Vereine
15.12.2021

Solange Menschen Tiere halten

Gründerin Barbara von Weissenfluh mit ihrer Hündin Pearl im Oltner Restaurant Cabana, wo der Verein Drei Teams vor gut einem Jahr gegründet wurde. (Bild: FB)

Gründerin Barbara von Weissenfluh mit ihrer Hündin Pearl im Oltner Restaurant Cabana, wo der Verein Drei Teams vor gut einem Jahr gegründet wurde. (Bild: FB)

Drei Teams Aarburg Vor gut einem Jahr gründeten drei Freundinnen den Aarburger Verein Drei Teams, um für den Tierschutz einzustehen. Mit monatlichen Spaziergängen sammelt der Verein Spenden.

Von: Franz Beidler

Die Idee sei ihr unter der Dusche gekommen, erzählt Barbara von Weissenfluh. «Viele Leute wollen für den Tierschutz spenden, aber sie kennen all die unterschiedlichen Organisationen nicht», erklärt die 37-Jährige das Problem. Ihre Lösung: ein Verein, der die Spenden sammelt und sie jeden Monat einer anderen Tierschutzorganisation zukommen lässt. Die Aarburgerin erzählte zwei Freundinnen von der Idee und kurz darauf gründeten die drei zusammen den Verein Drei Teams. «Jede von uns hat mindestens einen Hund, so waren wir damals drei Mensch-Hund-Teams.» Das war im Oktober 2020.

Der Verein Drei Teams veranstaltet monatlich Spendenspaziergänge. Dann kommen jeweils fünf bis zehn Hundehalter und -halterinnen und ihre Tiere zusammen, und spazieren zusammen für ein bis zwei Stunden. Daran teilnehmen können eigentlich alle, die Hunde mögen. «Kinder sollten schon um die zehn Jahre alt sein», bemerkt von Weissenfluh. Sie befürchtet, dass Kleinkinder und Hunde sich gegenseitig überfordern. Und auf den Spaziergängen sollen die Hunde und der Tierschutz im Zentrum stehen.

Die Idee zu den Spaziergängen wurde an der Gründungsversammlung des Vereins geboren. Am 1. November 2020 kamen die drei Freundinnen im Restaurant Cabana in Olten zusammen. «Viele Leute wollen etwas tun», weiss von Weissenfluh. «Wer an den Spaziergängen teilnimmt, tut etwas für den Tierschutz, von dem Moment an, wo er sich zuhause vom Sofa erhebt.» Ausserdem böten die Spaziergänge Gelegenheit, Gleichgesinnte zu treffen und sich zu unterhalten. «Wer mag, kann natürlich auch einfach so spenden, ohne mitzuspazieren», ergänzt von Weissenfluh.

Erster Spaziergang: über 500 Franken

Der allererste Sammelspaziergang führte Drei Teams im Februar 2021 durch. «Wir hatten Angst, dass wir kein Geld zusammenbringen würden», erinnert sich von Weissenfluh. So nahmen sich die drei Gründerinnen vor, selber so viel zu spenden, dass sie wenigstens auf hundert Franken kämen. Schliesslich nahmen zehn Leute am ersten Spaziergang teil. Und über fünfhundert Franken gingen danach an «Natys Tiere in Not», ein Verein, der entlaufene Tiere birgt und Aufklärung zum Tierschutz leistet. «Wir waren überwältigt», erzählt von Weissenfluh. Bis heute spenden die Gründerinnen selbst bei jedem Spaziergang einen Betrag. Spesen oder ein Entgelt für die Organisation nehmen sie nicht.

Schon bald fand Drei Teams auch Sponsoren; Firmen, die dem Verein eine monatliche Spende zukommen lassen. «Damit ist ein Mindestbetrag für jedes Projekt gesichert, das wir unterstützen», erklärt von Weissenfluh. Seit der Gründung des Vereins waren das insgesamt sechs Projekte: Auffangstationen, Gnadenhöfe, Tierheime oder Einrichtungen für Wildtiere. «Wir sammelten bisher für jedes um die fünfhundert Franken», berichtet von Weissenfluh stolz. Damit Drei Teams ein Projekt unterstützt, muss es sich um den Tierschutz in der Schweiz bemühen, es fliesse kein Geld ins Ausland, versichert von Weissenfluh. «Und wir müssen dahinterstehen können», betont sie. Deshalb reist sie jeweils persönlich vor Ort und lernt die Menschen hinter den Organisationen kennen.

Aufklärung mit Videos auf Facebook

Neben den Spaziergängen betreibt Drei Teams auch Aufklärungsarbeit. Zum Beispiel zeigen die Gründerinnen auf der Facebookseite des Vereins in einem Video, wie einem Hund, der aus Angst davonlaufen könnte, ein Sicherheitsgeschirr richtig anzulegen ist. In den Kommentaren entbrannte daraufhin eine Diskussion über tiergerechte Hundehaltung. «Im Tierschutz gibt es verschiedene Meinungen», weiss von Weissenfluh. «Wichtig ist uns in erster Linie, ein Bewusstsein dafür zu wecken.» Von Weissenfluhs Meinung ist jedoch die einer Expertin: Die frühere Pflegefachkraft engagierte sich lange für Strassenhunde in Italien und Ungarn und arbeitet heute als Hundetrainerin an der Hundeschule Ohana. Sie ist in Ausbildung zur Tierheilpraktikerin und beginnt bald ein Studium in Hundepsychologie.

Zeigen, was tiergerechte Haltung ist

Gerade in der Aufklärungsarbeit will sich Drei Teams in Zukunft noch stärker einsetzen, zum Beispiel in Videos und Live-Talks oder auch in Schulbesuchen. Das sei momentan in Planung. «Wir wollen den Leuten zeigen, was tiergerechte Haltung eigentlich bedeutet», sagt von Weissenfluh. Zum Beispiel würden mancherorts Kaninchen oder Meerschweinchen in viel zu kleinen Gehegen gehalten. Und auch sei inzwischen bekannt, dass Katzen, entgegen der weitverbreiteten Meinung, eigentlich keine Einzelgänger sind.

Dass Aufklärung über Tierschutz nötig ist, macht von Weissenfluh an einem aktuellen Beispiel fest: «Mit Coronapandemie und Home Office haben sich viele einen Hund angeschafft.» Weil die Wartezeit bei einheimischen Züchtern manchmal mehr als zwei Jahre dauere, falle die Entscheidung dann oft auf Tierschutzhunde aus dem Ausland. «Diese Hunde bringen aber Traumata von ihrem Leben auf der Strasse mit.» Sie benötigten spezielle Pflege. «Bald werden sie dann wieder in Tierheimen abgegeben, weil die Halter überfordert sind.» Von Weissenfluh ist sich sicher: «Solange Menschen Tiere halten, wird der Bedarf für Tierschutz nicht ausgehen.»

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