifachturnhalle als Zukunftslösung

Das neue Schulhaus, welches die Schulanlagen Hübeli, Zementi und den Kindergarten Kleinholz ablösen soll, ist aufgrund der Entwicklungsgebiete Kleinholz, Bornfeld und SüdWest so projektiert, dass es um einen dritten Klassenzug auf total 24 Klassen ausgebaut werden kann. Bei einem solchen Ausbau müssten drei Turnhallen eingeplant werden. Hinzu kommt, dass für Unterrichtsinhalte wie Fussball, Handball, Volleyball, Badminton und ähnlich platzintensive Spiele planbare Doppelhallenbelegungen im Unterricht wertvoll sind. Eine Dreifachhalle bildet auch die Basis für freie Entscheide über die Sanierung der über 30 Jahre alten Stadthalle und die Weiterführung des Mietvertrags für die Giroud-Olma-Halle; der Stadtrat beabsichtigt diesbezüglich, den Mietvertrag mit dem Kanton betreffend Giroud-Olma-Halle auf den Zeitpunkt der Inbetriebnahme der neuen Dreifachturnhalle zu kündigen. Eine Realisierung der Dreifachturnhalle zum gleichen Zeitpunkt wie die übrige Schulanlage ermöglicht zudem eine Kostenoptimierung. Dasselbe gilt für die integrale gegenüber einer etappierten Umsetzung: Eine nachträgliche Erweiterung einer Doppelhalle, wie sie für den Anfangsbetrieb des Schulhauses genügen würde, um eine dritte Sporthalle bei der späteren Ergänzung der Schulanlage um acht zusätzliche Abteilungen wäre unverhältnismässig kostenintensiv. Die beantragte Vorinvestition dient hingegen dem Vereinssport und erlaubt auch, eine Sanierung der Stadthalle zu überbrücken.

Im September 2019 ging das Projekt «windmolen» des Zürchers Teams neff neumann architekten ag als Sieger aus dem Projektwettbewerb hervor. In der nachfolgenden Optimierungsphase konnte die Geschossfläche über das ganze Projekt um rund 5 Prozent reduziert werden. Zusätzlich führten konstruktive Vereinfachungen – unter anderem Massivbau anstelle Hybridbauweise – zu weiteren Kosteneinsparungen. Basis für den Entscheid des Gemeindeparlaments über den Projektierungskredit bildete eine Grobkostenschätzung für die Gesamtanlage von 34,56 Millionen Franken (±30%).

Höhere Investition, tiefere Betriebskosten

Verschiedene Faktoren haben jedoch im Rahmen der Planung zu einer Kostensteigerung geführt:

Die horizontale Erweiterbarkeit um acht weitere Klassen bedingt eine Vorinvestition bezüglich Andockstellen und Anordnung der Bauten auf dem Gelände.

Die Vorgabe des Parlaments, die Turnhalle als separate Baute zu realisieren, um auch getrennt darüber entscheiden zu können, verhindert ein kompakteres und damit kostengünstigeres Volumen und Synergien in der Fundamentierung.

Der ursprünglich in saniertem Zustand übernommene Baugrund gilt nach aktuellen Richtlinien als kontaminiert, was zusammen mit einer aufwändiger als erwarteten Fundamentierung für Mehrkosten über einer halben Million Franken sorgt.

Der vorgesehene Gebäudestandard SNBS inklusive Anschluss an die Fernwärme im Sinne der CO2-Neutralität und Photovoltaik für die Eigenversorgung führt zu Mehrkosten bei den Investitionen; Baumaterialen und Gebäudetechnik verursachen beträchtliche Mehrkosten im Bereich von rund 10 Prozent der Anlagekosten. Dämmungen benötigen zusätzliche Gebäudeflächen; Heizungen und Lüftungen stellen erhöhte Anforderungen an die Leitungsführung, Raumhöhen oder die technischen Anlagen. Über den dadurch wirtschaftlichen Betrieb der Anlage mit tieferen jährlich wiederkehrenden Energie-, Betriebs- und Unterhaltskosten können die Mehraufwände jedoch amortisiert werden.

Der Aussenraumperimeter wurde vergrössert. Die neue öffentliche Anlage dient dadurch aber nicht nur der Schule, sondern stellt auch einen wichtigen Begegnungsort im Quartier dar. Neben den speziellen Räumlichkeiten der Schule, welche ausserhalb der Schulzeit auch weiteren Nutzerinnen zur Verfügung stehen, bietet die Umgebung Raum für Quartieraktivitäten.

Dadurch sind die Kosten inklusive 5-prozentige Projektreserve für die beiden Varianten, welche dem Parlament vorgelegt werden, gestiegen auf 25,6 Millionen Franken für das Schulhaus und 14,2 Millionen Franken für die Dreifachturnhalle in der vom Stadtrat favorisierten Kombination, respektive 28,6 Millionen Franken in der Version Schulhaus ohne Dreifachturnhalle. Die Schulhausversion ohne Turnhalle verteuert sich unter anderem infolge zusätzlicher Fassadenfläche und Umgebungsgestaltung; zudem würde die Umnutzung der Stadthalle zur Schulturnhalle zusätzliche Investitionen erfordern und ihre Einsatzmöglichkeiten als Sport- und Eventhalle schmälern.

Die Projektsteuerung hat mit Blick auf die nächste Projektphase den Auftrag erteilt, in jeder Fachdisziplin das Optimum auszuschöpfen, sei es durch ein Anheben des Untergeschosses im Turnhallenbereich, bei der Fassadengestaltung, der Anordnung der Technikräume, der Entwässerung und der Umgebungsgestaltung.

Es sei ein Kernauftrag der Stadt, zeitgerecht genügend und den pädagogischen Anforderungen entsprechenden Schulraum anzubieten, betont der Stadtrat in seiner Vorlage an das Gemeindeparlament. Das vorliegende Projekt setze dies mit Erstellungskosten, die sich in der gleichen Grössenordnung wie bei vergleichbaren Schulanlagen bewegen, vorbildlich um und leiste als neuer Treffpunkt im Quartier auch über den eigentlichen Auftrag hinaus einen wertvollen Beitrag für das zukünftige Stadtleben. Der Stadtrat beantragt daher, das Projekt in der Variante «Schulhaus Kleinholz mit Dreifachturnhalle» umzusetzen, weil damit ein aktuelles infrastrukturelles Defizit nachhaltig und langfristig gedeckt werden könne. sko

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