Stadt
05.02.2020

Begegnungszone rechts der Aare

Erich Bächler (l.) überreichte Stadtschreiber Markus Dietler (2. vl.) den Volksauftrag. Die Quartierbewohnerinnen und - bewohner fragen sich, ob der Durchgangsverkehr wichtiger ist als sie. (Bild: mim)

Erich Bächler (l.) überreichte Stadtschreiber Markus Dietler (2. vl.) den Volksauftrag. Die Quartierbewohnerinnen und - bewohner fragen sich, ob der Durchgangsverkehr wichtiger ist als sie. (Bild: mim)

Volksauftrag Am Dienstagabend, 28. Januar haben mehr als ein Dutzend Personen der Stadt Olten den von über 200 Personen unterzeichneten Volksauftrag «Begegnungszone / Tempo 20 Olten Ost» übergeben.

Von: Mirjam Wetzstein

Mehr als ein Dutzend Personen, Anwohner jeglichen Alters und der Grüne Nationalrat Felix Wettstein, aber auch zwei Kinder waren anwesend, um am Dienstag, 28. Januar den Volksauftrag «Begegnungszone / Tempo 20 Olten Ost» im Oltner Stadthaus an Stadtschreiber Markus Dietler zu überreichen. Der Auftrag fordert die Einrichtung einer Tempo-20 Zone im Bereich zwischen Reiserstrasse, Sälistrasse, Wilerweg und Garten-/Feldstrasse. Damit möchten die Initianten, die über 200 Unterschriften gesammelt haben, einerseits mehr Sicherheit für die Quartierbewohner und den Langsamverkehr und andererseits Vortrittsrecht der Fussgänger gegenüber dem motorisierten Verkehr erreichen. Ausserdem soll das Quartier dadurch für den Ausweichverkehr unattraktiv gemacht werden.

Quartierbewohner mit Visionen

«Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und keiner ginge, um einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge», rezitierte Initiant und Anwohner Erich Bächler. «Es ist jetzt 14 Jahre her, dass dieses Zitat von Kurt Marti am Anfang des Mitwirkungsprojekts Olten 2020 stand, in welchem die Bevölkerung von Olten aufgerufen wurde, Visionen zu entwickeln, wie ihre Stadt im Jahr 2020 aussehen könnte. Und die Oltnerinnen und Oltner hatten durchaus Visionen. In erster Linie wünschten sich die Menschen eine Stadt mit hoher Lebensqualität, mit mehr Raum für Begegnung sowohl im Stadtzentrum wie auch in den Quartieren», blickte Bächler zurück. Aus diesen Träumen und Visionen sei schliesslich das Leitbild der Stadt Olten entstanden, in welchem unter anderen folgendes Ziel formuliert wurde: «durchgrünte, mit Zufahrtsbeschränkungen und Temporeduktionen familienfreundlich beruhigte Wohnquartiere». Nun im Jahr 2020 seien viele dieser Träume unerfüllt, betonte Bächler und fügte etwas trotzig an: «Die Visionen von uns Quartierbewohnerinnen und -bewohnern der rechten Aareseite sind jedoch geblieben.» Sie wünschen sich einen sicheren Schulweg für die Kinder, den diese alleine bewältigen können, Platz für die Kinder zum Spielen und eine Unterbindung des Ausweichverkehrs, der sich durch die Verstopfung beim Sälikreisel und der Kantonsstrassen ergibt. Da sich Umwegfahrer jedoch nicht von reinen Absichtserklärungen beeindrucken liessen, überreiche man den Volksauftrag für das Einrichten einer Tempo-20-Zone.

Ohnmacht der Quartierbewohner

Es sei längst nicht das erste, sondern das dritte Mal, dass er hier stehe, erklärte Bächler im Anschluss an die Übergabe. Doch leider sei bis anhin nie etwas passiert. «Man könnte also meinen, dass wir nicht zählen und der Durchgangsverkehr wichtiger ist als die Anwohner.» Seine Ehefrau erzählte, dass sie, als die Kinder noch jünger gewesen seien, diese jeweils begleitet habe. «Nicht mal in der 30er-Zone haben die Autofahrer angehalten», erzählt sie und fügt an: «Das macht ohnmächtig.» Die verschiedenen Massnahmen wie Polizeikontrollen und Verkehrsberuhigungsmassnahmen an Garten- und Feldstrasse hätten nur zu einer geringfügigen Reduktion des Verkehrs oder gar zu einer Umverteilung geführt. In den letzten zehn Jahren habe das Sicherheitsgefühl sogar abgenommen, sind sich die Quartierbewohnerinnen und -bewohner einig. Auch zweifeln sie die Aussage der Behörden an, dass der grösste Anteil des Verkehrs auf den Quartier-strassen hausgemacht und der Fremdverkehr mit einem Anteil von 6% vernachlässigbar sei. Mit einer Zählung lasse sich diese Information auf jeden Fall nicht erheben, so die Initianten. Nun liegt der Ball beim Gemeindeparlament, das entscheidet, ob der Vorstoss eine Mehrheit findet und im Bereich zwischen Reiserstrasse, Sälistrasse, Wilerweg und Garten-/Feldstrasse eine Begegnungszone mit Tempo 20 eingerichtet wird. Mit einer Beruhigung des Verkehrsaufkommens rechnen die Initianten auf jeden Fall nicht, eher mit einem Anstieg aufgrund des allgemeinen Verkehrswachstums und des Projekts Sälipark 2020.

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