04.04.2019

Wenn Trimbach Massstäbe setzt

Die Sozialarbeiter David Bieli und Fabienne Hurni: Bieli hat mit seiner Kinder- und Jugendförderung Bieli GmbH im Februar das Mandat für die Offene Kinder- und

Die Sozialarbeiter David Bieli und Fabienne Hurni: Bieli hat mit seiner Kinder- und Jugendförderung Bieli GmbH im Februar das Mandat für die Offene Kinder- und Jugendarbeit Trimbach (OKJAT) übernommen. (Bild: ZVG)

Offene Kinder- und Jugendarbeit Trimbach (OKJAT)Während Olten die Tore seiner Jugendarbeit für weitere vier Monate geschlossen hat, lädt die Offene Kinder- und Jugendarbeit Trimbach, die heuer ihr 5-Jahr-Jubiläum mit einem neuen Mandatsträger feiern kann, in den Frühlingsferien erneut zum Fussballspielen ein.

Mirjam Meier

Noch ist es ruhig im Kinder- und Jugendtreff «chillout» mit Eingang hinter dem Mühlematt- schulhaus in Trimbach. Die Oltner Künstlerin Martina Baldinger stapelt auf einer Festbank verschiedenfarbiges Papier, um später die Blätter mit den Kindern und Jugendlichen einzufärben. Währenddessen füllt sich der Treff mit Leben. Mädchen und Jungen jeglichen Alters finden sich ein und ihr Gang führt sie zu den beiden Sozialarbeitern David Bieli und Fabienne Hurni: Sich zur Begrüssung die Hand zu reichen, gehört dazu. Die Musik wird aufgedreht und der Töggelikasten in Betrieb genommen. Die Mädchen zieht es an den Maltisch. «Nachdem sich in der Anfangsphase vor allem Jungs im «chillout» aufhielten, konnten wir nun durch ergänzte Angebote, wie den Kreativnachmittag am Mittwoch unter der Leitung der Künstlerin Martina Baldinger und der Museumsmitarbeiterin Denise Steinmann, viele Mädchen für den Treff begeistern», freut sich David Bieli, der Leiter der OKJAT, und Fabienne Hurni fügt an: «Wir führen einige Kurse selbst durch, wie eine anstehende Informationsveranstaltung zum Thema «Ernährung und Gesundheit» oder laden Spezialisten ein, wie zum vergangenen Thema «Rauchen». Grundsätzlich sind wir jedoch nicht dafür da, die Kinder- und Jugendlichen zu unterhalten, sondern sie zu sensibilisieren und bei ihren Projekten zu unterstützen», stellt Hurni klar.

Fünf Jahre OKJAT

Bieli ist seit 2013, dem Start der OKJAT, als Sozialarbeiter mit dabei. Nach der dreijährigen Aufbauphase durch die Schweizer Kinder- und Jugendförderung «Infoklick.ch» stieg die «Büro WEST AG» als Trägerverein ein und Bieli wurde Betriebsleiter. Seit Februar dieses Jahres, pünktlich zum fünfjährigen Jubiläum, wurde Bieli nun mit seiner Kinder- und Jugendförderung Bieli GmbH als neuer Mandatsträger bestimmt. «Meine langjährige Tätigkeit und mein Masterstudium, in welchem Innovation und Selbstständigkeit wichtige Themen sind, sowie der Zuspruch von der Trimbacher Jugendkommission und dem Gemeinderat haben mich dazu bewogen, auf die Selbstständigkeit zu setzen», erklärt Bieli. Hurni, die seit zwei Jahren in Trimbach tätig ist und daneben Soziale Arbeit an der Fachhochschule studiert und im Februar den Bachelor in Sozialer Arbeit abgeschlossen hat, ist neu von der Bieli GmbH angestellt. Ziel sei es, künftig auch zusätzliche Mandate oder Einzelaufträge zu akquirieren, so Bieli.

