Stadt
11.09.2019

Mit viel Neuem in die Saison

Freuen sich auf den morgigen Start in die Saison und nutzen die nächsten Monate für die Einarbeitung: Stadttheater-Direktorin Edith Scott und der bisherige Direktor Herbert Schibler. (Bild. mim)

Freuen sich auf den morgigen Start in die Saison und nutzen die nächsten Monate für die Einarbeitung: Stadttheater-Direktorin Edith Scott und der bisherige Direktor Herbert Schibler. (Bild. mim)

Stadttheater Olten Mit dem gemeinsamen Konzert von Pepe Lienhard, Charlotte Heinke und der Big Band Olten wird am Freitag, 13. September um 19 Uhr die diesjährige Stadttheater Saison eröffnet. Ebenfalls gestartet ist Edith Scott, die neue Direktorin des Stadttheater Olten.

Mirjam Wetzstein

Die ersten Erinnerungen an das Stadttheater Olten würden in die frühe Kindheit zurückreichen, erzählt Edith Scott. «Zufälligerweise besuchte mein Bruder in der Primarschule den Unterricht bei Herbert Schibler und ich durfte mir gemeinsam mit der Schulklasse die Vorstellung von «Hänsel und Gretel» ansehen», erzählt die gebürtige Obergösgerin lächelnd. Während ihrer Kanti-Zeit seien zudem die Besuche der üblichen Schulvorstellungen sowie der Nebenjob als Platzan- weiserin als Berührungspunkte hinzugekommen. «Während einige meiner Kolleginnen die Vorstellungszeit nutzten, um zu lernen, habe ich die Arbeit im Stadttheater bereits damals als schönen Türöffner betrachtet. Dank dieser Möglichkeit erhielt ich einen Zugang zu Theaterstücken und Konzerten, die ich mir sonst nicht angeschaut hätte», erzählt Scott.

In den «Kunst-Kuchen» eintauchen

Die Oltnerin absolvierte nach der Matura den Bachelor of Arts an der Universität von Fribourg und belegte im Hauptfach Germanistik und im Nebenfach Musikwissenschaften. Im anschliessenden Masterstudium an der Universität Zürich besuchte sie im Hauptfach «Neuere deutsche Literatur- wissenschaft» und im Nebenfach erneut Musikwissenschaften. «Meine Eltern haben mich immer sehr unterstützt», betont Scott, weshalb sie auch früh mit dem Geigenunterricht begonnen habe. «Sie besassen ein Stadttheater-Abo, doch zu Hause haben wir nicht gemeinsam musiziert», so Scott auf die Frage nach der künstlerischen Prägung durchs Elternhaus. Obwohl ihre Eltern Wert darauf legten, dass die Kinder viel lesen, besuchte ihre Tochter zu Kindertagen lieber die Pfadi oder die Turnvereine. «Das Interesse für Literatur wurde bei mir erst spät, während der Matura- prüfung, geweckt», erzählt die 30-Jährige. Bereits nach der Matura sei ihr klar gewesen, dass sie vollumfänglich in den «Kunst-Kuchen» eintauchen möchte. In den folgenden Nebenjobs in den Bereichen Dramaturgie und Regie habe sie ein Verständnis für die künstlerische Tätigkeit entwickelt. Selbst auf der Bühne zu stehen sei jedoch nur kurz ein Thema gewesen. «Ich wollte mich beruflich mit Kultur beschäftigen, daneben aber nicht nur kreativ, sondern auch administrativ tätig sein», erklärt Scott und fügt mit einem Lächeln an: «Somit passt nun die Direktionsaufgabe perfekt.»

Damit ein Orchester spielen kann

Bis Ende August war Scott als Leiterin des künstlerischen Betriebsbüros Orchester tätig und für die Orchesterprojekte und -pädagogik beim Theater Orchester Biel Solothurn zuständig. «Ich war insbesondere für das Eventmanagement, die Organisation von Konzerten, die Künstlerakquise und -betreuung, das Abschliessen von Verträgen und die Zusammenarbeit mit anderen Konzerthäusern zuständig. Daneben gehörte auch die Arbeit mit dem Orchester zu meinen Aufgaben», erzählt die Oltnerin. Dies habe unter anderem personelle und planerische Tätigkeiten, wie die Probenabsprachen mit den Dirigenten und das Organisieren von Instrumenten und Musikern beinhaltet. «Kurz gesagt, war ich für alles verantwortlich, dass es braucht, damit aus organisatorischer Sicht ein Orchester spielen kann.»

