Stadt
04.09.2019

Auf ein Neues mit der Jugendarbeit

(v.l.) Die Jugendwerk-Leiterin Fränzi Schneeberger, der Zivildienstleistende Hannes Keller und Bildungsdirektor Thomas Küng freuen sich über die neue Küche im Jugendwerk Olten und die damit einhergehenden Möglichkeiten. (Bild: mim)

(v.l.) Die Jugendwerk-Leiterin Fränzi Schneeberger, der Zivildienstleistende Hannes Keller und Bildungsdirektor Thomas Küng freuen sich über die neue Küche im Jugendwerk Olten und die damit einhergehenden Möglichkeiten. (Bild: mim)

Jugendwerk Olten Das Jugendwerk-Team hat seine Arbeit wieder aufgenommen und ist morgen das zweite Mal mit einem Container beim Bifangschulhaus stationiert. Ein Angebot in der Heimbasis in der Rötzmatt wird erst nach Beendigung der Sanierungsarbeiten möglich sein.

Mirjam Meier

Mitte August hat Sozialpädagogin Fränzi Schneeberger gemeinsam mit dem Zivildienstleistenden Hannes Keller die Arbeit im Jugendwerk in der Oltner Rötzmatt wieder aufgenommen. Dies nachdem die Türen des Jugendhauses seit Ende März geschlossen waren. Dabei herrschte Aufbruchstimmung, als Mitte November 2018 die «Kick-Off»-Veranstaltung über die Bühne ging.

Stockender Neustart

Nach zwei Jahren, in denen wegen der fehlenden Strukturen keine Jugendarbeit stattgefunden hatte, übernahm im August 2018 der Verein für Jugend und Freizeit (VJF) von der Stadt das Mandat für die Betreuung der Jugendarbeit. Nachdem Fränzi Schneeberger, angestellt vom Wohlener Non-Profit-Unternehmen VJF, die erste Zeit mit Aufräumarbeiten in der Rötzmatt zubrachte, sollte es ab November 2018 mit der Jugendarbeit losgehen. «Sowohl der Verein für Jugend und Freizeit als auch ich wussten von den politischen Differenzen in Olten. Wir kannten die Möglichkeit, dass gegen das Budget ein Referendum ergriffen werden könnte», erzählt Schneeberger. Als dieser Fall eintraf, überbrückte die Stadt finanziell die ersten drei Monate bis März 2019. Dass jedoch das Referendum im März vom Volk angenommen werden könnte, davon sei sie nicht ausgegangen, als sie im August ihre Arbeit in Olten aufgenommen habe, erzählt die 32-Jährige, die in Rothrist aufgewachsen ist und seit vier Jahren in Baden wohnt. «Zu meinem Glück hatte ich mit dem VJF einen Arbeitgeber im Rücken, der klarstellte, dass er mich nicht kündigen und die Zwangspause überbrücken wird. So war ich während drei der vier Monate in der Geschäftsstelle in Wohlen mit Konzeptarbeit beschäftigt», erzählt Schneeberger und meint auf Nachfrage, dass es schwierig und für die Jugendarbeit in Olten sicher nicht sinnvoll gewesen sei, mitten in der Aufbauarbeit wieder abbrechen zu müssen. «Ich habe es mir Ende Jahr überlegt, ob ich nach Olten zurückkommen möchte», antwortet sie auf die Frage nach ihrer Motivation und schiebt nach: «Mit der nun getätigten Renovation hat die Stadt Olten jedoch gezeigt, dass ihr die Jugendarbeit wichtig ist.» Doch nicht nur das fehlende Budget bremste das Jugendwerk-Team aus. «Wir stellten fest, dass die kantonale Betriebsbewilligung für den Eventraum fehlte und sicherheitstechnische sowie hygienische Vorschriften nicht eingehalten werden konnten», erklärt Thomas Küng, der Leiter der Direktion Bildung und Sport. Bereits im vergangenen November wurde festgestellt, dass sowohl im Eventraum «Garage 8» im Erdgeschoss, als auch im ersten Stock Sanierungsarbeiten getätigt werden müssen. Damals habe aber niemand mit einer fehlenden Betriebsbewilligung gerechnet.

