Vereine
05.08.2020

Das Ende des Dornröschenschlafs

Co-Präsident Daniel Pfister vor der Sponsorenwand des HC Olten: «Dieses Jahr ist der Saison-Kickoff besonders für sie gedacht.» (Bild: Franz Beidler)

Co-Präsident Daniel Pfister vor der Sponsorenwand des HC Olten: «Dieses Jahr ist der Saison-Kickoff besonders für sie gedacht.» (Bild: Franz Beidler)

HC Olten Am Wochenende des Samstags, 15. und Sonntags, 16. August startet der HC Olten mit zwei Anlässen in die neue Saison. Ein neuer Kunstrasen im Kleinholz und ein neuer Trainer fehlen dem Verein noch.

Von: Franz Beidler

Eigentlich startet der Hockeyclub Olten jeweils mit einem Fest für Alle in eine neue Spielzeit. «Am Saison-Kickoff kommen alle Teams und ihre Trainer zusammen, alle Sponsoren, alle Freunde des Vereins und die Eltern der Junioren», erklärt Co-Präsident Daniel Pfister die Idee hinter dem Anlass. Der 49-Jährige aus Däniken ist dem Verein von Kindesbeinen an verpflichtet, zuerst als langjähriger Spieler und seit bald zwanzig Jahren im Vorstand. Entsprechend viele heitere Saisonstart-Feiern erlebte er bereits, an denen die Vereinsgemeinschaft gepflegt wurde. Doch dieses Jahr ist wie so vieles auch das anders: «Wegen der Coronapandemie müssen wir vernünftigerweise zurückstecken», bedauert Pfister. So kommen am Samstag, 15. August nur Sponsoren, Ehrenmitglieder und der Gönnerverein Freunde des HC Olten im Kleinholz zusammen, um das erste Damen- und das erste Herrenteam kennenzulernen. «Unseren Sponsoren konnten wir seit dem Saisonabbruch anfangs April nichts bieten.» Das wolle der Verein nun wenigstens teilweise wiedergutmachen. Auch Tags darauf, am Sonntag, 16. August möchte der HC Olten einen Anlass nachholen, der im Frühling abgesagt werden musste. Am «Super Sunday» pflegen die Oltner Landhockeyaner ihre Freundschaft mit dem Luzerner SC. Alle zwölf Oltner Teams treten an diesem Sonntag im Kleinholz gegen ihre Luzerner Pendants an. «Als wir letztes Jahr in Luzern zu Besuch waren, entstand ein riesiges Gruppenbild mit allen Teams beider Klubs», erinnert sich Pfister. Um Kontakte möglichst gering zu halten, müssen die Luzerner nun gestaffelt an- und nach ihrem jeweiligen Spiel gleich wieder abreisen. «Ausserdem dürfen sie nicht in unseren Anlagen duschen.» Dank Fotocollage soll das Gruppenbild trotzdem Wirklichkeit werden. «Die Coronasituation muss ständig neu beurteilt werden», gibt Pfister zu bedenken. Ob der «Super Sunday» durchgeführt wird, steht erst am 10. August definitiv fest.

Platz für etwa fünfzig Zuschauende

Natürlich gilt an beiden Anlässen ein Corona-Schutzkonzept. «Veranstaltungen mit bis zu hundert Personen sind in Ordnung», weiss Pfister. Neben den beiden Teams auf dem Spielfeld bleibt bei den Spielen am «Super Sunday» noch Platz für etwa fünfzig Zuschauende. Mit Schutzkonzepten hat der Verein inzwischen Erfahrung: Als der Lockdown Anfang Mai erstmals gelockert wurde, war der HC Olten einer der ersten Vereine, die ein fixfertiges Schutzkonzept vorlegen konnten. «Am ersten Tag der Lockerungen fanden bei uns schon wieder Trainings statt», hält Pfister stolz fest. Der Hunger nach Landhockey zeigt sich aber nicht nur im Vorstand: Über die Sommerferien kamen Juniorenteams zum gemeinsamen Training im Kleinholz zusammen. «Dass die Trainer dieses Engagement mittragen, ist einzigartig und nicht selbstverständlich», findet Pfister.

Neuer Kunstrasen im Kleinholz nötig

Der nationale Hockeyverband Swiss Hockey entscheidet am 10. August über die Durchführung der Saison 20/21. «Im schlimmsten Fall wird die Saison abgesagt», kommentiert Pfister. Das erwarte er aber nicht. Daneben ist der HC Olten noch mit anderen Angelegenheiten beschäftigt: «Der Kunstrasen im Kleinholz muss dringend saniert werden.» Nach fünfzehn Jahren im Einsatz klaffen offene Stellen im künstlichen Grün. «Das ist gefährlich», stellt Pfister klar. «Die Bälle springen daran bis auf Kopfhöhe hoch. Ausserdem bleiben Spielende in vollem Lauf an den Löchern hängen.» Das Gesuch für die Sanierung ist bei der Stadt hängig. Ebenfalls in Abklärung ist nach dem gescheiterten Ballsportcenter die Idee eines nationalen Leistungssportzentrums. «Olten hat nach wie vor ein Hallenproblem», gibt Pfister zu bedenken. Das Projekt mit zwei Feldern unter einer Traglufthalle würde auch dem HC Olten dienen. «So könnten wir sogar im Winter für die Feldsaison trainieren.» Dank eingelegtem Hallenboden würden aber auch Volley-, Unihockey- oder Handballvereine profitieren.

Tolles Team sucht den richtigen Trainer

Im Frühling trennte sich der HC Olten vom Cheftrainer des ersten Herrenteams. «Wir waren mit der Zusammenarbeit nicht mehr glücklich», kommentiert Pfister. Nun läuft die Suche nach einer Nachfolge. «Wir haben ein tolles Team, das mit dem richtigen Trainer viel Erfolg haben kann», ist Pfister überzeugt. Die Coronapandemie wird den Klub aber weiterhin beschäftigen: Wenn die Oltner Fasnacht nächstes Jahr abgesagt werden muss, wird es auch kein HC Zelt geben. «Damit würde ein wichtiger Posten im Budget wegfallen», erklärt Pfister. «Da hängt ein Damoklesschwert über uns.» Trotz diesen Herausforderungen sei die Freude auf die neue Saison im ganzen Verein spürbar. «Wichtig ist jetzt, dass wir endlich wieder starten können und aus dem Dornröschenschlaf erwachen.»

www.hc-olten.ch

 

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