Vereine
21.12.2022

Noch jauchzen und singen die Jodler in Aarburg

René Christen.
Der Jodlerklub Burghalde Aarburg an einem Konzert 2019. (Bilder: ZVG)

René Christen.

René Christen.
Der Jodlerklub Burghalde Aarburg an einem Konzert 2019. (Bilder: ZVG)

Der Jodlerklub Burghalde Aarburg an einem Konzert 2019. (Bilder: ZVG)

Jodlerklub Burghalde Aarburg Der Jodlerklub Burghalde Aarburg wurde 1931 gegründet. Zwar hat der Verein mit grossen Nachwuchsproblemen zu kämpfen, doch die verbliebenen Jodler sind mit Begeisterung dabei.

Von: Caspar Reimer

Wenn René Christen über den Jodlerklub Burghalde Aarburg spricht, kommt er aus dem Reden nicht mehr raus und strahlt bis über beide Ohren. «Das Jodeln gehört zum Brauchtum, zur Kultur der Schweiz. Das sollten wir pflegen.» Seit fünf Jahren steht er dem Verein als Präsident vor, beim Jodlerklub dabei ist er bereits seit 1990: «Wie viele andere bin ich durch Zufall in den Verein gekommen. Ich wurde angefragt, ob ich nicht Lust hätte, mitzusingen.» In den 32 Jahren hatte er nur kurze Pausen eingelegt, um dabei einem Brauchtum ganz anderer Art nachzugehen: «Ich habe meine Kindheit in Basel verbracht. Als Heimweh-Basler spiele ich in einer Clique an der dortigen Fasnacht mit.»

Doch losgelassen hat ihn das Jodeln nie: «Es ist eine sehr soziale Art, miteinander zu singen, was sich sehr schön an den Jodelfesten zeigt, wenn alle zu einem Jodel einstimmen.» Im Jodlerklub jodeln aktuell 14 aktive Sängerinnen und Sänger. «Leider hatten wir während der Coronazeit ein paar Abgänge und den Todesfall eines Aktivmitglieds zu verzeichnen.» Doch auch unter diesen widrigen Umständen hatten sich die Jodler aus Aarburg nicht unterkriegen lassen: «Wir gingen zu viert in Spitäler und Altersheime, um kleine Konzerte zu geben. Dabei mussten wir natürlich aufpassen, die Vorgaben des Bundesrates einzuhalten», erzählt Christen.

Altersdurchschnitt über 70 Jahre

Doch auch die schönen Momente können die Tatsache nicht verbergen: «Wir haben grosse Probleme mit Nachwuchs. An den Jodelfesten sind die Besucher jeweils begeistert, aber wenn wir dann fragen, ob jemand mitsingen will, kommt niemand.» Im kommenden Jahr beabsichtigen weitere Sänger, ihr Hobby niederzulegen. Das Durchschnittsalter im Verein liegt bei etwas über 70 Jahren. «Ohne neue Sänger wird der Jodlerklub Burghalde Aarburg für einen ausgewogenen Chorklang unterdotiert sein.» Als Grund ortet Christen das grosse Angebot an Freizeitmöglichkeiten: «Früher hatte man in einem Dorf die Musik, den Turnverein und vielleicht noch einen Jodlerklub.» Immerhin: Seit dem letzten Aufruf im Sommer seien zwei neue Mitglieder hinzugekommen: So ist der Vorstand zuversichtlich, dass der 1931 gegründete Jodlerklub auch in Zukunft das schweizerische Brauchtum pflegen kann.

Sechs Stimmen

«Singen ist einerseits gut für die Atmung, andererseits ein gutes Hirntraining, weil der Jodelgesang mit Text und Melodie auswendig vorgetragen wird», wirbt Christen. Während im Oberland das Jodeln – auch einfach Jutz genannt – oft ganz ohne Text auskommt, also eigentlich einfach aus melodiösem Jauchzen besteht, singt man in der Nordwestschweiz meist zuerst einen Text mit anschliessendem Jodel: «Der Jutz nach den jeweiligen Textstrophen ist natürlich essenziell, weil es sonst kein Jodellied wäre.» Ein Jodelchorklang besteht aus sechs Stimmen: Der erste Jodel gibt jeweils den Jutz vor und der zweite Jodel begleitet ihn. Dazu kommen vier Begleitstimmen: erster und zweiter Tenor sowie erster und zweiter Bass. «Ich singe im zweiten Bass, weil ich nicht in die hohen Tonlagen komme. Unser ältestes Mitglied aber wird 88 Jahre alt und kann den ersten Jodel singen.»

Ideal für einen ausgewogenen Chorbestand wäre, wenn jede Stimme mit drei Sängern besetzt wäre. Waren früher Jodlerklubs eher Männersache, singen heute auch Frauen mit: «Sie erreichen die hohen Lagen leichter, weshalb es ohne sie fast nicht mehr geht.»

Weil kein ausgewogener Chorbestand möglich war, verzichtete der Verein im zu Ende gehenden Jahr auf ein Jahreskonzert, doch immerhin hatte er drei kleinere Auftritte zu verzeichnen, nämlich am 14. Mai im Perry-Center Aarburg-Oftringen, am 23. Oktober in der Ref. Kirche Aarburg und am 26. November am Weihnachtsmarkt in Aarburg. «Wir haben einige private Gönner, denen wir so mit diesen Auftritten etwas zurückgeben konnten.»

Christen hofft, dass die Kultur und das schweizerische Brauchtum noch lange Zeit erhalten bleibt. Für das kommende Jahr ist eine Werbeaktion geplant. Die ist aber nicht spruchreif.

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