Partizipativer Gedanke

Nach dem angenommenen Budget Ende Juni konnten nun im Juli die Sanierungsarbeiten im alten Haus am Rötzmattweg 8 wieder aufgenommen werden. «Der abgenutzte Boden im Partyraum wurde durch einen neuen, leicht zu reinigenden ersetzt und die Wände gestrichen», erzählt Schneeberger und fügt an: «Zudem wird in nächster Zeit die Bühne eingebaut und es werden noch ein paar technische Vorkehrungen getroffen. Ausserdem soll eine neue Bar den Raum verschönern, die noch eintreffen wird.» Es gehe nicht darum, das Gebäude luxuriös auszustatten, doch es solle zweckdienlich sein und den heutigen Ansprüchen genügen, um eine funktionierende Jugendarbeit zu betreiben, stellt Küng klar. Für den Eventraum verfolgt das Jugendwerk-Team einen partizipativen Gedanken. «Wir wollen die jungen Erwachsenen unterstützen, wenn sie einen Anlass durchführen möchten. Die Initiative muss jedoch von den Jugendlichen selbst kommen», erklärt die Sozialpädagogin.

Neue Küche für das Jugendwerk

Auch der erste Stock wurde farblich erneuert und in weiss und pastellgrün gestrichen. «Der Raum beim Eingang soll weiterhin als Aufenthaltsraum mit Billardtisch, Musikecke und Sofa dienen. Neben kleineren Sanierungsarbeiten, wurden die Küche und die sanitären Anlagen komplett erneuert. «Besonders an der nun den Vorschriften entsprechenden Küche mit dem neuen Gastro-Geschirrspüler habe ich grosse Freude», erzählt Schneeberger und fügt mit Vorfreude in der Stimme an: «Nun haben wir Platz, um mal gemeinsam mit den Jugendlichen zu kochen oder einen Kuchen zu backen.» Mit den Mietern der verschiedenen Räume im zweiten Stock seien Gespräche am Laufen. «Grundsätzlich wollen wir die Räumlichkeiten an Jugendliche und junge Erwachsene von Olten vermieten oder je nach Angebot, wie beispielsweise beim Fotolabor, Vereinbarungen treffen, damit auch die Jugendlichen das Angebot nutzen können», erklärt Küng und Schneeberger fügt an: «Es war auch eine schwierige Zeit für die Mieter, die nie wussten, ob sie die Räume weiterhin nutzen können.»

Ausweichangebot bis Anfangs Oktober

«Bei unserem Start Mitte August zeichnete sich leider ab, dass sich die Umbauarbeiten verzögern und wir nicht wie erhofft in Kürze unsere Türen für die Jugendlichen wieder öffnen können», erklärt Schneeberger. Deshalb verlegt das Jugendwerk Olten-Team seine Basis nach draussen. Bis am 4. Oktober ist es bei schönem Wetter mit einem Container mit einem kleinen Kiosk und Spielen jeweils am Mittwoch von 12 bis 18 Uhr und am Freitag von 16 bis 20 Uhr beim Bifangschulhaus vor Ort. «Zudem führen wir Gespräche mit der Schulleitung des Frohheimschulhauses, um nach den Herbstferien ein Angebot am Donnerstagnachmittag zu schaffen», zeigt die Sozialpädagogin auf. «Die Hürden und Schwierigkeiten beim Start bedauern wir sehr, wir bekommen nun die politischen Nachwehen voll zu spüren. Seit fast einem Jahr sind wir mit Sanierungsarbeiten und nicht, wie es eigentlich die Aufgabe ist, mit den Jugendlichen beschäftigt», stellt Küng fest. «Neben den Jugendlichen mussten auch die Partnerorganisationen immer wieder vertröstet werden, da ich selbst nicht wusste, wie es weitergeht», erzählt Schneeberger. Doch das Jugendwerk-Team steckt den Kopf nicht in den Sand: «Nun ist es unser Ziel, mit den verschiedenen Interessengruppen zusammenzusitzen und die Bedürfnisse abzuholen, um dann so schnell wie möglich nochmals neu durchstarten zu können», so Schneeberger. Damit dieser Start gelingt und mehr Planungs- sicherheit und Beständigkeit gewonnen werden kann, hat das Team nun einen Antrag beim Stadtrat eingereicht, damit eine eineinhalbjährige Leistungsvereinbarung unterzeichnet werden kann. Ein weiteres Ziel für das Team wäre eine dreijährige Leistungsvereinbarung. Der entsprechende Antrag für die Beratung im Parlament soll auf Basis der Ergebnisse eines vollständigen Betriebs-jahres ausgearbeitet werden.

www.vjf.ch/kinder-und-jugendfoerderung/Jugendwerk-olten

 

 

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