Vereine
22.06.2022

Sie weihen ihr neues Zuhause ein

Hier wird kommendes Wochenende kräftig gefeiert: Ueli Schenk und der FC Dulliken weihen ihr Klubhaus ein. (Bild: Cyrill Pürro)

Hier wird kommendes Wochenende kräftig gefeiert: Ueli Schenk und der FC Dulliken weihen ihr Klubhaus ein. (Bild: Cyrill Pürro)

FC Dulliken Dieser Verein hat seit einem Jahr wieder festen Boden unter den Füssen: Am Wochenende weiht der FC Dulliken sein neues Klubhaus mit einem dreitägigen Fest ein. Präsident Ueli Schenk erzählt von Integration in den Mannschaften und einem stetigen Wachstum des Vereins.

Von: Cyrill Pürro

Das Tor zu den Fussballfeldern des Fussballklubs Dulliken ist offen, Geräusche dringen aus der Anlage auf den Parkplatz. Ein neugieriger Blick verrät: Vereinspräsident Ueli Schenk ist am «letzten Schliff» für die Einweihungsfeier am kommenden Wochenende. Er recht den Kiesplatz vor der Aussenterrasse des neuen Zuhauses und kommentiert lachend: «Eigentlich ist es keine Einweihungsfeier mehr, sondern einfach ein Sommerfest.»

Die Mitglieder des FC Dulliken feierten die Fertigstellung des Klubhauses bereits im letzten Jahr im engeren Kreis, seither ist das neue Zuhause in Betrieb. Jetzt, da die Hochphase von Corona überstanden ist, gibt es die grosse Fete mit einem Gesamtpaket aus gemütlichem Beisammensein, Partys, einem Plauschturnier und dem 25. Schülerturnier, welches hier in der Unteren Ey seine Tradition schon lange geniesst. Eine Tradition, die Schenk damals noch als Trainer eingeführt hatte, um den Schülerinnen und Schüler einen Plausch zu bieten und gleichzeitig eine Werbeplattform für den Verein zu schaffen.

Verein verzeichnet stetiges Wachstum

Dass es ihn zum FC Dulliken verschlagen hat, könnte man schon fast als Zufall betiteln. Denn die Eltern des bald 70-Jährigen waren Stadtberner und zogen irgendwann nach Olten. Hier wurde Schenk geboren. Der Grund für den Umzug seiner Eltern ist ihm unbekannt. Seine Wurzeln zur Bundesstadt lebt Schenk trotzdem bis heute aus: Als Fussball-Fan besucht er nahezu jedes Spiel seines Lieblingsklubs, des BSC Young Boys.

Der Vater von zwei erwachsenen Kindern legt den Rechen zur Seite und geleitet zur bestuhlten Aussenterrasse. Hier finden sich die Mitglieder des Vereins zum Bier oder Imbiss zusammen, mit Aussicht auf den Platz. Zudem kann man die Matches oder Trainingsübungen der Spielerinnen und Spieler in Ruhe und bei geselligem Beisammensein beobachten und seine Leute anfeuern. «Es geht immer etwas», sagt Schenk dazu. Denn seit der letzten Saison versucht sich eine zusätzliche neue Mannschaft auf dem Rasen in der Unteren Ey zu beweisen: die erste Frauenmannschaft des FC Dulliken. «Vorher spielten die Frauen beim FC Fortuna Olten. Als die erste Frauenmannschaft von Fortuna aus der 2. Liga abstieg, wollten die Verantwortlichen beide Mannschaften miteinander vermischen, was aber die zweite Mannschaft nicht wollte. Deshalb wechselte sie vor einem Jahr zu uns», erklärt der pensionierte Facility Manager.

