Stadt
05.12.2018

Technik-Luft an der Kanti schnuppern

Zu tüfteln und auszuprobieren gehört in der Technik dazu. (Bild: Patrick Heller)Eine Schülerin setzte die Hololens auf, mit der interaktive 3D-Projektionen in der direkten Umgebung dargestellt werden können. (Bild: mim)Eine Crème selbst herstellen lernten die vorwiegend weiblichen Schüler im Modul «Crèmes & Co. für eine spürbar zartere Haut». (Bild: Patrick Heller)Niedlich war «Nao», der auf dem Tisch tanzen konnte und die Schülerinnen und Schüler sowohl im Modul als auch in der Pause unterhielt.(Bild: Patrick Heller)In «Mikroplastik: Sind wir umgeben von Mini-Müll?» lernten die Schüler/innen zwischen organischen Fragmenten und Mikroplastik zu unterscheiden. (Bild: mim)

Zu tüfteln und auszuprobieren gehört in der Technik dazu. (Bild: Patrick Heller)

Eine Schülerin setzte die Hololens auf, mit der interaktive 3D-Projektionen in der direkten Umgebung dargestellt werden können. (Bild: mim)

Eine Crème selbst herstellen lernten die vorwiegend weiblichen Schüler im Modul «Crèmes & Co. für eine spürbar zartere Haut». (Bild: Patrick Heller)

Niedlich war «Nao», der auf dem Tisch tanzen konnte und die Schülerinnen und Schüler sowohl im Modul als auch in der Pause unterhielt.(Bild: Patrick Heller)

In «Mikroplastik: Sind wir umgeben von Mini-Müll?» lernten die Schüler/innen zwischen organischen Fragmenten und Mikroplastik zu unterscheiden. (Bild: mim)

«TecDay» 953 Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Olten erlebten am vergangenen Donnerstag anlässlich des «TecDay» Technik und Naturwissenschaften hautnah.

Mirjam Meier

Rund 20 Schülerinnen und Schüler betrachteten konzentriert durch ihr Mikro-skop die Umwelt- proben, welche dem Oberflächengewässer des Rheins entnommen wurden. Ziel war es, zwischen organischen Fragmenten und Mikroplastik zu unterscheiden. «Pro Tag gelangt 80 Gramm Mikroplastik in den Rhein, also 30 Kilogramm pro Jahr», hielt Prof. Dr. Patricia Holm, Professorin an der Universität Basel, fest. Zum Abschluss des Moduls «Mikroplastik: Sind wir umgeben von Mini-Müll?» erhielten die Schüler/innen nochmals eine Probe eines Nivea Peelings und stellten fest: auch darin befindet sich Mikroplastik. Auf die Frage, was der Einzelne gegen Plastikmüll unternehmen kann, rieten die Schülerinnen und Schüler diesen zu sammeln und Produkte wenn möglich mehrmals zu verwenden. Ein paar Schulzimmer weiter setzte eine Schülerin die Hololens auf und tastete mit den Armen durch die Luft. Die Hololens kann interaktive 3D-Projektionen in der direkten Umgebung darstellen. Gleich daneben stand «Nao» auf dem Tisch. Der weisse Roboter mit seinen Kulleraugen und blauen Sensoren hat etwas Niedliches an sich und begeisterte die Schülerinnen und Schüler sowohl während des Moduls als auch in der Pause mit seinem Können.

Zweiter «TecDay»

An der Kantonsschule Olten hielt am vergangenen Donnerstag die Technik und Naturwissenschaft Einzug. So führte die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) nach sechs Jahren zum zweiten Mal den «TecDay» durch. Die politisch unabhängige und nicht kommerziell orientierte SATW ist ein Netzwerk von Persönlichkeiten, die sich seit 1981 dafür einsetzen, die Technik zum Wohl der Gesellschaft zu fördern. Mit rund 63 Modulen und gegen
80 Experten bot sich den 953 Schüler/innen ein riesiges Spektrum unterschiedlicher Kurse, aus denen sie drei Module auswählen konnten. Diese bestanden jeweils aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Dabei gehörten «Live Hacking: Bist Du vor Hackern gefeit?», «Ernährung: Jeder is(s)t anders», «Handystrahlen», «Kein Leben ohne Tod» und «Biochemie von Drogen und Drogentests» zu den Favoriten.

Möglichkeiten aufzeigen

«Wir alle nutzen Technik tagtäglich selbstverständlich und immer häufiger. Insbesondere die Jugendlichen sind sich diesem umfassenden Wandel jedoch kaum bewusst», hielt Silvia Kraus, Marketing Managerin Nachwuchsförderung der SATW fest und fügte an: «Wir möchten mit dem «TecDay» den Schülerinnen und Schülern die Technik näher bringen, denn leider steht diese als eines der «MINT-Fächer» (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) nicht auf dem Schulplan. Wir wollen aber nicht nur das Interesse wecken, sondern auch dafür sorgen, dass vermehrt Studiengänge im technischen Bereich gewählt werden.» Bei den Referenten handelt es sich um Experten, die ihr Wissen an den «TecDays» freiwillig und unbezahlt zur Verfügung stellen. «Auch die Kantonsschulen mit ihren meist sprachlichen Schwerpunkten sind gefordert, die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten aufzuzeigen», hielt Kantonsschule Olten-Rektorin Sibylle Wyss fest. Seit elf Jahren werden jährlich in der Anzahl stetig steigend «TecDays», die sich an Kantonsschulen und Gymnasien richten, an verschiedensten Standorten in der Schweiz durchgeführt. Sie sind Teil der technischen Förderungsarbeit, welche die SATW im Auftrag des Bundes betreibt, um dem Fachkräftemangel in Technik und Informatik entgegenzuwirken.

Gezielte Mädchenförderung

Neben der Organisation des «TecDay» widmet sich die SATW mit verschiedenen Projekten auch der gezielten Mädchenförderung. «Wir führen aktuell erstmals ein Mentorprogramm durch, für welches sich technisch begabte Mädchen qualifizieren können. Nach Aufnahme ins Programm werden diese durch Frauen, die bereits im technischen Berufsleben stehen, begleitet», zeigte Kraus auf. Rollenbilder aufzubrechen braucht jedoch Zeit und speziell die Mädchen müssen für technische Berufe abgeholt werden. Auch am «TecDay» waren gewisse Rollenbilder erkennbar. So bestand die eine Klasse, die das Modul «Crèmes & Co. für eine spürbar zartere Haut» besuchte aus rund 25 Mädchen und einem Jungen. Sehr viele Jungs übten sich hingegen etwas später in der Turnhalle der Kanti Olten im Modul «Weltall - der neue Schrottplatz?» im Drohnen fliegen. Wenn auch anzahlmässig geringer setzten sich einige Mädchen ebenfalls mit der Steuerung hinter den Sichtschutz. «Beim Absolvieren des Parcours gewinnen meist die Mädchen», erzählte Silvia Kraus schmunzelnd.

Mehr Infos zur SATW und ihren Förderprogrammen erhalten Sie unter: www.satw.ch.

www.kantiolten.ch

 

 

 

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