Stadt
08.05.2019

«Für meine Verhältnisse antwortete ich blitzschnell»

Die Autoren (v.l.) Lorenz Pauli, Tanja Kummer und Peter Bichsel im Gespräch mit Verleger Thomas Knapp (3. v.l.). (Bild: mim)

Die Autoren (v.l.) Lorenz Pauli, Tanja Kummer und Peter Bichsel im Gespräch mit Verleger Thomas Knapp (3. v.l.). (Bild: mim)

Schweizer Schriftstellerweg In der sehr gut besuchten Oltner Friedenskirche wurde am vergangenen Samstag die Eröffnung der neuen Hörstationen des Schweizer Schriftstellerweges mit Texten von Peter Bichsel, Lorenz Pauli und Tanja Kummer gefeiert.

Mirjam Meier

Nach der Begrüssung richtete Region Olten Tourismus-Präsident Deny Sonderegger seinen Dank an die Sponsoren sowie einen speziellen an Verleger Thomas Knapp für seine Unterstützung. Er stellte kurz die Thurgauer Autorin Tanja Kummer und den Berner Kinderbuchautor Lorenz Pauli vor. Autor Peter Bichsel vorzustellen sei jedoch Wasser in die Aare getragen, meinte der Präsident schmunzelnd.

Gelungenes Projekt mit nationaler Ausstrahlung

Stadtpräsident Martin Wey überbrachte die Grussworte der Stadt und sprach vielsagend von einem Freudentag, den er in den heutigen Tagen sehr gerne entgegennehme. Zudem lobte er den Schweizer Schriftstellerweg als gelungenes Projekt mit nationaler Ausstrahlung sowie den niederschwelligen Zugang zur Bücherwelt und Geschichten.

Neue Autoren - neue Geschichten

Der Schweizer Schriftstellerweg, der 2016 eröffnet wurde, ist seit vergangenem Samstag um sechs Geschichten reicher und zählt nun über 50 Stationen und 90 Geschichten. Neben dem im Schriftstellerweg eingebetteten Quai Cornichon konnte das Angebot im vergangenen Jahr durch die Familientour von Christian Schenker erweitert werden. Die Geschichte von Kinderbuchautor Lorenz Pauli «Die komischi Stimm isch ganz naach gsi. Si het unger eme Büechergstell füre tönt» ist bei der Jugendbibliothek, diejenige von Tanja Kummer «Chum, mir gönd i d Schtadt, go luege, go lose, go schmöcke und go entdecke» bei der Stadtbibliothek zu finden. Peter Bichsel schrieb gleich vier Geschichten, die allesamt auf der rechten Aareseite, wo Bichsel aufgewachsen ist, am Bahnhof, beim Bifangschulhaus, beim Vögeligarten und im Mühletäli zu finden sind.

Wählte Worte mit Bedacht

Den Talk mit Peter Bichsel eröffnete Verleger Thomas Knapp mit den Worten «diese Leute sind alle wegen dir gekommen!» und verwies auf die sehr gut besetzten Bänke der Friedenskirche. Peter Bichsel erzählte von seiner Mutter, die ihn angelogen habe, denn sie habe gesagt, dass es in Olten nur nette Leute gebe, die nicht fluchen, was sich gleich nach seiner Ankunft in Olten als Lüge herausgestellt habe. «Die Skepsis gegenüber Olten ist geblieben, doch nicht wegen den Oltnern einzig wegen der Lüge meiner Mutter. Diese habe ich jedoch nicht ihr übel genommen, sondern den Oltnern», erzählte Bichsel schmunzelnd. Seine Erzählungen vom Fernseher beim Pfarrer mit Standbild, der Lehrerin Fräulein Brotschi und seine Zeit mit Freunden im Wald, den er nicht aus gesundheitlichen Gründen, sondern im Gegenteil wegen der Möglichkeit zu rauchen besuchte, gab Bichsel in grossen Pausen und mit viel Schalk zum Besten. Auf das Schreiben angesprochen meinte der Autor «das Schreiben hat viel mit nicht Können zu tun» und schloss mit den Worten «wenn ich darüber spreche, verleidet es mir.» Es folgten Gespräche über Mike Müller, der Bichsel parodierte und über das Leben und Überleben als Autor. Zum Schluss gesellten sich auch die beiden anderen Autoren zur Talk-Runde und Lorenz Pauli fragte Bichsel, ob die wohlüberlegten Antworten für ihn üblich seien, worauf Bichsel erwiderte «für meine Verhältnisse antwortete ich blitzschnell» und sorgte damit einmal mehr für herzhaftes Gelächter im Publikum.

www.oltentourismus.ch

 

 

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