Vereine
21.07.2021

«Wir wollen ein Erlebnis schaffen»

Die Guggi Zunft möchte mit dem Event fröhliches Beisammensein ermöglichen, so wie hier anlässlich der Oltner Kilbi 2019. (Bild: ZVG)
Die drei Initianten der Höubi Chöubi (v.l.): die Guggi-Zunft-Mitglieder 
Sandro Güntert, Cosimo Fiordiriso und André Hess. (Bild: ZVG)

Die Guggi Zunft möchte mit dem Event fröhliches Beisammensein ermöglichen, so wie hier anlässlich der Oltner Kilbi 2019. (Bild: ZVG)

Die Guggi Zunft möchte mit dem Event fröhliches Beisammensein ermöglichen, so wie hier anlässlich der Oltner Kilbi 2019. (Bild: ZVG)
Die drei Initianten der Höubi Chöubi (v.l.): die Guggi-Zunft-Mitglieder 
Sandro Güntert, Cosimo Fiordiriso und André Hess. (Bild: ZVG)

Die drei Initianten der Höubi Chöubi (v.l.): die Guggi-Zunft-Mitglieder

Guggi Zunft Drei initiative Mitglieder der Guggi Zunft mögen sich nicht damit abfinden, dass wegen der Absage der Oltner Kilbi ein weiterer Fixtermin im Vereinsjahr ausfällt. So stellen sie mit ihren Zunftkameraden eben selbst eine Mini-Kilbi auf die Beine.

Von: Achim Günter

Bei der Oltner Guggi Zunft wird Geselligkeit grossgeschrieben. Umso bitterer ist es für die Fasnächtler, dass sie letztmals anlässlich der Fasnacht 2020 in grosser Zahl zusammenkommen konnten. Oltner Kilbi 2020 oder Guggilari 2021 fielen ebenso wie alle anderen Fasnachts- oder Vereinsanlässe der Corona-Pandemie zum Opfer.

Als sich im Frühling abzuzeichnen begann, dass wohl auch in diesem Jahr keine Oltner Kilbi würde stattfinden können, ergriffen drei Vereinsmitglieder die Initiative. Als Alternative sollte es am selben Datum zumindest eine Mini-Kilbi geben. Die Idee der «Höubi Chöubi» auf dem Schützi-Vorplatz war geboren.

Höubi? Das Adjektiv «höubi» ist eine Solothurner Variante des berndeutschen «hiub», im Zusammenhang mit der Kilbi wohl am treffendsten übersetzt mit «schön», «hübsch» oder «unterhaltsam». «Für uns war klar, dass wir ein Erlebnis schaffen wollen, ein Kilbi-Erlebnis, obwohl die Oltner Kilbi abgesagt worden ist», erklärt André Hess. Der 42-jährige Wangner, der schon seit 25 Jahren der Guggi Zunft angehört, ist einer der drei Initianten des Anlasses. «Da es neben unserem Fischzelt diesmal keine Kilbi gibt, müssen wir nun eben dieses Angebot schaffen – sowohl kulinarisch als auch bezüglich Kilbi-Erlebnis. So war es von Anfang an die Grundidee, eine Walk-in-Kilbi zu machen, so Corona-konform wie möglich.»

Echte Kilbistimmung soll aufkommen in einer Geisterbahn, in einem virtuellen Free Fall oder in einem Space Shuttle. Für die Attraktionen verantwortlich sein werden nicht etwa professionelle Schausteller, sondern die Guggi-Zunft-Mitglieder selbst. Dank ihres Wagenbau- oder Guggilariteams verfügen sie vereinsintern über viel Know-How. An den beiden Abenden ist gemäss Hess zudem musikalische Unterhaltung geplant. Und die Gaumen der Gäste dürfen sich wahlweise auf die traditionellen Felchenfilets oder aber Fleisch vom Grill oder Vegetarisches freuen.

