Stadt
24.11.2021

Lichter am Oltner Kulturhimmel

Mitinitiator der 23 Sternschnuppen und Co-Präsident Matthias Kunz. 
(Bild: Remo Buess)
Die Mittelalterband «Koenix» trat 2013 an den Sternschnuppen auf. «Das hätte ich mir nie angesehen, war aber super», sei seine liebste Reaktion aus dem Publikum gewesen, so Matthias Kunz. (Bild: ZVG)

Mitinitiator der 23 Sternschnuppen und Co-Präsident Matthias Kunz.

Mitinitiator der 23 Sternschnuppen und Co-Präsident Matthias Kunz. 
(Bild: Remo Buess)
Die Mittelalterband «Koenix» trat 2013 an den Sternschnuppen auf. «Das hätte ich mir nie angesehen, war aber super», sei seine liebste Reaktion aus dem Publikum gewesen, so Matthias Kunz. (Bild: ZVG)

(Bild: Remo Buess)

23 Sternschnuppen Am 1. Dezember beginnt der Oltner Kulturadventskalender in der Stadtkirche. Die «23 Sternschnuppen» begleiten bereits zum zehnten Mal durch den Advent.

Von: Franz Beidler

Das Format sei kopiert, gibt Matthias Kunz unumwunden zu. «Die «Sternschnuppen» haben wir in Winterthur abgeschaut», beginnt der 42-jährige Berner Schauspieler von den Anfängen zu erzählen. Vor zehn Jahren trat er zusammen mit Schauspielkollege Rhaban Straumann an den «Eisblumen» auf, dem kulturellen Adventskalender des Figurentheaters Winterthur. Gegen fünfzig Leute seien im Publikum gewesen. Wie bei einem Adventskalender üblich, wussten die nicht, dass sie gleich Straumanns und Kunz’ Kabarettduo Strohmann-Kauz erleben würden. «Die Stimmung war toll», erinnert sich Kunz. «Wir standen vor einem neugierigen Publikum ohne Erwartungen.» Noch auf dem Heimweg beschlossen die beiden, das Format auch in Olten zu versuchen. «Wir erzählten das herum», erinnert sich Kunz. «Alle waren sofort dabei.»

Für Kunz ist das eines der wichtigsten Merkmale der Sternschnuppen: «Das ist ein Gemeinschaftsprojekt», betont der Co-Präsident des Trägervereins «23 Sternschnuppen». Dahinter stünden mehr als zwanzig Oltner Kulturinstitutionen und Freiwillige. «Das sind insgesamt etwa 35 Personen», erklärt Kunz. Er sei nur eine davon.

Jeden Abend eine halbe Stunde Kultur

Schon bei den ersten Sternschnuppen im Advent 2012 im Kino Lichtspiele war das Format erfolgreich: Jeden Abend eine halbe Stunde Kultur auf Kollekte. «Ungefähr zwischen Feierabend und Abendessen», hebt Kunz den Zeitpunkt hervor.

In den Folgejahren wuchsen die Sternschnuppen. «Irgendwann brauchten wir mehr Platz», erzählt Kunz. 2014 zogen die Sternschnuppen in den etwas grösseren Saal des Kinos Capitol um, 2018 schliesslich in die Schützi und die Stadtkirche. 2019, den letzten Sternschnuppen vor der Coronapandemie, liessen sich jeden Abend über 200 Personen kulturell überraschen. «Wir haben inzwischen ein treues Stammpublikum», erklärt Kunz. «Und ein breites», betont er. Das Format ziehe auch Menschen an, die sonst nicht unbedingt als kulturaffin gelten.

Sternschnuppen als Kulturvermittlung

Kunz verstand die Sternschnuppen denn auch von Beginn weg als Kulturvermittlung. «Allen möglichst niederschwellig Zugang zu Kultur bieten», formuliert er seine Motivation. So ist seine liebste Reaktion aus dem Publikum: «Das hätte ich mir nie angesehen, war aber super.» Das sei auch die häufigste Reaktion aus dem Publikum. Besonders auch, weil die Sternschnuppen über die Jahre breiter geworden sind. «Inzwischen haben wir neben Musik, Kabarett, Tanz und Schauspiel auch Fotovorträge, Filme oder Zirkusartisten im Programm», erklärt Kunz.

«Hoffentlich 23 Mal live im Saal»

Für die zehnte Ausgabe der Sternschnuppen wünscht sich Kunz vor allem eine Rückkehr zur Normalität: «Hoffentlich können wir 23 Mal live im Saal spielen», sagt er und erinnert an die schwierigen Bedingungen 2020. Letztes Jahr war zuerst eine Hybridform von Livestream und Publikum vor Ort, später nur noch der Livestream möglich.

Das Jubiläum werden die Sternschnuppen auch feiern. Am Samstag, 18. Dezember, beginnt das Fest in der Schützi um 15 Uhr: Franz Hohler bestreitet die «Familienschnuppe», gefolgt von der regulären Sternschnuppe um 18.15 Uhr. Um 20.30 Uhr tritt dann Kabarettist Christoph Simon auf. Um 22 Uhr musizieren «Jo Elle & Friends», gegen Mitternacht dann das Electrotrash-Duo «Ikan Hyu». Wie jeden Abend gibt es einen Barbetrieb. Die Kollekte des Fests geht vollumfänglich an die Kinderhilfe Sternschnuppe. «Der Name der Stiftung hat uns auf die Idee gebracht», sagt Kunz. Der Adventskalender sei ansonsten aber in keiner Form mit der Stiftung verbunden.

Ob und wie die Sternschnuppen im nächsten Jahr stattfinden, steht indes noch nicht fest. Kunz erklärt: «Jeweils im Januar kommen wir zusammen und werten aus.» Dann stehe auch immer die Frage im Raum, ob die Sternschnuppen erneut durchgeführt werden sollen – das ganz bewusst: «In den 23 Veranstaltungen steckt viel Arbeit. Das funktioniert nur, wenn sich dem viele Menschen verschreiben», betont Kunz.

www.23sternschnuppen.ch

 

«23 Sternschnuppen – der Oltner Kultur-Adventskalender»

1. bis 8. Dezember in der Stadtkirche Olten

9. Dezember im Stadttheater Olten

10. und 11. Dezember in der Stadtkirche Olten

12. bis 23. Dezember in der Schützi Olten

Jeweils von 18.15 bis 18.45 Uhr

Lange Nacht der Sternschnuppen

Samstag, 18. Dezember, ab 15 Uhr in der Schützi Olten

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