Auch sonst wächst der FC Dulliken stetig. «Wir haben derzeit drei Aktivmannschaften, ein Senioren- sowie ein Veteranenteam, in denen insgesamt um die 100 Mitglieder mitspielen. Hinzu kommen die Junioren und Funktionäre. Somit sind wir am Schluss bei ungefähr 300 Mitgliedern, davon sind zwölf Leute im Vorstand», sagt Schenk. Eine genaue Zahl der Mitglieder kann er aber nicht nennen. Abgesehen vom Platz-Speaker seien alle Posten, vom Vizepräsidenten bis zum Kassier, besetzt. Die Spielerinnen und Spieler der Mannschaften zählen automatisch als vollwertige Mitglieder zum Verein und zahlen gemäss den Vereinsstatuten einen Mitgliederbeitrag in der Höhe von 300 Franken im Jahr. Dazu kommen weitere 50 Franken als Beitrag an das sanierte Klubhaus. Allein durch die Mitgliedschaft kann sich der Verein aber nicht finanzieren. «Wir sind auf unsere diversen Sponsoren angewiesen», kommentiert der Seilbahnfan.

Auch Ukrainer auf dem Feld

Eine kurze Gesprächspause folgt. Schenk lässt seinen Blick über die Fussballfelder schweifen. Der Rasen beansprucht gerade im Sommer intensive Pflege und muss regelmässig bewässert werden. Solche Arbeiten auf dem Feld übernimmt die Gemeinde Dulliken. Im Gegenzug sieht der in Wangen Lebende den FC Dulliken als wichtigen, gesellschaftlichen Arm im Apparat des Gemeindelebens. Damit meint er die Integration, die auf und neben dem Feld stattfindet. «Wir haben im Verein einen Ausländeranteil von etwa 50 Prozent», führt Schenk aus. Er beobachtet, dass der Fussball besonders die jüngeren Mitglieder miteinander verbindet und sie sich dadurch automatisch vernetzen: «Wenn man zusammen auf dem Feld steht, alles gibt und auch noch Tore schiesst; das schweisst zusammen. Und da spielt es keine Rolle mehr, ob du Schweizer oder Ukrainer bist.» Die Ukraine ist ein gutes Stichwort. Frisch zum FC hinzugestossen sei nämlich ein 17-jähriger Ukrainer, der nun bei den Junioren mitspielt, sowie eine erwachsene Ukrainerin, die für die Frauenmannschaft aufs Feld geht.

Ein Sprungbrett für den Nachwuchs

Und genau das soll der FC Dulliken in Schenks Augen sein: «Ein Treffpunkt und ein Ort, wo die verschiedensten Leute aus der Gemeinde zusammen Fussball spielen.» Und bei Möglichkeit auch noch gewinnen, wie er lachend und im Spass anfügt. Der FC Dulliken soll weiterhin ein Dorfverein bleiben. Ambitionen für den Aufstieg des Fanionteams in die 2. Liga interregional gebe es seit dem Abstieg in die 3. Liga nicht mehr. Gegen einen Aufstieg in die 2. Liga habe man aber nichts einzuwenden. Trotzdem hat der Verein seither eine neue Mission. «Wir wollen ein Sprungbrett für den Nachwuchs sein», fügt der ehemalige Lehrmeister an.

Ein Sprungbrett für den Verein selbst wird das Fest am kommenden Wochenende sein. Mit der Einweihung des neuen Klubhauses geht es in ein neues Kapitel. Schenk zeigt sich aufgeregt. «Eine professionelle Firma aus Winterthur schmeisst den Anlass, samt Catering mit Kellnerinnen und Kellnern, die in bayrischen Trachten anreisen werden», erklärt der gebürtige Oltner. In Trachten deshalb, weil das OK das Motto des Festes auf «Oktoberfest» legte. Warum genau, weiss Schenk selbst nicht. Wahrscheinlich wollte man das Fest von den gängigen, gerade aktuellen Sommerfesten abheben.

Doch etwas dämpft die Freude des Vereinspräsidenten: «Für das Fest hat es noch freie Plätze und es wäre schön, wenn das Zelt mit 300 Plätzen ausverkauft wäre.» Lange geht es nicht mehr, bis das Klubhaus der breiten Öffentlichkeit gezeigt wird. Bis dahin wird der Rasen geschont, die Bänke auf Hochglanz poliert und der Kies gerecht.

fcdulliken.ch