Veranstaltungen
25.11.2020

Eine Solothurner Heilerin

Porträt der Barbara von Roll, 
Idealisierte Darstellung aus dem 19. Jh. (Bild: Lithographie von H. Meyer, 1840, HMO)

Porträt der Barbara von Roll,

Historisches Museum Olten In der aktuellen Ausstellung ­«Pionierinnen. Eine Würdigung» des Historischen Museums Olten ist sie das bemerkenswerte ­Beispiel einer Frau, die bereits im 16. Jahrhundert die Gesellschaft zu prägen vermochte: Barbara von Luternau, geborene von Roll. Am Montag, 30. November hält Monika Grieder einen Vortrag über sie.

Dass wir noch heute vom Wirken und den Taten Barbara von Luternaus wissen, hängt stark mit ihrer Herkunft zusammen. Ihr Vater Johann stammte aus der altadligen Genfer Familie von Roll. Diese siedelte noch vor der Reformation nach Solothurn über, wo Johann sich 1495 das Bürgerrecht erkaufte. Im selben Jahr erhielt er zudem einen gewichtigen Zustupf von seiner Ziehmutter Küngold von Spiegelberg. Die letzte legitime Nachkommin dieses alten Solothurner Adelsgeschlechts übertrug ihm das Familienerbe. Bereits sechs Jahre später sass Johann von Roll im Kleinen Rat Solothurns. Damit waren die von Rolls endgültig unter den bestimmenden Familien Solothurns angekommen. Die Junge Barbara wurde dann 1502 geboren und genoss standestypisch eine für damalige Frauen überdurchschnittlich gute Ausbildung. Mit 17 Jahren heiratete sie Hieronymus von Luternau, der 1540 Seckelmeister von Solothurn wurde. Barbara von Luternau erwarb umfassende Kenntnisse der Pflanzenheilkunde. Als ihr Mann 1549 gestorben war, widmete sie sich fortan der Pflege der Kranken und Armen. Diese fanden teilweise sogar in ihrem Haus Zuflucht. Da sie offenbar Erfolg mit ihrem Wirken hatte und gleichzeitig durch ihre Gottesfürchtigkeit auffiel, wurde sie bald über Solothurn hinaus bekannt und geschätzt. Als sie 1571 schwer erkrankte, setzte sie ein Testament auf, das die Verwaltung ihrer Güter der Stadt Solothurn übertrug. Offenbar misstraute sie ihren Nachkommen und sie setzte sogar fest, dass ihr Gut vollumfänglich der Spitalpflege zugutekommen solle, falls ihre Nachkommen von Solothurn weggezogen oder ausgestorben seien. Damit sollte ihr Wirken über ihren Tod hinausgehen. Am Montag, 30. November hält Monika Grieder einen Vortrag über Barbara von Luternau. Anhand derer Briefe an den Pfarrer Valentin Rebmann zeichnet sie ihr Wirken und Leben in Solothurn nach. ZVG

Barbara von Luternau
Vortrag von Monika Grieder
Montag, 30. November, 19.30 Uhr
im Konradsaal des Haus der Museen, Konradstrasse 7, Olten

www.hausdermuseen.ch

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