Stadt
05.06.2019

Naturnähe in der Stadtgärtnerei

Walter Egger, der neue Bereichsleiter Gärtnerei, setzt künftig auf mehr Naturnähe bei der täglichen Arbeit. (Bild: mim)

Walter Egger, der neue Bereichsleiter Gärtnerei, setzt künftig auf mehr Naturnähe bei der täglichen Arbeit. (Bild: mim)

Werkhof Olten Neben dem bevorstehenden 12. Bring- und Holtag am Samstag, 8. Juni, erzählt Walter Egger, der neue Bereichsleiter Gärtnerei, von der zukünftigen natur- nahen Ausrichtung der Stadtgärtnerei.

Mirjam Meier

Der traditionelle Bring- und Holtag im Oltner Werkhof sei im vergangenen Jahr im bewährten Rahmen über die Bühne gegangen, erzählt Werkhofchef René Wernli. Einzig das Filmteam vom Schweizer Fernsehen mit Sven Epiney, das für seine Sommerserie das Repair Café besuchte, sei etwas aus der Norm gefallen. «Bis auf wenige Restposten haben alle in den Werkhof gebrachten Gegenstände einen neuen Besitzer gefunden», erzählt Wernli und fügt erfreut an: «Sogar der riesige Hometrainer wurde mitgenommen.» Deshalb lautet die Devise auch am kommenden Samstag, 8. Juni wieder: Tauschen. Gegenstände, die nicht mehr gebraucht werden und gut erhalten sind, können von 9 bis 11 Uhr in den Werkhof gebracht werden. Schnäppchenjäger, die jeweils bereits ungeduldig vor den Werkhoftüren warten, können von 11.30 bis 13 Uhr ihr Glück versuchen. Der Tauschplausch ist für Bringende und Holende kostenlos. Ein spezieller Bereich ist zudem dem Tauschen für Kinder gewidmet. Bereits zum dritten Mal am Bring- und Holtag mit dabei ist zudem das Repair Café Olten-Team, das ergänzend zum Tausch seine Fertigkeit im Reparieren von Gegenständen einsetzt. «Das Repair Café passt perfekt ins Konzept und hat sich bewährt», so der Werkhof-Chef.

Verschiedene Aktionen

Auch neben dem Bring- und Holtag stehen im Werkhof Olten ein paar Projekte an. Am 24. August wird zum zweiten Mal der Plogging-Event durchgeführt und nach dem Film über den Weg des Kunststoffsammelsacks zeigt der Werkhof Olten in seinem fünften Film, der ab Spätsommer auf der Webseite aufgeschaltet ist, den Kreislauf des Kompostes auf. Ausserdem angedacht ist eine neue Aktion mit den öffentlichen Abfallkübeln. «Nachdem wir sie vor wenigen Jahren mit Kinderzeichnungen farbenfroh verkleideten, möchten wir in diesem Herbst Oltner Künstler einladen, unsere Abfallkübel aufzuwerten», erzählt Wernli.

Schwarzentsorger nehmen zu

Ende Juni steht mit dem Oltner Schulfest wieder ein grösserer Anlass an. «Die Putzequipe ist an solchen Tagen sehr früh unterwegs, denn es gilt die Umzugsroute im Vorfeld zu reinigen. Ausserdem werden die Rabatten gejätet und die Beflaggung angebracht», zeigt Wernli auf, während er auf eine längere Einsatzliste blickt. Während des Festes werde sich eine Kanti-Klasse einen Batzen verdienen, indem sie die Tische abräumt und Abfall aufsammelt. Apropos Abfall aufsammeln: Mit einer erneuten Plakatkampagne auf den Fahrzeugen will der Werkhof auf Schwarzentsorger aufmerksam machen. «Littering bleibt ein allgegenwärtiges Thema, insbesondere in den Sommermonaten, aber auch die Schwarzentsorger nehmen zu», erzählt Wernli. Jedoch ab und an gelinge es dem Werkhof, die Abfallsünder ausfindig zu machen. Ein Erfolgserlebnis konnte Wernli in der Schützi verzeichnen. Insgesamt 23 schwarze Abfallsäcke wurden auf dem Schützi-Parkplatz «entsorgt». Anhand der Abfälle konnte festgestellt werden, dass es sich beim Abfallsünder um einen Restaurationsbetrieb handelt, der schliesslich ermittelt werden konnte und eine saftige Busse der Polizei erhielt.