Modulares Konzept gewählt

Auf dem eingezäunten Areal dürfen sich gleichzeitig maximal 500 Personen aufhalten, 250 davon als Gäste im Gastronomiebereich. Sollten die Wetterprognosen schlecht sein – in diesem Sommer bekanntlich durchaus plausibel –, würden die Guggi Zünfter die Hälfte der Plätze überdachen. Für die gesundheitliche Sicherheit der Gäste wird es eine Ein- und Ausgangskontrolle mit Contact Tracing geben. Ihr Schutzkonzept sei strenger, als es im August eigentlich sein müsste. Und vor allem sei es variabel. «Das modulare Konzept war von Anfang an ein wichtiges Element, so dass wir teilweise zurückkrebsen könnten, wenn das nötig wäre», so Hess.

Die Höubi Chöubi wird also sicher durchgeführt. Lachend ergänzt der IT-Unternehmer: «Zumindest dann, wenn es nicht wieder ein Hochwasser gibt.» Am vergangenen Wochenende musste das in der Schützenmatte geplante Street Food Festival wegen Hochwasser abgesagt werden.

Grosse Einsatzbereitschaft der Mitglieder

Die beiden anderen Initianten der Höubi Chöubi neben Hess sind Sandro Güntert und Cosimo Fiordiriso, der ursprünglich die Idee der «Höubi Chöubi» lanciert hat. Güntert, ohnehin jeweils Kilbichef der Guggi Zunft, zeichnet im OK für die Gastronomie und Personalplanung verantwortlich, Fiordiriso für die Kommunikation, die Werbung und das Sponsoring, Hess für die gesamte Infrastruktur. Allesamt werden sie von weiteren Zünftern des 110 Mitglieder starken, ausschliesslich aus Männern bestehenden Fasnachtsvereins tatkräftig unterstützt.

Laut Hess werden am Anlass pro Einsatzschicht 30 bis 40 Personen arbeiten, über alle drei Tage werden wohl rund drei Viertel der Vereinsmitglieder im Einsatz stehen. «Wir sind auf offene Ohren gestossen und haben sehr positives Feedback bekommen», freut sich Hess über die Einsatzbereitschaft, «es sind alle froh, dass wir etwas machen.»

Es gehe darum, das Vereinsleben der Guggi Zunft wieder zu beleben und – falls der Anlass denn erfolgreich wird – ein wenig Geld zu verdienen für die Vereinskasse. «Aber unser Hauptantrieb war, etwas zu organisieren, so dass trotz Kilbi-Absage etwas stattfindet in der Stadt», sagt Hess. Die Höubi Chöubi findet am eigentlichen Kilbi-Wochenende vom 13. bis 15. August und zu den gewohnten Kilbi-Zeiten statt. Auf den Montag wird verzichtet.

Vom Publikumserfolg sind die Initianten überzeugt. André Hess sagt: «Wir sind einer der grösseren Vereine in Olten. Organisieren wir etwas, dürfen wir immer auf die anderen Vereine zählen. Da besucht man sich gegenseitig.» Es gebe denn auch bereits sehr viele Tischreservationen – zumindest zu den begehrtesten Zeiten. Das tönt doch nach einer «höubi Sach».

www.guggizunft.ch

 

Auch die Höckeler festen

Am selben Wochenende organisiert auch ein zweiter Oltner Fasnachtsverein einen Event. Die Höckeler Zunft lädt im und beim Kulturzentrum Schützi zum Höckeler Fescht. Das Angebot zu den üblichen Kilbi-Öffnungszeiten (ausser Montag) beinhaltet einen Chnobli- und einen Bierwagen mit Festwirtschaft; Champagner, Chnoblibrot oder Grilladen locken. Auch für Unterhaltung ist gesorgt, insbesondere am Samstagabend. Namhafte DJs werden für Stimmung sorgen. Wie bei der Guggi Zunft gibt es ein strenges Covid-19-Regime. (agu)

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