Von Grossraubtieren zum Biber

Naturmuseum Olten Noch bis Sonntag, 13. November ist die aktuelle Ausstellung «Mit Grossraubtieren leben - Herausforderung und Chance» im Naturmuseum Olten zu sehen. Museumsleiter Dr. Peter Flückiger wirft ausserdem einen Blick auf die Zeit nach dem Ausstellungsende.

«Besucher haben noch bis Sonntag, 13. November die Möglichkeiten den Luchs, Wolf oder Bär im Naturmuseum Olten zu entdecken», so Museumsleiter Dr. Peter Flückiger. (Bild: mim)
«Besucher haben noch bis Sonntag, 13. November die Möglichkeiten den Luchs, Wolf oder Bär im Naturmuseum Olten zu entdecken», so Museumsleiter Dr. Peter Flückiger. (Bild: mim)

Schlussspurt und zugleich ein Neustart. Dies beschreibt den normalen Museumszyklus. «Mit Grossraubtieren leben - Herausforderung und Chance» ist noch bis Sonntag, 13. November zu sehen. Darauf wird am Donnerstag,
24. November um 18 Uhr die neue Ausstellung «Baumeister Biber» eröffnet. Museumsleiter Dr. Peter Flückiger beschäftigt im Moment jedoch nicht nur der Ausstellungswechsel. «Ich bin ausserdem mit Planungsarbeiten für unseren neuen Museumsstandort im «Haus der Museen» an der Konradstrasse 7 beschäftigt», zeigt Flückiger die momentane Mehrfachbelastung auf.

Schlussspurt mit den Grossraubtieren

Seit Mai und nun noch bis Sonntag, 13. November stehen im Naturmuseum die Grossraubtiere im Mittelpunkt. Die Ausstellung der «Large Carnivore Initiative for Europe» und des Naturhistorischen Museums der Burgergemeinde Bern zeigt die Herausforderungen und Chancen im Zusammenleben mit Grossraubtieren auf. Im Naturmuseum Olten wird der Schwerpunkt auf den Bär, den Luchs, den Wolf und den Vielfrass, der zur Familie der Marder gehört, gelegt. «Da die Ausstellung von der «Large Carnivore Initiative for Europe» konzipiert wurde, zeigt sie eine gesamteuropäische Sicht. Daher ist auch der bei uns eher unbekannte Vielfrass thematisiert», erklärt Flückiger und fügt an: «Das Naturhistorische Museum der Burgergemeinde Bern hat die Ausstellung in die Deutsche Sprache übersetzt und durch Schweizer Aspekte erweitert. Wir haben die Ausstellung jedoch neu initiiert und durch Ereignisse wie «Den Wolf von Hägendorf», der 1990 innerhalb von zwei Wochen über dreissig Schafe gerissen hat und am 15. Mai erlegt wurde, oder das Hörmaterial über die Bärenjagd ergänzt.» Mittels Info-Tafeln wird die Verbreitung der Tiere aufgezeigt. So besteht beispielsweise in der Schweiz keine eigene Bärenpopulation, nur vereinzelt halten sich Bären von Norditalien in der Schweiz auf. Anders bei den Wölfen, die sich vom italienischen Abruzzen in die Schweiz ausgebreitete haben. Die ersten Tiere wurden Mitte der 1990er-Jahre im Wallis gesichtet. Aufgrund der Wiederansiedlung des Luchses im Neuenburger und Waadtländer Jura 1974/75 konnte sich wieder eine Population entwickeln. Neben Fakten, Präparaten, Mythen und Geschichten zeigt die Ausstellung jedoch auch Lösungsansätze im nicht immer unproblematischen Zusammenleben mit den Wildtieren auf.

«Meister Biber» zurück in Olten

Auf die Grossraubtiere folgt kein Unbekannter. Die Ausstellung «Baumeister Biber» wurde einst 2005 von den Naturmuseen Olten und Thurgau konzipiert. Sie kehrt nun nach 15 Stationen im In- und Ausland nach Olten zurück. «Wir haben die Ausstellung inhaltlich aktualisiert sowie teilweise erneuert und durch regionale Themen ergänzt», zeigt Flückiger auf. Ein Augenmerk wird auch beim «Biber» auf das Miteinander gelegt. Deshalb werden Massnahmen aufgezeigt, wie Schäden vonseiten des Bibers verhindert werden können. Beispielsweise können Bäumstämme mit einem Maschendrahtgitter umfasst werden, um sie vor den Zähnen des Bibers zu schützen. Trotz einiger Schäden, die das Nagetier anrichten kann, werden ihm aber bei unüberwindbaren Hindernissen mit der «Biber-Treppe», welche an manchen Stellen der Dünnern gebaut wurden, auch Hilfestellungen geboten. «Die Rückeroberung der Tiere ist ein verbindendes Glied zwischen den beiden Ausstellungen», betont der Museumsleiter. Die Ausstellung «Baumeister Biber» wird durch Illustrationen von Ueli Iff, die aufgrund seiner rund 300 Biber-beobachtungen entstanden sind, erweitert.

Umfangreiches Rahmenprogramm

«Ab Januar bis April findet ausserdem die Neuauflage des beliebten Kurses «Naturkundliches Zeichnen» statt», zeigt Flückiger auf und fügt an: «Neu bietet der Ornithologische Verein ab Februar einen «Grundkurs Ornithologie» an.» Ausserdem stehen auch wieder Klassenworkshops zur Ausstellung, Käferclub
1- und 2- sowie Jugend & Wissenschafts-Veranstaltungen an. Vorträge und Workshops bis im April ergänzen zusätzlich das Angebot. Sicherlich zu erwähnen ist der traditionelle Anlass «Dr Samichlaus chonnt» am Sonntag, 4. Dezember von 14 bis 17 Uhr.

Normalbetrieb bis September 2018

Am ebenfalls traditionellen «Familiensonntag» vom 29. Januar beteiligen sich wiederum das Archäologische-, das Historische- und das Naturmuseum Olten. «Für die Erstgenannten handelt es sich dabei um den letzten Tag vor der temporären Schliessung anlässlich des Umbaus zum «Haus der Museen»», erklärt Flückiger. Nicht aber für das Naturmuseum Olten, in welchem noch bis September 2018 Normalbetrieb herrscht. Danach ist der Umzug an die Konradstrasse 7 vorgesehen. Das «Haus der Museen» soll im 2019 eröffnet werden.

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