Neuer Bereichsleiter ist alter Hase

Mit rücksichtslosen Personen hat es zuweilen auch Walter Egger, der neue Bereichsleiter Gärtnerei, zu tun. «Nicht selten werden unsere Ansaaten zertrampelt oder frisch angepflanzte Rabatten zerstört. Kinder reissen Pflanzen aus und Hunde graben Löcher in den Rasen», erzählt der 55-Jährige bedauernd. Nach dem Weggang von Thorsten Güllekes hat der langjährige Stellvertreter Walter Egger den Posten des obersten Stadtgärtners übernommen. Der neue Bereichsleiter Gärtnerei weiss, wovon er spricht, schliesslich kennt Egger nach 18 Jahren Tätigkeit im Werkhof die Stadt wie seine Westentasche. Gemeinsam mit seinem neunköpfigen Team will Egger künftig die Natur bei der täglichen Arbeit mehr einbeziehen. «Baumscheiben werden wir zukünftig mit Naturblumen ansäen oder Rasenflächen, die kaum genutzt werden, in Blumenwiesen umwandeln», zeigt Egger auf und fügt an: «Zudem möchten wir zukünftig wo möglich auf chemischen Dünger verzichten und stattdessen biologischen verwenden. Beim Sportrasen reicht der biologische Dünger leider nicht aus, um ihn zu erhalten.» Es müsse für jeden etwas dabeihaben, weiss Egger und möchte deshalb auch nicht gänzlich auf die traditionell angepflanzten Blumenrabatten verzichten. «Die einen empfinden naturnahe Anpflanzungen als unordentlich, andere stören sich an den geordneten Blumenbeeten», weiss Egger um das Dilemma. «Nachdem wir aufgrund des fehlenden Budgets Ende Jahr keine Einkäufe tätigen konnten, gibt es diesem Frühling leider keine Blumenrabatte. Damit jedoch nicht nur Unkraut wächst, haben wir nun halbjährige Ansaate auf Naturbasis angepflanzt», so der Chef-Stadtgärtner.

Lebensraum für verschiedenste Tierarten

Bei seiner neuen Aufgabe als Bereichsleiter Gärnterei ist für Egger die administrative Tätigkeit neu. Trotz des angestiegenen Aufwands an Büroarbeit möchte der 55-Jährige so viel wie möglich draussen mit seinem Team arbeiten. Nach einer Lehre bei Rippstein Gartenbau, arbeitete Egger bei Wasserkraft Gösgen, kurze Zeit bei Kummler und Matter und wechselte schliesslich 2001 zum Oltner Werkhof. Neben der Betreuung der rechten Aareseite, hat er in den vergangenen Jahren die Biotope in Olten wieder in Schuss gebracht. So auch im Frohheimschulhaus, wo das Gelände zwar aus Vandalismusgründen eingezäunt werden musste, es aber durch die entsprechende Pflege ein Lebensraum für die verschiedensten Tierarten geworden ist. Bei sich zu Hause pflegt der gebürtige Oltner, der seit 18 Jahren in Oftringen lebt, einen naturbezogenen Garten und unterhält ebenfalls ein kleines Biotop. «In meinem Garten trifft man alles an, von der Kiwipflanze bis zur Wegwarte», erzählt der vierfache Familienvater lächelnd, fischt einen Mulch aus dem Teich des Frohheimschulhauses und erklärt, bevor er das Tier wieder ins feuchte Nass entlässt: «Die mit dem orangen Bauch sind die männlichen Tiere.»

12. Bring- und Holtag
Werkhof Olten, Samstag, 8. Juni, 9 bis 13 Uhr

www.werkhof-olten.ch

 

 

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