Stadt
03.07.2019

Olten - das Tor zur Wanderwelt

Initiator und Projektleiter Hans Weber freut sich über den Ausbau der «ViaSurprise«-Route. Die Oltner Audiostation zum «Schriftstellerweg» ist aktuell wegen Umbauarbeiten noch nicht ausgeschildert, der gelbe Hinweis sollte jedoch in nächster Zeit am Bahnhof zu finden sein. (Bild: mim)

Initiator und Projektleiter Hans Weber freut sich über den Ausbau der «ViaSurprise«-Route. Die Oltner Audiostation zum «Schriftstellerweg» ist aktuell wegen Umbauarbeiten noch nicht ausgeschildert, der gelbe Hinweis sollte jedoch in nächster Zeit am Bahnhof zu finden sein. (Bild: mim)

ViaSurprise Wandergebiet Mit dem Beginn der Sommerferien zieht es vielleicht den einen oder anderen für eine Wanderung in den Solothurner und Baselbieter Jura. Mit Tagesetappen, Thementouren, Sehenswürdigkeiten und neu auch Audiostationen hat die «ViaSurprise»-Rundroute so einiges zu bieten.

Mirjam Meier

Von Olten hätten zwar alle schon gehört, aber viele würden die Stadt nur von der Durchreise kennen, denn sie sei auch ein wenig ein Tor zur Welt, so der Erzähler, der in der einen von 23 «ViaSurprise»-Audiostationen auf den «Schweizer Schriftstellerweg» in Olten verweist. Beides stimmt wohl, Letzteres insbesondere, da Olten eine von insgesamt fünf Städten ist, die mit einer Zubringer-Tour mit der «ViaSurprise»-Rundroute verbunden ist und damit ein Tor zur Wanderwelt darstellt.

Als Wandergebiet bekannter machen

Bei der «ViaSurprise» handelt es sich um eine in sechs Tagesetappen unterteilte Wander-Rundroute im Solothurner und Baselbieter Jura, die Hans Weber, der heutige Projektleiter der «ViaSurprise»-Geschäftsstelle, vor acht Jahren ins Leben gerufen hat. Von 2003 bis 2014 arbeitete der 61-jährige Kulturingenieur als Geschäftsführer beim Verein «Region Thal» und baute den «Naturpark Thal» auf. Daraus entstand die Idee, die Region als Wanderparadies bekannter zu machen. «Wir hegten die Absicht, das Naherholungsgebiet Personen aus den Städten näherzubringen», blickt Weber zurück. Das sei auch der Grund, wieso die «ViaSurprise»-Route in einem Kreis verlaufe, um sowohl von Olten als auch von Liestal, Basel, Solothurn und Balsthal zugänglich zu sein, erklärt Weber weiter. Das Projekt wurde zusammen mit den Organisationen Region Wasserfallen, Schwarzbubenland Tourismus, Kanton Solothurn Tourismus und Baselland Tourismus realisiert und sorgt seither für eine kantonsübergreifende Zusammenarbeit.

Drei Thementouren

Interessierte Wanderer erhalten auf der «ViaSurprise»-Webseite sowohl die Grunddaten über Zeit und Distanz sowie viele weitere Extras, wie eine exakte, ausdruckbare Wanderkarte von jeder gewünschten Etappe. «Eine Tagestour umfasst drei bis sechs Stunden, damit genug Zeit bleibt, um die Sehenswürdigkeiten auf dem Weg besuchen zu können», erzählt Hans Weber. In den vergangenen Jahren wurde die «ViaSurprise»-Route mit Thementouren ergänzt, wie die dreitägige «Industrie-Tour» von Balsthal nach Liestal und die sechstägige «Kloster-Tour» von Solothurn nach Basel. 2015 kam die «Kraftorte-Tour» hinzu, die in fünf Etappen von Olten nach Mariastein führt und dabei zu Sehenswürdigkeiten und vielversprechenden Ausblicken auf die Belchenflue, zum Kloster Schoenthal und zur Ermitage, einem romantischen Landschaftsgarten in Arlesheim führt.

