Stadt
18.05.2022

Heintje war einst der Auslöser

Sängerin Jolanda Eiholzer mit ihrem 2018 verstorbenen Hund Ximo, dem sie das Lied «Mein bester Freund» gewidmet hat. (Bild: ZVG)

Sängerin Jolanda Eiholzer mit ihrem 2018 verstorbenen Hund Ximo, dem sie das Lied «Mein bester Freund» gewidmet hat. (Bild: ZVG)

CD-Taufe In einem Monat feiert Jolanda Eiholzer in der Schützi CD-Taufe mit «Sommerwind». Jeder Besucher wird gratis eine CD erhalten.

Von: Achim Günter

Frau Eiholzer, Sie erfüllen sich mit 65 Jahren einen langgehegten Wunsch. Sie treten als Schlagersängerin mit selbstgeschriebenen Liedern auf.

Jolanda Eiholzer: Geplant habe ich das nicht. Es hat sich einfach ergeben. 2007, als meine Mutter starb, habe ich den wunderschönen Text «Ein Leben ohne dich» geschrieben. 2016 beim Tod meines Bruders geriet mir der Text wieder in die Finger. Ich gab ihn einem Kollegen und fragte ihn, ob er dazu eine Melodie komponieren könnte. Nach drei Wochen gab er mir den Text zurück – ohne Erfolg. Ich gab ihn an jemand anderen weiter, Gerd Lorenz. Nach weiteren drei Wochen erhielt ich das Lied, und wir machten ein Arrangement dazu. Bald darauf entstand «Mein bester Freund» über meinen damaligen Hund Ximo. Nun begannen die Einfälle zu sprudeln, und plötzlich hatte ich einige Lieder geschrieben. Die meisten Texte haben einen engen Bezug zu meinem Leben.

Was hinderte Sie daran, schon früher aufzutreten?

Musik mache ich, seit ich elf Jahre alt war. Später sang ich 17 Jahre an der Oltner Fasnacht, machte acht Jahre lang Tanzmusik. Also, die Musik begleitete mich das ganze Leben hindurch. Aber es war nie ein Thema, berühmt zu werden. Ich machte an Jekami-Abenden mit und schlug da auch mal Florian Ast. Das war vor vielen Jahren. Doch ich wurde früh Mutter, war danach alleinerziehend und musste arbeiten gehen, baute meine Reinigungsfirma auf. So ergab es sich einfach nicht – bis zu den traurigen Ereignissen, als meine Mutter und dann auch mein Bruder starben. Erst dadurch kam die Sache ins Rollen, und ich begann, Gesangsstunden zu nehmen.

Das Singen entdeckten Sie ja bereits in Ihrer Jugend, als Sie Heintje im Fernsehen sahen.

Ja. Ich kannte all seine Lieder auswendig. Seine Stimme faszinierte mich. Und auch die Texte, die er sang.

Seither blieben Sie der Schlagermusik treu?

Ich würde es so sagen: Ich fühle mich in der Schlagermusik zuhause. Aber mir gefällt auch anderes, etwa Country oder Jazz. Oder die alte Dixieland-Musik. Oder auch mal ein Ländler-Trio. Einfach alles zu seiner Zeit und am richtigen Ort.

Seit 2016 treten Sie regelmässig auf.

Das sind meist kleinere Anlässe in der Umgebung. Das Hallenstadion in Zürich werde ich nie füllen (lacht). Ich habe nicht jedes Wochenende einen Auftritt. Das möchte ich auch nicht. Es soll im kleineren Rahmen bleiben. Das Leben aus dem Koffer wäre nicht meine Sache. Bald werde ich Auftritte in zwei Altersheimen der Region haben. Die freuen sich da schon sehr. Mir gefällt es, wenn die Leute bei meinem Auftritt mitsingen.

In wessen Tradition sehen Sie sich? Oder anders gefragt: An wem orientieren Sie sich als Sängerin?

Am meisten Ähnlichkeit mit mir hat wohl Nicole. Ich singe auch ihr Lied «Ein bisschen Frieden». Céline Dion oder Tina Turner gefallen mir auch sehr. Aber ich kann mich nie mit denen messen. Ich bin ich, und ich mache etwas ganz anderes als sie.

Am 18. Juni haben Sie die Taufe Ihrer CD «Sommerwind» in der Schützi, bei der Sie 14 Songs präsentieren werden.

Es ist nun zeitlich noch etwas eng geworden, weil ich wegen Corona lange nicht sicher war, ob ich die CD-Taufe wirklich durchführen würde. Aber jetzt geht die CD in den Druck, so dass sie am 18. Juni vorliegen wird. Jeder Besucher wird gratis eine CD erhalten. Ich verfügte bereits über eine kleine CD mit vier Songs drauf und eine Single-CD. Aber nun bald eine eigene CD mit 14 Songs in den Händen halten zu können – das ist natürlich schon speziell. Ich freue mich enorm! Meine CD wird kunterbunt gemischt sein. Von Walzer über traurige bis lustige Songs wird alles dabei sein, auch Country-Stil, Mundartsongs und deutsche Lieder finden Platz. Es gibt wirklich sehr viel Abwechslung auf dieser CD.

Die Texte der 14 Songs wurden alle von Ihnen verfasst, die Melodien aber nicht.

Nein. Ich trage schon auch Melodien im Kopf herum. Aber das wäre mir jetzt neben den Texten zu viel gewesen. Die Kompositionen stammen von mehreren Personen. Doch ich werde bald versuchen, einen Song zu schreiben mit Text und Komposition von mir.

Darf das Publikum am 18. Juni etwas Besonderes erwarten?

Ich freue mich einfach über jeden Besucher, der kommt. Es wird ein tolles Programm geboten werden. Hansi Vogt wird moderieren, Rolf Büttiker die Laudation halten. Es wird feierlich, lustig, speziell werden. Die Leute dürfen schon ein wenig etwas erwarten und sich darauf freuen.

 

Jolanda Eiholzer

Seit 2016 tritt Jolanda Eiholzer als Sängerin auf, vornehmlich in der Region Olten. Die Mutter zweier erwachsener Töchter stammt aus Olten, lebt derzeit aber in Obergösgen. Die 65-Jährige hat bis zum Verkauf 2016 30 Jahre lang das Reinigungsunternehmen Eiholzer geführt und aufgebaut. Heute ist sie mit der Firma Clean Consulting noch teilzeitlich tätig als Beraterin im Reinigungssektor. Am Samstag, 18. Juni, feiert sie in der Schützi CD-Taufe von «Sommerwind». (agu)