Vereine
13.10.2021

Apfelschnitz und Leberwurst

Werner Hofer (l.) und Stephan Kyburz vom MTV Obergösgen organisieren die diesjährige Metzgete am Freitag und Samstag, 22. und 23. Oktober. (Bild: Franz Beidler)

Werner Hofer (l.) und Stephan Kyburz vom MTV Obergösgen organisieren die diesjährige Metzgete am Freitag und Samstag, 22. und 23. Oktober. (Bild: Franz Beidler)

MTV Obergösgen Der Männerturnverein lädt am Freitag und Samstag, 22. und 23. Oktober, zur Metzgete. Dafür verarbeitet er 35 Kilogramm Äpfel zu Schnitzen.

Von: Franz Beidler

35 Kilogramm Äpfel: So viele werden für die Metzgete des Männerturnvereins Obergösgen zu Schnitzen verarbeitet. Das Volksfest findet am Freitag und Samstag, 22. und 23. Oktober, in der Mehrzweckhalle in Obergösgen statt. «Die Äpfel stammen von einem Bauernhof aus der Region», versichert Stephan Kyburz. 2015 dem MTV Obergösgen beigetreten, waltet der 59-Jährige bereits zum fünften Mal als Chef der Metzgete.

Unterstützt wird Kyburz von Werner Hofer. «Schon seit über zwanzig Jahren», antwortet der 72-jährige Hofer auf die Frage, wie lange er beim MTV Obergösgen schon Mitglied sei. Er habe zuvor noch dem Turnverein angehört und sei dort schon im Vorstand gewesen. Dann habe er zum MTV Obergösgen gewechselt. Zwischendurch gründete Hofer die Laufgruppe Obergösgen, der er dann auch mehrere Jahre als Präsident vorstand. Dann kam er eben wieder zum MTV Obergösgen zurück. Seit vier Jahren übernimmt er beim Männerturnverein nun schon das Amt des Kassiers. Und kümmert sich neben Kyburz um die Organisation der Metzgete.

Um aus den 35 Kilo Äpfel Apfelschnitze werden zu lassen, trifft sich ein Trupp von fünf oder sechs Mitgliedern des MTV Obergösgen bereits am Freitagmorgen unmittelbar vor der Metzgete. «Das sind ein paar unserer älteren Mitglieder», erklärt Kyburz. Anstatt in der Halle beim Aufstellen oder Servieren zu helfen, würden diese sich eben so für die Metzgete engagieren. «Beim Äpfel schnitzen gehts auch ums Soziale», bestätigt Hofer. «Die haben den Plausch zusammen.» Und Kyburz hängt lachend an: «Und dann wird die Arbeit mit einem guten Kaffee abgeschlossen.»

Platz für 250 Gäste

Während der Schnitzertrupp die Äpfel verarbeitet, macht Kyburz mit anderen Helfern aus dem Verein die Halle fertig. Zusammen stellen sie Tische und Stühle auf. «Meine Partnerin Natascha Baggenstos kümmert sich um die Dekoration», zeigt sich Kyburz dankbar. 250 Gästen bietet die Halle dann Platz. In den letzten Jahren wären an der Metzgete pro Abend um die 220 Leute zusammengekommen, weiss Kyburz aus Erfahrung. Insgesamt stehen 25 Helfende an den beiden Abenden im Einsatz.

Wenn die Obergösger Mehrzweckhalle um 17 Uhr dann ihre Türen öffnet, werden erst einmal die Covid-Zertifikate der Gäste kontrolliert. Auch an der Metzgete herrscht, wie inzwischen überall, die 3G-Regel. Sechs der Helfenden sind der Kochequipe zugeteilt. «Das ist ein eingespieltes Team», erklärt Hofer. Die würden schon seit Jahren an der Metzgete zusammen kochen. «Denen reden wir nicht rein», fügt er lachend an.

Gekocht wird dann, was eine Metzgete verspricht: Bratwürste, Koteletts, vor allem aber die Klassiker Blut- und Leberwürste. Dazu wird Rösti serviert. Und eben die selbst gemachten Apfelschnitze. «Die Apfelschnitze gibts an der Metzgete gratis dazu», erklärt Kyburz augenzwinkernd. Zum Dessert backen die Ehefrauen der Turner Kuchen.

«Die Leute sitzen zusammen und unterhalten sich», beschreibt Kyburz die Stimmung in der Halle. Oft würden befreundete Vereine gemeinsam die Metzgete besuchen. Und es gäbe wohl auch jene, die sich nur einmal im Jahr an der Metzgete träfen. «Es ist ein Fest für Obergösgen und die ganze Region», sagt Hofer.

Metzgete ist im Vereinsjahr wichtig

Die Metzgete ist im Vereinsjahr des MTV Obergösgen nur ein Programmpunkt von vielen, wenn auch ein wichtiger. «Das spült schon einen schönen Betrag in unsere Vereinskasse», weiss Kassier Hofer.

Grundsätzlich treffen sich ein Teil der rund sechzig Mitglieder des MTV Obergösgen jeden Mittwoch in der Mehrzweckhalle Obergösgen. Die jüngeren Mitglieder spielen dann Faustball. Zwei Teams unterhält der Verein, die im Winter an der regionalen Hallenmeisterschaft, im Sommer an der Feldmeisterschaft teilnehmen. «Ausserdem besuchen wir im Frühling Turniere befreundeter Vereine», erzählt Kyburz, der selber den Faustballern angehört. Ende April veranstaltet der Verein auch ein eigenes Faustballturnier.

Die älteren Mitglieder treffen sich den Sommer durch zum Pétanque. Jeweils die Mittwoch- und Samstagnachmittage widmen sie dem Kugelwurfspiel. Ausserdem machen sie im Winter jeden Mittwochabend zusammen eine Stunde Gymnastik und Fitness in der Mehrzweckhalle.

Im Anschluss an die Mittwochtrainings treffen sich die Mitglieder im Kreuz zu einem Bier. «Mit einem Jass, wer will», sagt Hofer lachend. Ist die Halle geschlossen, zum Beispiel während den Schulferien, dann gehen alle Mitglieder Mittwochs gemeinsam spazieren, erzählen Kyburz und Hofer. Anschliessend essen sie gemeinsam zu Abend.

Schiessen, hornussen, velofahren

Das Jahr hindurch stehen weitere Aktivitäten an. So wird der MTV Obergösgen von befreundeten Schützenvereinen etwa zweimal pro Jahr zum Kleinkalieberschiessen eingeladen. Im Sommer gehen die Mitglieder zudem zusammen hornussen, so wie auf eine Wander- oder Velotour. Im November treffen sie sich zum Jass- und Bowlingabend im Bowlingcenter in Trimbach, im Advent zum gemeinsamen Fondue im Aussenzelt des Restaurants Kreuz in Obergösgen.

«Das Beisammensein ist uns sehr wichtig», sagt Hofer und Kyburz stimmt zu. Umso mehr beschäftigt den Verein die Suche nach neuen Mitgliedern. «Wir leiden unter Mitgliederschwund», stellt Kyburz fest. Die Beiden betonen: Der MTV Obergösgen sucht neue Mitglieder.

Im letzten Frühling übernahm Christoph Kunz als neuer Präsident die Führung des Vereins. «Er ist sehr innovativ», erzählt Hofer. Geplant sei nun ein Workshop, an dem besprochen werden soll, wie dem Mitgliederschwund entgegengewirkt werden kann. Hofer hält fest: «Unser Verein bietet ein super Programm und zusammen haben wir immer den Plausch.»

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