Stadt
23.10.2019

Ein neuer Bahnhof für Olten

Die Vertreter der beteiligten Parteien vor dem Modell im Foyer des Stadthauses: (v.l.) Yves Jacot, Leiter Bahnhofsprojekte SBB, Roland Fürst, Regierungsrat des Kanton Solothurn und Martin Wey, Stadtpräsident von Olten. (Bild: Franz Beidler)

Die Vertreter der beteiligten Parteien vor dem Modell im Foyer des Stadthauses: (v.l.) Yves Jacot, Leiter Bahnhofsprojekte SBB, Roland Fürst, Regierungsrat des Kanton Solothurn und Martin Wey, Stadtpräsident von Olten. (Bild: Franz Beidler)

Neuer Bahnhofplatz Olten Der Bahnhofplatz von Olten soll neu gestaltet werden. Die Stadt Olten, der Kanton Solothurn und die SBB spannen im Projekt Neuer Bahnhofplatz Olten (NBO) zusammen. Kosten soll es rund 90 Millionen Franken und in den Jahren 2025 bis 2028 gebaut werden.

Franz Beidler

Der Bahnhof Olten sei gleichzeitig ÖV-Drehscheibe für die Region und einer der am stärksten frequentierten Bahnknotenpunkte der Schweiz. Das schreiben die Stadt Olten, der Kanton Solo- thurn und die SBB in der Broschüre zum Projekt Neuer Bahnhofplatz Olten (NBO), für das die drei Parteien zusammenspannen. Der Bahnhofplatz erfülle die Anforderungen an einen attraktiven ÖV-Knoten jedoch seit Jahren nicht mehr, schreiben sie weiter. Als Aushängeschild des Bahnhofs und als Übergang zur Stadt will das Projekt den Bahnhofplatz neu gestalten, um der hohen Bedeutung und den gewachsenen Mobilitäts- und Aufenthaltsbedürfnissen gerecht zu werden. Rund 90 Mil- lionen Franken sind dafür vorgesehen. Die Bauarbeiten sollen in den Jahren 2025 bis 2028 statt- finden. Bevölkerung, politische Parteien, Fachorganisationen und Verbände sind eingeladen, sich zu informieren und zum Projekt Stellung zu nehmen. Im Parterre des Stadthaus Olten wurde am vergangnen Montag, 21. Oktober die Ausstellung zur öffentlichen Mitwirkung eröffnet. An mehre- ren Stellwänden wird das gesamte Vorhaben im Detail erläutert und mit Bildern und einem Modell anschaulich gemacht. Zudem werden an den Mittwochen vom 30. Oktober und 6. November Fach- leute im Stadthaus vor Ort sein. Jeweils zwischen 18 Uhr und 19.30 Uhr geben sie Auskunft zum Projekt und beantworten Fragen der Anwesenden. Die Ausstellung dauert bis zum 30. November. Ein eigens entworfener Fragebogen soll die Beteiligung erleichtern. Er ist auch online abrufbar.

Drei Kernanliegen des NBO

In einer Führung zur Eröffnung der Mitwirkungsausstellung nannte Stadtschreiber Markus Dietler drei Kernanliegen des NBO: Die Entflechtung des Verkehrs, die Attraktivierung des Aarebereichs und die Gestaltung des Bahnhofplatzes. Die Entflechtung des Verkehrs bringt die wohl signifikan- teste bauliche Veränderung mit sich: Geplant ist ein neuer Fussgänger- und Velosteg, der südlich der Betonbrücke die Aare überqueren soll. Passanten könnten somit aus der Martin-Disteli-Unter- führung kommend ungehindert auf die linke Stadtseite gelangen. Für die Velofahrer/-innen soll auf der Kantonsstrasse ein vollständiges Netz an Radstreifen entstehen und eine unterirdische Velo- station 1250 Fahrrädern Platz bieten. Zudem soll die Hardeggunterführung bis ans Aareufer verlängert werden.

Bahnhof mit neuem Gesicht

Ein neues Dach, das jenes auf dem Gleis 1 ersetzt und dem Perronverlauf folgt, soll dem Bahnhof ein Gesicht geben und Identität schaffen. Intern sei wegen der dreieckigen Form der Pfeiler die Sprache von der Toblerone, erzählte Dietler schmunzelnd. Des Weiteren werden die Bushalte- stellen auf das neue Buskonzept Olten-Gösgen-Gäu abgestimmt und so angeordnet, dass sie un- abhängig befahren werden können. Auch der «Kiss&Ride»-Bereich, die Taxistandplätze und der Übergang zum Bahnhofareal Nord werden neu organisiert.

«Ein besonderer Ort für die SBB»

«Natürlich ist die Eisenbahnerstadt Olten ein besonderer Ort für die SBB», sagte Yves Jacot, Lei- ter Bahnhofsprojekte SBB. Die Bundesbahnen übernehmen rund einen Drittel des auf 90 Millionen Franken geschätzten Projekts, während Kanton und Stadt mit je etwa einem Viertel beteiligt sind. Der verbleibende Teil stammt aus dem Agglomerationsprogramm des Bundes. Das entspricht im gegenwärtigen Bearbeitungsstand rund 22,5 Millionen Franken. «Viel Leistung zu einem vernünf- tigen Preis», ist daher das Fazit der Stadtregierung. Die Beteiligten rechnen jedoch mit einer Un- genauigkeit von 30 Prozent. Eine Volksabstimmung in Olten über den Ausführungskredit ist für das Jahr 2023 geplant. Stadtpräsident Wey bezeichnete den Bahnhof treffend als «Schlüsselstelle für die Entwicklung unserer Stadt» und betitelte das Vorhaben Neuer Bahnhofplatz Olten als «fast ein Jahrhundertprojekt.»

Öffentliche Mitwirkung Neuer Bahnhofplatz Olten
Ausstellung im Stadthaus Olten, Parterre, bis 30. November

Fachleute beantworten Fragen:
Mittwoche, 21. Oktober und 6. November, jeweils von 18 Uhr bis 19.30 Uhr
in der Ausstellung

www.nbo.olten.ch

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