Zusammenarbeiten im Vorfeld

Aufgrund ihrer Ausbildung fühlt sich Scott musikalisch sehr der Klassik zugewandt. Obwohl sie sich auf der Bühne gerne Stücke von Schiller, Dürrenmatt und Frisch anschaue, würden sich in ihrer Bibliothek auch viele moderne Werke, zum Beispiel aus der Schweizer Literatur, finden. Auf die Frage, nach ihren persönlichen künstlerischen Höhepunkten in den vergangenen Jahren meint die Direktorin: «Mich überzeugte das mir vorher unbekannte Münchner Streichquartett musikalisch. Besonders freut es mich, dass es nun auch in der neuen Saison im März im Stadttheater Olten zu hören sein wird.» Aber auch das top besetzte Musical «Hairspray» sei grandios gut gemacht gewesen, so Scott, die vor zwei Jahren von Kulturjournalistin Madeleine Schüpfer die redaktionelle Arbeit für die Theaterzeitung sowie zur Entlastung von Herbert Schibler die Abendbetreuung der Künstlerinnen und Künstler übernommen hatte. «Neben der Verbindung unserer Häuser sind damit im Vorfeld zusätzliche Zusammenarbeiten entstanden», so die Direktorin.

Start mit Unterbruch

«Im Moment geht es in erster Linie darum, sich ins System einzuarbeiten, sich der Werbung und Budgetierung zu widmen und möglichst viele Leute kennenzulernen», erzählt der ehemalige Stadttheater-Direktor Herbert Schibler von der gemeinsamen Einführungsphase. Die Programmierung der Saison 2020/21 sei weit fortgeschritten und somit ein Gemeinschaftswerk.
Ab dem ersten Oktober feiere er seinen Ruhestand mit einer Deutschlandreise, erzählt Schibler mit einem grossen Lächeln. Seinen beinahe Ruhestand, denn Mitte Oktober stoppt er bei der Inthega-Messe in Bielefeld, wo er Edith Scott treffen wird. «Das Kennenlernen von vielen Kontakten, die letzten Zutaten für die Saison 2020/21 und Ideen für die nachfolgende Saison sollen sich dort ergeben», erklärt er. Im November wird sich Edith Scott bis März in den Mutterschaftsurlaub zurückziehen. «Während dieser Zeit werde ich von Herbert Schibler und der Mitarbeiterin Beatrice Käser vertreten», erklärt Scott.

Saison mit vielen Höhepunkten

Im Hinblick auf die aktuelle Saison, freut sich Schibler neben den klassischen, hochkarätigen Acts, auch auf die Aretha Franklin-Tribute Show «Respect», das Weihnachts-Konzert von Andrej Hermlin and his Swing Dance Orchestra Berlin, das Musical «Ein Amerikaner in Paris» von George Gershwin, aber auch auf den «Irish Heartbeat»-Abend. Seine Nachfolgerin ist besonders auf den Auftritt von Gabriela Montero mit dem Kammerorchester Basel gespannt. «Montero pflegt die Kunstform der Improvisation, weshalb es toll ist, sie live zu erleben. Daneben freue ich mich über alle Konzerte vom Theater Orchester Biel Solothurn (TOBS). Da handelt es sich um eine Herzensangelegenheit», so Scott mit einem vielsagenden Lächeln. «Aber auch die Schauspiele «Lehman Brothers» und «Schtonk!» dürften durch ihre spannenden Themen zum Aufarbeiten und Nachdenken einladen.»

Saisonstart und ein Blick in die Zukunft

Er habe die «Big Band Olten» seit längerer Zeit auf dem Radar gehabt und als er schliesslich vor zwei Jahren Pepe Lienhard getroffen habe, fügte sich alles zusammen, so Schibler. Gemeinsam mit Edith Scott wird er am Freitag, 13. September anlässlich der Saisoneröffnung Pepe Lienhard, die Musicalsängerin Charlotte Heinke sowie die Big Band Olten begrüssen können. Gefragt nach einem Blick in die Zukunft meint Scott: «Ich möchte meinen Horizont offen behalten und den Besuchern kein Programm vor die Nase stellen, hinter dem ich nicht stehen kann.» Nun gelte es aber erstmals, sich einzuarbeiten und zu verstehen, wie die Abläufe funktionieren. Allenfalls könne sie sich vorstellen am Stadttheater-Auftritt etwas zu verändern und die einzelnen Konzert- und Theaterabende anders zu gestalten. «Dies sind aber noch sehr vage Ideen», schliesst die neue Direktorin des Stadttheater Olten.

www.stadttheater-olten.ch

 

 

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