Stadt
29.06.2022

Sie wachsen mit ihrem Projekt

Die Gründer von TryNew sahnten den UBS Most Innovative Product Award 2022 für das kreativste Produkt ab: Noah Jecklin, Gavin Porcelli, Arman Göktas (hintere Reihe von links) sowie Gregor von Rohr und Srishti Manivel. (Bild: Cyrill Pürro)

Die Gründer von TryNew sahnten den UBS Most Innovative Product Award 2022 für das kreativste Produkt ab: Noah Jecklin, Gavin Porcelli, Arman Göktas (hintere Reihe von links) sowie Gregor von Rohr und Srishti Manivel. (Bild: Cyrill Pürro)

Jungunternehmen Fünf Schülerinnen und Schüler der Kanti Olten wollen mit ihren Indoor-Mini-Gärten durchstarten: Mit ihrer Idee schafften sie es auf das Podest der acht besten Unternehmen der ganzen Schweiz im «Company Programme». Ideenbringerin war die Faulheit eines der Schüler.

Von: Cyrill Pürro

Schon in jungen Jahren ein eigenes Unternehmen zu gründen, ist in der heutigen Zeit ein Traum so vieler Jugendlicher und junger Erwachsener. Die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten der Kanti Olten Srishti Manivel, Gregor von Rohr, Noah Jecklin, Arman Göktas und Gavin Porcelli lassen genau diesen Traum mit gerade mal 17 Jahren wahrwerden. Sie gründeten ihr Jungunternehmen «TryNew» im August 2021 im Rahmen der Durchführung des «Company Programmes» von Young Enterprises Switzerland (YES). Die Kanti Olten nimmt in diesem Schuljahr das erste Mal am «Company Programme» teil. Von sechs Miniunternehmen, die Schülerinnen und Schüler der Kanti Olten aus dem Programm heraus gründeten, war TryNew das erfolgreichste. Denn das Team staubte den UBS Most Innovative Product Award 2022 für das kreativste Produkt ab.

Die Produktidee der Gruppe: Mobile Indoor-Mini-Gärten, mit denen man einfach und nachhaltig Kräuter kultivieren kann. Vorausgesetzt, der Stromzugang ist gewährleistet. Denn die Kräuter werden mit einem kleinen Lämpchen bestrahlt und sind somit nicht von natürlichem Sonnenlicht abhängig. Die Lampe ist gemäss Srishti Manivel aufgrund des LED-Leuchtmittels energieeffizient, UV-Strahlen gebe es keine. Die 17-Jährige fügt an: «16 Stunden nach dem Einschalten der Lampe geht sie automatisch aus.» Das Holz für den Würfel, der das Kräuterglas beinhaltet, werde von einem regionalen Schreiner geliefert, der das Holz sonst wegschmeissen würde. TryNew bietet selbst bis zu zehn Kräutervarianten im Sortiment an, die in den Gefässen kultiviert werden können.

«Das Geschäft brummt, die Leute sind an unserem Produkt interessiert», sagt der Chef im Bunde, Gavin Porcelli, in der Mittagspause stolz. Die anderen vier im Klassenzimmer anwesenden Mitgründer nicken beipflichtend. In grünen Polo-Shirts – sogar ein eigens kreiertes Logo prangt auf der Brust – sitzen sie da. Die Stimmung ist gut, hie und da fallen Sprüche, ein gemeinsames, lautes Lachen folgt darauf. «So läuft das bei TryNew, wir nehmen einander gegenseitig manchmal etwas hoch», sagt Noah Jecklin. Verständlich, wenn man bedenkt, dass die Gruppe laut eigener Aussage zwischen den Unterrichtszeiten viel miteinander zusammensitzt. «Wir haben auch schon bis spätabends noch miteinander in der Kanti weitergearbeitet. Je später es wird, desto dümmer werden die Sprüche», ergänzt Jecklin. Das zeige ihnen, dass die Harmonie im Team stimmt.