Das Erfolgsgeheimnis

 «Mittlerweile nutzen von den rund 800 Trimbacher Schülerinnen und Schülern rund die Hälfte ein Angebot des OKJAT», weiss Bieli. Doch was ist das Erfolgsgeheimnis? Die Konstanz und die Unterstützung von politischer Ebene nennt er als wichtige Faktoren für eine gelingende öffentlich-kommunale Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. «Wenn Vertrauen und Respekt gegeben sind, kann man mit der Arbeit beginnen», so Bieli und Hurni ergänzt: «Neben der Gemeinde sind auch eine regelmässige Zusammenarbeit mit der Schule und der Schulsozialarbeit wichtige Pfeiler für die OKJAT.» Vor vier Jahren wurde das «Pling», ein alle zwei Wochen an den verschiedenen Schulhäusern alternierend stattfindendes Ideenbüro, eingeführt. «Dabei beraten Sechstklässler während einer Stunde jüngere Kinder. Wir coachen die Älteren und stehen ihnen beratend zur Seite», erzählt Hurni. Die Akzeptanz und Wichtigkeit der offenen Kinder- und Jugendarbeit spiegle sich auch in deren Standort gleich neben dem Schulhaus wider. «Nicht selten werden die Treffs in ein Industriegebiet verlegt, doch wir befinden uns mitten im Zentrum von Trimbach», betont Hurni. Aussergewöhnlich sei auch der Auftrag der OKJAT, die sich mit ihrer Arbeit nicht nur an Jugendliche, sondern wie es der Name bereits verrät, auch an Kinder richtet. «Zu Beginn war diese Altersspanne zwischen 8 und 16 Jahren erschwerend. Heute zeigt sich, dass in den vergangenen Jahren seit dem Start eine intensive Beziehungsarbeit möglich war. Einige Jugendliche kenne ich, seit sie die zweite Klasse besuchten», erzählt Bieli. «Wichtig ist ausserdem, die Kinder- und Jugendlichen in unsere Aktivitäten und Entscheidungen mit einzubeziehen und transparent zu sein, auch in finanzieller Hinsicht. Jugendliche haben uns deshalb schon an eine Besprechung mit der Gemeinde begleitet, damit sie verstehen, wieso gewisse Entscheide Geduld erfordern. Damit schaffen wir ein familiäres Miteinander und erfahren eine grosse Wertschätzung», erzählen die beiden Sozialarbeiter.

Eingang wird neu gestaltet

Das Angebot mit dem Kreativnachmittag am Mittwoch und der Abendveranstaltung am Freitag im «chillout» mit betreuten Programmen ist umfassend. Daneben betreiben Hurni und Bieli aufsuchende Jugendarbeit, bei welcher sie während des Sommerhalbjahres zwei Mal pro Woche öffentliche Plätze besuchen. Zudem dient das Büro am Mühleweg 11 als Anlaufstelle, um Bewerbungen zu schreiben oder andere Anliegen zu besprechen. «Wir stehen über verschiedene Social Media-Kanäle mit den Kindern und Jugendlichen in Kontakt», erzählt Hurni. Ausserdem bietet die OKJAT weitere Angebote, wie den Monkeyparkour, den Girls & Boys Day am 25. Mai sowie weitere Themennachmittage an. Daneben werden seit fünf Jahren die erfolgreichen Laureus Street Soccer-Turniere mit bis zu 60 Teilnehmenden während den Frühlingsferien durchgeführt. Auch heuer haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, die Fussballanlage zu bespielen und sich am Mittwoch, 17. April für das Turnier von 13.30 bis 17.30 Uhr anzumelden. «Trotz des breiten Angebots befindet sich ein Projekt seit längerem in Planung: Wir möchten eine Liegenschaft in der Gemeinde Trimbach umbauen, um weitere Räume speziell für Jugendliche zu schaffen», erzählt Bieli. Eine kleinere Neuheit zum fünfjährigen Bestehen will sich die OKJAT aber bereits in den Frühlingsferien leisten: «Wir lassen den Eingangsbereich hinunter in die Zivilschutzräume des Treffs «chillout» durch die Oltner Illustratorin Petra Bürgisser gestalten. Während der Frühlingsferien werden die verschiedenen von den Kindern und Jugendlichen genannten Aktivitäten auf den Wänden verewigt. Daneben ist Bieli daran, ein Leitbild für die Kinder- und Jugendarbeit Trimbach zu erarbeiten, um zu definieren, wohin die Reise der OKJAT in den nächsten Jahren gehen soll.

Laureus Street Soccer-Turnier
Mittwoch, 17. April, 13.30 bis 17.30 Uhr

www.okjat.ch

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