Die Nummer 32 bei «SchweizMobil»

Da die «ViaSurprise»-Rundroute einem Regionalförderungsprogramm des Bundes angeschlossen war, welches Ende 2015 auslief, musste anschliessend eine neue Lösung gefunden werden. 2016 wurde der Verein «ViaSurprise» gegründet. Dieser finanziert sich durch die Beiträge seiner kantonalen und regionalen Mitgliederorganisationen Kanton Solothurn Tourismus, Baselland Tourismus, Region Solothurn Tourismus, Forum Schwarzbubenland, Naturpark Thal, Region Olten Tourismus und Region Wasserfallen. Hans Weber bemühte sich anschliessend darum, als Wandergebiet bei «SchweizMobil», dem Netzwerk für Langsamverkehr, aufgenommen zu werden, was schliesslich klappte. «Rund zwei Jahre dauerte der gesamte Prozess», erzählt der Projektleiter und fügt erklärend an: «Alle Wanderwege der «ViaSurprise» mussten von «SchweizMobil» in drei Kategorien in ihr Netzwerk aufgenommen werden, damit diese nun deren Nutzern online zur Verfügung stehen. Schliesslich wurden noch alle Wanderwege mit hunderten von Wegweisern signalisiert. Für dieses Unterfangen waren die Wanderweg Organisationen mehrere Wochen unterwegs.» Es sei ein zeitlich aufwändiger und mit insgesamt 30’000 Franken auch ein teurer, aber auf jeden Fall ein sinnvoller Schritt gewesen. «Mit der Aufnahme bei «SchweizMobil» erhält die «ViaSurprise» als regionale Route Nummer 32 nationale Bedeutung», freut sich Weber.

23 Audiostationen stellen Sehenswürdigkeiten vor

Parallel zur Integration bei «SchweizMobil» reifte die Idee, die «ViaSurprise»-Route durch Audiostationen zu ergänzen. «Wir hatten uns zuerst überlegt, einen Audioguide zu realisieren, doch wir merkten, dass die «ViaSurprise» vermehrt in Tagestouren besucht wird, weshalb es keinen Sinn gemacht hätte, Geschichten zusammenzuhängen», erzählt Weber vom Entstehungsprozess. Die 23 rund dreiminütigen Hörstationen von Autorin Barbara Saladin beleuchten mit Geschichten und Hintergrundinformationen sowie atmosphärischen Klangfetzen von den jeweiligen Orten die verschiedenen Sehenswürdigkeiten auf der «ViaSurprise»-Route. Die Audio-Files können vor Ort bei den Sehenswürdigkeiten mittels einem QR-Code aufs Natel übertragen oder via der Webseite von «ViaSurprise» angehört werden. Dieses Projekt habe dank finanziellen Beiträgen vom Liquidationsfonds des Schweizerischen Juravereins, vom Gasttaxenfonds Baselland und der Wirtschaftsförderung Kanton Solothurn realisiert werden können.

Ausbaubare Wanderroute

«Die «ViaSurprise»-Route ist ausbaubar», erklärt Weber und hat auch schon die eine oder andere Idee. «Momentan wird das Wandergebiet von einem eher älteren Klientel besucht. Doch es hat insbesondere mit dem Waldseilpark Wasserfallen oder auch dem Holzweg im Naturpark Thal auch einiges für Familien zu bieten, weshalb zugeschnittene Touren sicherlich spannend wären», überlegt Weber. Angesprochen auf eigene Wander-Präferenzen meint der Projektleiter mit einem Lächeln: «Ich bin ein totaler Fan vom Belchen. Da ich in Langenbruck zu Hause bin, ist das wahrscheinlich naheliegend.» Aber auch die Strecke von Mariastein nach Dornach sei sehr schön. «Bei den aktuell heissen Temperaturen wäre sicherlich eine Tour durchs Kaltbrunnental sehr zu empfehlen», so Weber und fügt an: «Mit einer Gipfeltour über den Belchen zur Hohen Winde und weiter zum Weissenstein könnte man von Olten nach Solothurn wandern, ohne je ins heisse Tal abzusteigen.» Eines steht auf jeden Fall fest, an Ideen zum Ausbau der "ViaSurprise" dürfte es auch in Zukunft nicht mangeln.

Mehr Informationen zur «ViaSurprise»-Rundroute erhalten Sie unter: www.viasurprise.ch

 

 

Günstige Komplettlösungen von update AG