Vom «Aha-Effekt» zur Umsetzung

Die Gruppenkonstellation sei nicht irgendwie entstanden. «Wir gehen alle in dieselbe Klasse, abgesehen von einer Person. Daher haben wir auch sonst in der Schule viel miteinander zu tun», erklärt Srishti Manivel. Sie ist, so könnte man sagen, die Medienverantwortliche des Unternehmens und zuständig für das Marketing. Derweil hat Gregor von Rohr den Überblick über die Finanzen, Noah Jecklin kümmert sich um die administrative Leitung. Die Beschaffung von Waren fällt in Arman Göktas’ Arbeitsbereich. «Auch wenn wir alle unsere Hauptaufgaben haben, arbeiten wir meistens bereichsübergreifend», erklärt Porcelli.

Die Gruppe habe lange nach einer innovativen Idee gesucht, bis Arman Göktas der zündende «Aha-Effekt» kam. Diesen hatte er, als er von seiner Mutter gebeten wurde, den Kräutergarten von draussen nach drinnen zu bringen. Eigentlich keine grosse Sache, aber Göktas ergänzt lachend: «Ich bin extrem faul.» So kam er auf die Idee eines Mini-Kräutergartens, der schon in der Küche steht und von dem mit nur wenigen Handgriffen beim Kochen Petersilie, Schnittlauch und Co. abgerissen werden kann.

Dass die Idee auch den Nagel der Zeit trifft, wurde dem Team erst später bewusst. «Indoor-Gärten sind derzeit angesagt», kommentiert Gregor von Rohr. Und das nicht nur bei einer Bevölkerungsgruppe. Deshalb richtet sich Trynew mit den Mini-Gärten an die pensionierte Grossmutter, die sich nicht mehr so bewegen mag, und gleichzeitig auch an die Jungs-WG, deren Bewohner auf Hilfsmittel angewiesen sind, die weder Zeit noch Platz beanspruchen.

Das Team verkauft drei Modelle, jeweils mit naturbelassenem und lasiertem Holz: der Solo-Minigarden mit einem Glas, der Duo-Minigarden mit zwei Gläsern und der Family-Minigarden mit vier Gläsern. Die Einnahmen reinvestiert die Gruppe wieder in das Projekt, ein ganz kleiner Teil verdienen die einzelnen Teilhabenden der Firma. «Jede Person hat einen Lohn von einem symbolischen Franken pro Monat, abzüglich Sozialkosten», sagt Gregor von Rohr, «also im Verhältnis zum Aufwand eigentlich nichts. Dafür gewinnen wir wichtiges Wissen für die Zukunft. Und das ist unbezahlbar.»

Projekt soll weiter wachsen

Wer jetzt denkt, dass im Zuge des «Company Programmes» an der Kanti Olten Spassfirmen gegründet wurden, die mit Spielgeld betrieben werden, liegt falsch. «Es geht hier um echte Firmen und echtes Geld», betont Gavin Porcelli. Während der Freikurse lernen die angemeldeten Schüler den Bezug zur Finanzwelt kennen und was es bedeutet, ein Unternehmen zu gründen und zu führen. Das unternehmensspezifische Know-how mussten sich die fünf aber selbst erarbeiten, vom Bau einer Website bis zum Wissen über die verschiedenen Kräuterarten. «Wir haben Bücher gewälzt und ausprobiert, bis es eben stimmte», so Arman Göktas.

Einen grossen Meilenstein für die Firma hat die Gruppe also erreicht: den Award für das kreativste Projekt. Der Preis ist nicht ohne, denn im September darf das Team von TryNew nach Zürich reisen und da in den Genuss eines 4-Sterne-Hotels kommen. «Ausserdem können wir unsere Mini-Gärten vor möglichen künftigen Kundinnen und Geldgebern präsentieren», ergänzt Srishti Manivel. Eine grosse Chance also für das Projekt. Für das fünfköpfige Team ist klar: Das Unternehmen soll auch nach der Kanti-Zeit weiterleben. Und das letzte Jahr an der Kanti ist für die fünf schon in einem Jahr vorbei.

www.trynew.ch

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