Stadt
08.06.2022

«Wollen nicht Veranstalter sein»

Die beiden Schüler Denis Furrer und Leander Heller von der Kanti Olten bildeten gemeinsam ein Gitarrenduo. (Bilder: Margaret Bernasconi)
Im Anschluss ans Konzert wurde im Klostergarten auf die Premiere angestossen.

Die beiden Schüler Denis Furrer und Leander Heller von der Kanti Olten bildeten gemeinsam ein Gitarrenduo. (Bilder: Margaret Bernasconi)

Die beiden Schüler Denis Furrer und Leander Heller von der Kanti Olten bildeten gemeinsam ein Gitarrenduo. (Bilder: Margaret Bernasconi)
Im Anschluss ans Konzert wurde im Klostergarten auf die Premiere angestossen.

Im Anschluss ans Konzert wurde im Klostergarten auf die Premiere angestossen.

Stiftung Klostermusik Olten Am vergangenen Mittwochabend fand im Rahmen der Hora Musica in der Klosterkirche Olten eine Premiere statt: das erste Konzert der Stiftung Klostermusik Olten. Der ehemalige Stadtpräsident Martin Wey steht dem Stiftungsrat vor.

Von: Achim Günter

2018 starb Edith Salvisberg und vermachte ihren Nachlass der Stiftung Klostermusik Olten. Warum hat es so lange gedauert, bis das Auftaktkonzert der Stiftung stattfand?

Martin Wey: Zuerst dauerte es mal eine Weile bis zur Nachlassverhandlung, also bis zur Abwicklung der Erbschaft. Erst danach, nach Abwicklung des Inventars, konnte der Eintrag der Stiftung ins Handelsregister erfolgen. Es galt also abzuwarten, bis die Stiftung handlungsfähig wurde. Ebenfalls Zeit gebraucht hat die Konstituierung des Stiftungsrates. Und dann war die Verzögerung natürlich vor allem eine Folge von Corona: Es wäre eigentlich 2020 eine Auftaktveranstaltung im Kapuzinerkloster vorgesehen gewesen. Jetzt, nach Corona, haben wir Hora Musica als Rahmenprogramm genutzt, um die Auftaktveranstaltung durchzuführen. Dabei handelt es sich um ein Gefäss, von dem Frau Salvisberg ja durchaus auch angetan war. Wir entschieden, die Auftaktveranstaltung im Sommer zu veranstalten, damit man einen Apéro im Freien damit verbinden kann. Wir sind glücklich, konnten wir nun den Auftakt so durchführen.

Aufgetreten sind am vergangenen Mittwochabend Schülerensembles der Musikschulen Olten und Biel und der Kanti Olten.

Im Sinne des Stiftungszweckes sollen vor allem jugendliche Musikerinnen und Musiker auftreten können. Einsitz im Stiftungsrat hat auch Michael Erni, langjähriger Gitarrenlehrer an der Kanti Olten und als Musiker bekannt. Er betreut unser Ressort Musik, verfügt über die entsprechenden Kontakte zu Musikorchestern. So kam die Idee im Stiftungsrat auf, ein Konzert mit Jugendlichen zu organisieren. Michael Erni fragte die Musikschulen der Kanti Olten und der Kanti Biel sowie die Musikschule der Stadt Olten an, er orchestrierte das Ganze.

Sie wohnten der Premiere bei?

Ich hätte ihr beigewohnt. Aber ich sass in einem Pannenzug und traf mit Verspätung in Olten ein. So konnte ich am Konzert leider nicht dabei sein. Allerdings konnte ich anschliessend beim Apéro im Klostergarten die Stiftung vorstellen und für das Konzert danken.

Also kann ich Sie nicht fragen, wie Ihnen das Konzert gefallen hat?

(lacht) Nein, das können Sie nicht. Aber vom Hörensagen kann ich sagen: Es war super! Die Konzertbesucherinnen und -besucher waren begeistert. Das habe ich so wahrgenommen anlässlich der Gespräche, die wir im Anschluss ans Konzert geführt haben. Es herrschte eine gute Atmosphäre, die Kirche war beinahe voll.

Wie oft sind künftig Konzerte der Stiftung geplant?

Ein solches Konzert ist ja bloss eine Möglichkeit, um den Stiftungszweck zu erfüllen. Dieser ist sehr breit gefächert. Die Aufführungen müssen nicht im Kloster, sondern können auch andernorts in Olten stattfinden. Es kann zudem auch sein, dass wir andere Konzerte in anderem Rahmen unterstützen. Oder einen Künstler, eine Solistin. Es kann weiter sein, dass wir Gelder sprechen, um Musiklager zu unterstützen. Oder der Musikschule Geld geben, wenn sie ein Instrument anschaffen muss. Die Projekte müssen einfach jeweils Sinn und Geist der Stifterin entsprechen. Und wichtig ist, dass die Gesuche immer einen Oltner Bezug haben.

Einen Termin für ein nächstes Konzert können Sie noch nicht nennen?

Nein. Wir als Stiftung sind in der Regel auch gar nicht Veranstalter eines Konzertes. Am 1. Juni war das anders, weil das unser Auftaktkonzert war. Deshalb haben wir das organisiert. Aber künftig wird es so sein, dass ein Veranstalter, zum Beispiel eine Musikschule, bei uns ein Gesuch um Unterstützung einreichen kann. Wir selber treten nicht als Veranstalter auf. Das wollen wir auch gar nicht.

Stiftungszweck ist nicht nur das Unterstützen von Konzerten, sondern auch die Ausbildung junger Musikerinnen und Musiker. Passiert das bereits?

Wir haben im Rahmen der Sternschnuppen bereits ein Programm unterstützt, das dem Stiftungszweck entsprochen hat. Aber auch wegen Corona hatten wir noch gar nicht gross Gelegenheit, unsere Stiftung an die Öffentlichkeit zu tragen. Kommt nun aber eine Familie mit einem sehr begabten Kind, die sich die Ausbildung nicht leisten kann, auf uns zu, ganz im Sinne der Stifterin insbesondere im Bereich Orgelspiel oder Klavier, würden wir ein solches Gesuch selbstverständlich behandeln. Aber bisher konnten wir gar nicht viel leisten, weil uns noch keine Gesuche erreicht haben.

www.stiftung-klostermusik.ch

 

Stiftung Klostermusik

Die langjährige Organistin im Kapuzinerkloster Olten, Edith Salvisberg (1934 – 2018), hat ihren Nachlass in eine Stiftung überführt. Ihr war es wichtig, insbesondere junge Musikerinnen und Musiker zu fördern. Dabei ging es der ehemaligen Musiklehrerin einerseits um die Schaffung der Grundlagen durch entsprechende Ausbildung, andererseits aber auch um die Unterstützung von Konzerten. Gleichzeitig war ihr auch die Klostermusik, bei der sie über Jahre mitwirkte, sehr wichtig. So bezweckt die Stiftung Klostermusik Olten die Förderung und Unterstützung von musikalischen Darbietungen, insbesondere, aber nicht ausschliesslich, im Kapuzinerkloster Olten. Als Geschäftsführer amtiert der Jurist Patrik Stadler, als Stiftungsratspräsident der ehemalige Oltner Stadtpräsident Martin Wey. (sar)